Flora & Fauna

Wasserhyazinthe: Vom „Unkraut“ zur Nutzpflanze

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Einst kam sie aus den Tropen zu uns. Heute gilt die Wasserhyazinthe (wissenschaftlicher Name: Eichhornia) durch ihre starke Vermehrung und durch ihre erstaunliche Widerstandsfähigkeit auch hierzulande als nahezu allgegenwärtige Zierde vieler Gewässer. Ihre üppigen Blüten schillern von zart violett bis hin zu kräftigem azurblau. Leider verbirgt sich hinter dieser floralen Schönheit auch ein handfestes Problem. Denn die Wasserhyazinthe erobert ihre neu entdeckten Lebensräume mit fast schon aggressivem Durchsetzungsvermögen und bringt mit ihrem unbändigen Verkrautungsdrang sowohl die heimische Flora als auch die Schifffahrt gelegentlich in echte Bedrängnis. Darum wurde für diesen sozusagen unbegrenzt nachwachsenden Rohstoff nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten gesucht. Und siehe da: Die Wasserhyazinthe hat sich in vielerlei Hinsicht als extrem nützliches Ausgangsmaterial erwiesen. So wird die Wasserhyazinthe inzwischen ausgesprochen effektiv

  • für die Herstellung hochwertiger Papiere,
  • für das Flechten modischer Taschen,
  • für die Gewinnung von Biogas sowie
  • für die natürliche Säuberung schwermetallbelasteter Gewässer

hergenommen. Ihre sowohl visuell als auch ästhetisch schönste Verwandlung erfährt die Wasserhyazinthe allerdings dann, wenn sie zu einem wunderbar naturbelassen wirkenden

Pflanzkübel

Wasserhyazinthe Vom Unkraut zur Nutzpflanze

verarbeitet wird. Pflanzkübel aus Wasserhyazinthe erkennt man sofort an dem typischen Flechtwerk und an der charakteristischen Farbe, ähnlich wie getrocknetes Schilf. Da die Fasern der Wasserhyazinthe eine beachtliche Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit bei gleichzeitig vorhandener Flexibilität und Biegsamkeit aufweisen, ist dieser zu 100% biologische Werkstoff wie geschaffen dafür, den herkömmlichen tönernen Blumentopf in frischer Optik zu ersetzen. So wird aus der „Last der Gewässer“ eine „Lust der Gärtner“.

Wie sind Pflanzkübel aus Wasserhyazinthe aufgebaut?

Form und Halt bekommen die Pflanzkübel durch stabil eingearbeitete Metallverstrebungen. Die Innenseiten der Pflanzkübel sind mit hochfester Kunststofffolie ausgekleidet, damit die Pracht auf der Fensterbank oder auf der Terrasse auf alle Fälle ganz sicher wasserdicht ist. Dieses praxistauglich belastbare Innenleben wird äußerlich von einem Flechtwerk aus Wasserhyazinthe ummantelt. Nun kann der alternative Übertopf in fast jeder beliebigen Form und Größe als ebenso dekoratives wie stilvolles Appartement für Zimmerpflanzen aller Art dienen. Selbstverständlich auch für Hydrokultur & Co.

Wasserhyazinthe Vom Unkraut zur Nutzpflanze

Mehr „Öko“ geht nicht

Zunächst schmeichelt die Wasserhyazinthe in freier Natur mit ihrem frischen blauen Blütenreichtum dem Auge des Beschauers. Daran anschließend wird sie zum willkommenen und entsprechend nachgefragten Rohstoff für die produzierende Industrie, für den aktiven Umweltschutz und sogar für künstlerisch gestaltende Kreativität. Damit hat sich dieser Neophyt hier bei uns von der „Problemfauna“ zum willkommenen „Pflanzen-Migranten“ gewandelt. Insoweit trägt jeder einzelne Pflanzenkübel aus Wasserhyazinthe auf ökologisch wie ästhetisch wohltuende Weise zu bewusst gelebter Nachhaltigkeit bei.

Unkrautvernichter für den eigenen Garten?

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Gerade jetzt im Sommer wird der eigene Garten zum wahren Paradies, wenn da nicht ein kleines oder manchmal auch größeres Problem in Form von ungebetenen Pflanzengästen wäre. Gemeint ist das Unkraut, das sich bei jeder Witterung prächtig und reichlich vermehrt. Der engagierte Hobbygärtner legt in diesem Fall in der Regel selbst an und spielt den Unkrautvernichter in seinem Garten. Es wird gejätet, was das Zeug hält und der Erfolg stellt sich nach einiger Zeit auch ein. Problematisch wird die Sache, wenn die Gartenfläche groß und die nötige Zeit eigentlich zu knapp ausfällt.

Unkrautvernichter für den eigenen Garten?

Mit Hausmitteln gegen das Unkraut?

Die Klassiker unter den Hausmitteln gegen Unkraut sind natürlich Essig und Salz. Beides soll durch einfache Anwendung, etwa durch Mischen mit Wasser und aufsprühen, schnell und einfach das Unkraut beseitigen. Das funktioniert grundsätzlich auch, allerdings längst nicht so intensiv, wie die schon erwähnte Handarbeit. Zudem sind beide Stoffe für die Unkrautbekämpfung umstritten, da sie für andere Pflanzen und das Bodenklima ungünstig sein können. Wer sich also für Essig und/oder Salz als Dauerlösung für sein Unkrautproblem entscheidet, der kann sich in seinem Garten mehr Schaden als Nutzen einhandeln. Und diese Schäden beseitigen, ist nicht nur äußerst mühsam, sondern letztlich auch teuer.

Unkrautvernichter, die schonend wirken

Es gibt neben den Hausmitteln natürlich auch professionelle Unkrautvernichter, die im Ganzen bei vielen Hobbygärtnern einen eher negativen Ruf haben. Der Grund mag darin liegen, dass früher gern die radikale Chemiekeule geschwungen wurde, die ohne Rücksicht auf Verluste Unkraut vernichtet hat. Essig und Salz waren da harmlose Alternativen. Moderne Unkrautvernichter sind hingegen völlig anders konzipiert und beschränken sich bei ihrer Wirkung tatsächlich auf die effektive Beseitigung von Unkraut. Andere Pflanzen und Lebewesen umher werden praktisch nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen oder gar getötet.
Für jede Form von Garten gibt es passende Unkrautvernichter, die hier umfassend erklärt und vorgestellt werden. So vorbereitet, lässt sich für jedes Beet die passende Wahl treffen!

GASTARTIKEL: Gesundes Distelöl

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Die Färberdistel ist eine Nutz- und Heilpflanze, die schon seit der Antike bekannt ist. Aus dieser wird das Distelöl gewonnen. Durch ihre wertvollen Wirk- und Inhaltsstoffe kann die Färberdistel bzw. das Öl aus der Pflanze in Industrie, Küche und Medizin eingesetzt werden.

Schöne Pflanze im Garten

Es gibt in Deutschland derzeit keine großflächigen Anbauten der Färberdistel. Doch in vielen Gärten blüht sie gelb und rot und ist eine Bereicherung für jeden Bauerngarten. Dabei kann die Pflanze leicht kultiviert werden, wächst schnell und braucht nicht viel Pflege. Sie kann nicht nur zu Tees verarbeitet werden, sondern auch zu Badezusätzen, Salben und Kosmetika.

Gesundes Distelöl

Die Heilpflanze

Früher war die Färberdistel als Heilpflanze bekannt und wurde gegen Durchblutungsstörungen, Altersbeschwerden und Kopfschmerzen eingesetzt. Denn man kann Hautpackungen und Tees daraus herstellen, Waden- und Kopfwickel und die Essenzen wie das Öl auch einnehmen. Linderung verspricht man sich bei Gallenleiden, Venenverschlüssen und Migräne. Auch bei Verstauchungen und zur Herzstärkung wird die Heilpflanze eingesetzt.

Die Wirkung in der chinesischen Medizin

Als regelrechten Alleskönner schätzen die Verfechter der chinesischen Medizin das Distelöl und die Färberdistel. Die Wirkung des Extraktes auf verschiedene Krankheiten und den gesamten Körper ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten. Man geht davon aus, dass es noch mehr Anwendungsgebiete für Distelöl im medizinischen Bereich gibt, als man derzeit kennt. Sie müssen allerdings noch erforscht werden. Bisher Bekanntes kann nachgelesen werden unter www.distel-oel.de.

Die Färberdistel in der Kosmetikbranche

Auch die Kosmetikindustrie hat die Pflanze für sich entdeckt. Das Öl hat eine zellerneuernde Wirkung; zudem hat es rückfettende Eigenschaften und ist daher für Cremes und Lotionen als Zusatz ideal. Zwar kann man sagen, dass die innere Anwendung erfolgversprechender ist, als die Äußere, doch reibt man der Haut regelmäßig mit Distelöl ein, bleibt eine positive Wirkung nicht aus.

Distelöl für Hunde

Auch in der Tiermedizin ist die Färberdistel bekannt. Hier ist es ebenfalls am wirkungsvollsten, wenn den Hunden, für die es angewendet wird, das Öl verabreicht wird. Dieses stärkt und schützt das Fell und hilft bei Hauptproblemen, Entzündungen und kleineren Wunden. Außerdem sorgt das Öl durch das Vitamin E für gepflegte Krallen und hilft dem Immunsystem.

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

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Bei gutem Wetter und guter Gesundheit sind heimische Wildpflanzen für bewegungsfreudige Naturliebhaber ein tolles Freizeit-Thema. Doch wenn es draußen stürmt und schneit, oder wenn man mal nicht so gut zu Fuß oder nicht ausreichend sicher auf den Beinen ist, scheint das herrlich wilde Grün in weite Ferne zu rücken. Glücklicher Weise gibt es aber auch bei ungemütlicher Witterung oder bei eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit, heimische Wildpflanzen in den Mittelpunkt des persönlichen botanischen Interesses zu stellen. Was es dabei so alles zu entdecken gibt, soll jetzt kurz angerissen werden.

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

Wildpflanzen im Bücherregal

Keine Sorge, Sie sollen jetzt hier nicht mit den üblichen Bestimmungsbüchern à la „Was blüht denn da?“ gelangweilt werden. Tatsächlich sind Wildpflanzen ein literarisches Thema, das weit über die bloße botanische Klassifizierung hinausgeht. So sind Wildpflanzen inzwischen längst in den Fokus ganzheitlicher Ernährungswissenschaften gerückt. Diesen aktuellen Trend haben wir hier selbstverständlich auch schon themenbezogen abgebildet, wie Sie bereits in diversen Beiträgen (z.B. hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/wildpflanzen-als-natuerliche-naehrstofflieferanten/#.VRlrA2banFQ oder hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loewenzahnpesto-wird-unkraut-urgesund/#.VRlrNWbanFQ) lesen konnten. In der Tat bietet der Buchhandel derzeit eine Fülle von durchaus praxistauglichen Werken an, die sich mit Wildpflanzen als natürlicher Nährstoffquelle wahlweise in streng wissenschaftlicher oder in spirituell aufgeschlossener Form auseinandersetzen. Die Lektüre dieser Fachbücher ist jedenfalls ebenso interessant wie lehrreich und insoweit bestens dazu geeignet, eine fröhliche Vorfreude auf die nächste Wildpflanzenwanderung aufkommen zu lassen.

Übrigens: Falls Sie sich gerade mit den Themen Entgiftung und Entschlackung befassen, könnte eine häusliche Lesestunde unter der Überschrift „Green Detox“ genau das Richtige für Sie sein.

Wildpflanzen im eigenen Archiv

So gut wie alle Wildpflanzenliebhaber bringen von ihren Exkursionen selbst geschossene Fotos und/oder selbst gesammelte Pflanzenteile mit. Diese floralen „Beutestücke“ bedürfen selbstverständlich allesamt der sorgfältigen Archivierung. Die Bilder sind zu sichten und zu sortieren, die gepflückten Pflanzen müssen gepresst, getrocknet oder anderweitig konserviert werden. Das sind Tätigkeiten, die Freude machen, die aber auch ihre Zeit brauchen. Was bietet sich dazu besser an als ein trüber Regentag, bei dem man ohnehin keinen Hund vor die Tür jagen würde? So wird schlechtes Wetter zum guten Grund, die eigene Wildpflanzensammlung auf Vordermann zu bringen.

Wildpflanzen als Shikishi-Motiv

Mögen Sie Lyrik? Oder sind Sie vielleicht sogar aktiv oder passiv der japanischen Kunst des Haiku zugetan? Dann bieten Ihnen Ihre eigenen vier Wände die meditative Möglichkeit, mit Ihren eigenen Wildpflanzenfotografien ein so genanntes Shikishi zu erschaffen. Dazu brauchen Sie einen großzügig großen Papierabzug Ihres Lieblings-Wildpflanzenfotos, eine Mußestunde und einen Musenkuss. Während Sie die Ästhetik Ihres Fotos losgelöst von allen Alltagssorgen auf sich wirken lassen, wird Ihnen ein dazu passendes stimmungsvolles Gedicht zufliegen (es muss ja nicht unbedingt ein Haiku sein), welches Sie dann in Ihrer Schönschrift mit einem geeigneten Marker auf das Foto schreiben. Fertig ist das Shikishi. Das können Sie dann für eine stilvolle heimische Dekoration hernehmen, oder als Geschenk einrahmen, oder für Ihren persönlichen Gedichtband vorbereiten, oder … oder was Ihnen sonst gut gefällt. In japanisch orientierten Wohnstuben werden Sie häufig auf solche Shikishi treffen, die regelmäßig neu erfunden und dann frisch ausgewechselt werden. Eine fernöstliche Deko-Idee mit vielen wandlungsfähigen Gesichtern.

Das waren nur drei von vielen möglichen Vorschlägen, auch an trüben Tagen oder in Zeiten eingeschränkter körperlicher Beweglichkeit die Magie heimischer Wildpflanzen auf sich wirken zu lassen. War da schon etwas für Sie dabei? Das wäre schön. Und sollten Sie eine weitere Anregung mit der Wildpflanzen-Community teilen wollen, dann freuen wir uns sehr auf Ihren entsprechenden Kommentar.

– Carina Collany –

Wildpflanzen sind die Motive im ältesten Fotobuch der Welt

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Viele Menschen, die sich für Wildpflanzen interessieren, haben bei ihren Exkursionen in die heimische Botanik immer auch einen Fotoapparat dabei. Schließlich möchte man die entdeckte Urwüchsigkeit ja auch ebenso anschaulich wie ausdrucksstark von der Wildpflanzenwanderung mit nach Hause nehmen. Darum ist es sehr gut möglich, dass auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, bereits das eine oder andere Fotobuch besitzen, das mit den floralen Motiven Ihrer Ausflüge in die Welt der Wildpflanzen erfreut. Und wenn das so ist, dann wird es Sie ganz bestimmt interessieren, dass das wirklich allererste Fotobuch, das jemals angefertigt wurde, tatsächlich der Darstellung von Wildpflanzen gewidmet wurde. Dabei war es eine technisch experimentierfreudige Frau, der wir diese wunderschöne Idee verdanken.

Anna Atkins

genoss als führende englische Botanikerin und Illustratorin ihrer Zeit (1799 – 1871) in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf als begeisterte Wissenschaftlerin. Daher verwundert es nicht, dass sie die Kunde von der Erfindung der

Cyanotopie

(bzw. Cyanographie) zunächst begierig aufgriff und dann für ihre Zwecke selbst einsetzte. Bei diesem Verfahren wird Papier mit bestimmten Chemikalien so vorbehandelt, dass es sich unter dem Einfluss von Licht dauerhaft blau einfärben würde. Legt man nun eine Pflanze flach auf dieses präparierte Papier und „belichtet“ das Ganze anschließend, so bleiben exakt die von der Pflanze bedeckten Areale weiß, während die restlichen Flächen blau werden. Was nach dieser Prozedur übrig bleibt, ist der filigrane fotografische Abdruck der Pflanze, weiß leuchtend auf blauem Hintergrund. Damit sich diese weiße Abbildung später nicht noch ungewollt nachfärbt, wird das belichtete Papier mit Wasser abgewaschen und die färbende Chemikalie damit rückstandsfrei ausgeschwemmt. Fertig ist das Foto! Und weil Anna Atkins mehrere dieser selbst angefertigten Cyanographien kunstvoll zu einem Bildband zusammenheftete, gilt sie sowohl als eine der weltweit ersten Fotografinnen als auch als Erfinderin des Fotobuches.

Wenn Sie sich näher mit dieser faszinierenden Materie befassen möchten, werden Sie die Titel „British Algae: Cyanotype Impressions“ (von 1843) sowie „Cyanotypes of British and Foreign Flowering Plants and Ferns“ (von 1854) direkt ans Suchmaschinen-Ziel bringen. Sofern Sie der Englischen Sprache mächtig sind, ist der nachfolgende Video-Link bestimmt zusätzlich recht aufschlussreich für Sie:

Anna Atkins & the World’s First Photo Book – Objectivity #5‬

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle, die als Hobby eigene S/W Kleinbildfilme entwickeln und anschließend in der eigenen Dunkelkammer Abzüge von den Negativen ziehen: Legt man ein ansprechend und interessant geformtes Pflanzenteil auf das Fotopapier und belichtet dann, erbringt das anschließende und ganz normal erfolgende Entwickeln dieses Papiers ebenso experimentelle wie exklusive Kunstwerke, die durchaus als die Urenkel der Cyanographie gelten dürfen. So werden heimische Wildpflanzen auch heute noch zur faszinierenden und buchstäblich einmaligen Fotokunst im Sinne der Pionierin Anna Atkins.

– Carina Collany –

Wildpflanzen gezielt säen – ja oder nein?

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Eine Wildpflanze ist nach allgemein gültiger Definition eine ohne menschliches Zutun wachsende und damit spontan auftretende Pflanzenart, die sich ihren Lebensraum aus eigener Kraft zunächst erobert und anschließend erhalten hat. Insoweit hat bei den Wildpflanzen nicht der Mensch, sondern allein die Pflanze selbst durch ihre Anpassungsfähigkeit an ihre Umwelt ihr Vorkommen begründet und ihr Territorium stabil eingenommen. Das mag auch der gute Grund dafür sein, dass erstaunlich viele Wildpflanzen schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden dort, wo sie sich gut behaupten können, auch heimisch geworden sind. Dennoch trachtet der Mensch auch hier, obwohl er seitens der Natur eigentlich gar nicht so wirklich gefragt ist, nach Einflussnahme. Und damit erhebt sich die ökologisch ebenso wichtige wie auch durchaus brisante Frage, ob der Mensch durch ein gezieltes Aussäen oder Anpflanzen heimischer Wildpflanzen wider die eingangs vorgestellte Definition handeln sollte, kann oder darf. Der nachfolgende Beitrag will kurz das Pro und Contra einer absichtsvollen und gezielten Ansiedlung von Wildpflanzen durch die Hand des Menschen thematisch anreißen, damit sich alle an heimischen Wildpflanzen Interessierten ihr eigenes und unabhängiges Urteil bilden können.

Wildpflanzen gezielt säen - ja oder nein?

Pro

  • Alle heimischen Wildpflanzen haben geographische Gebiete, an denen sie ganz natürlich wachsen. Wenn man bei der Aussaat oder beim Anpflanzen diese Vorkommensgebiete gewissenhaft beachtet und die Begrenzungen nicht verlässt, verändert man schließlich auch nichts.
  • Sofern beim Aussäen oder beim Anpflanzen ausschließlich reines Wildsaatgut bzw. gebietsspezifisches Wildpflanzgut und/oder Wildgehölze verwendet werden, passiert kein verfälschender Eingriff in die natürliche Wildpflanzenwelt.
  • Durch das gezielte Ausbringen von Wildpflanzen können denaturierte Flächen, durch Monokulturen verarmte Gebiete sowie Zonen mit einem Übermaß an eingeschleppten Fremdgewächsen (so genannte Neophyten) wieder in ihren natürlichen Ursprungszustand zurückgebracht werden. So wird den heimischen Wildpflanzen die Möglichkeit eröffnet, sich ihre angestammten Plätze in der hiesigen Flora zurückzuerobern.

Contra

  • Das Wesen der Wildpflanzen ist durch ihre Selbstbestimmtheit und durch ihre Abschottung vor der Einflussnahme durch den Menschen begründet. Jeder wie auch immer geartete Eingriff in diese Ordnung macht die Wildpflanzen automatisch zu Kulturpflanzen und vernichtet damit schützenswerte unberührte Natur.
  • Der Markt für Wildsaatgut ist inzwischen unübersichtlich stark angewachsen. Wie soll man da noch sicher sein können, dass das erworbene Saatgut auch wirklich und wahrhaftig genetisch unverändert ist und tatsächlich aus der Region stammt? Mit dem Ausbringen vermeintlich unverfälschten Saatgutes kann eine Menge Unheil angerichtet werden. Also lieber Finger weg!
  • Wozu überhaupt künstlich in den Lauf der Dinge eingreifen? Wenn Wildpflanzenarten hierzulande aussterben, dann ist das eben so. Auch das Verschwinden von Wildpflanzen muss als natürliche Veränderung der heimischen Flora begriffen und akzeptiert werden.

Wie ist Ihre Meinung?

Wie Sie gesehen und gelesen haben, kann das Für und Wider des gezielten Wildpflanzen-Anbaus äußerst kontrovers diskutiert werden. Dieser Blogbeitrag hier kann da selbstverständlich nur die Spitze des argumentativen Eisbergs ankratzen. Umso wichtiger ist es darum, dass Sie sich selbst Ihr eigenes qualifiziertes Urteil in der Sache bilden. Falls Sie sich gleich weitergehend mit der Wildpflanzen-Gretchenfrage befassen mögen, können Ihnen die nachfolgend genannten weiterführenden Links zusätzliche Informationen bieten:

Und falls Sie gleich hier an Ort und Stelle losdiskutieren möchten – die Kommentarfunktion steht zu Ihrer vollen Verfügung.

– Carina Collany –

Wildpflanzen beim Stadtspaziergang entdecken

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Eine Wildpflanzen-Wanderung, geführt oder auf eigene Faust, unter strahlend blauem Himmel in saftig grüner Natur ist ebenso entspannend wie lehrreich. Während das Auge sich an der zarten Schönheit heimischer Wildpflanzen delektiert, können die Lungen ordentlich frischen Sauerstoff tanken, und die gestresste Seele kommt ganz von selbst zur Ruhe. Zum Glück lässt sich dieser herrlich erholsame Effekt sogar abseits von Wiesen und Wäldern mitten in der Stadt erzielen. Denn erstaunlich viele heimische Wildpflanzen haben inzwischen die Städte als „urbane Biotope“ für sich entdeckt und dementsprechend zahlreich erobert. Damit laden Duftveilchen, Berliner Lauch & Co. zu einem Stadtspaziergang der besonderen Art ein.

Wildpflanzen beim Stadtspaziergang entdecken

Städtische Brachflächen, Parks und Friedhöfe

können heute tatsächlich in wildpflanzlicher Hinsicht deutlich artenreicher daherkommen, als es die allgegenwärtigen Monokulturen im Wald und auf den Ackerflächen zulassen würden. So erfreut zum Beispiel das Duftveilchen in Parks und auf Friedhöfen das Auge mit seiner kräftig violetten Färbung und die Nase mit seinem betörenden Naturparfüm. Wer mag, kann sich aus den selbst gepflückten Duftveilchenblüten sogar einen Tee aufbrühen. Der schmeckt herrlich aromatisch und kann auf sanfte Weise für einen angenehmen Atem sorgen.

Wie das Duftveilchen wächst auch der „Seltsame Lauch“ (Allium paradoxum; Wunder-Lauch, Berliner Lauch) ausgesprochen gerne in städtischen Parkanlagen. Zwar verströmen seine hübschen weißen Blüten einen nicht unbedingt für ein Duftwasser geeigneten kräftigen Lauchgeruch. Dafür kann diese herzhafte Wildpflanze aber als gaumenschmeichelnd milder Lauchzwiebel-Ersatz im Salat oder im Kräuterquark punkten.

Eine ganz besondere botanische Kostbarkeit ist die „Wilde Tulpe“. In Deutschland steht diese leuchtend gelbe Augenweide inzwischen auf der roten Liste, da sie den Kampf gegen die intensive landwirtschaftliche Nutzung von Ackerflächen und Weinbergen längst verloren hat. Nur auf Friedhöfen, in pittoresken alten Kirchengärten sowie in städtischen Parks kann man diese stark gefährdete Wildpflanze noch antreffen. Wer hätte wohl gedacht, dass ausgerechnet die Stadt dieser vom Aussterben bedrohten Schönheit eine letzte Bastion bietet?

Lasst Wildpflanzen sprechen

Blumensträuße sind ein fröhlicher Schmuck für jedes einladende Heim. Und warum soll man dafür viel Geld ausgeben, wenn man sich seinen Blumenstrauß aus selbst gepflückten Wildpflanzen zusammenstellen kann? Es macht ganz sicher große Freude, sich vom wildpflanzlich inspirierten Stadtspaziergang ein frisches Sträußchen ins Haus zu holen. Besonders hübsch macht sich da beispielsweise das fast allgegenwärtige Wiesenschaumkraut mit seinem rosé-weißen Farbspiel. Das kann darüber hinaus auch in der Küche für einen exquisiten kresseartigen Kräuterkick sorgen.

So lange man beim Blumen pflücken keine Verbote missachtet und sich ausschließlich an jenen Wildpflanzen bedient, die ohnehin überall im Überfluss wachsen, muss man auch keine Sorge haben, mit dem Sträußchen Schaden anzurichten. Ganz im Gegenteil: Die durch den intensiven Kontakt mit den Wildpflanzen gemachten Erfahrungen schärfen die persönliche Sensibilität für das Thema und begründen dadurch einen achtsameren Umgang mit der Natur. Außerdem wird man die Stadt nach so einem Spaziergang der floralen Art künftig mit ganz neuen Augen sehen und genießen können.

– Carina Collany –

Verheißungsvolle Frühjahrsboten: Mandelblüten

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Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich freue mich immer sehr darauf, dass der erwachende Frühling den müden Winter durch die Drehtür der Jahreszeiten hinauskomplimentiert. Darum sehne ich auch jedes Jahr die wunderbare Zeit der Mandelblüte herbei. Zwar ist der Mandelbaum ursprünglich ein Gewächs des Mittelmeerraumes, doch inzwischen ist „Prunus dulcis“ ja auch in Rheinhessen und in der Pfalz zu Hause. Und dort kann Anfang März mit roséfarbener Regelmäßigkeit das Wunder der Mandelblüte bestaunt werden. So ist zum Beispiel das Gimmeldinger Mandelblütenfest (Pfalz) mit gutem Grund das erste regionale Weinfest in jedem Jahr. Sowohl für die Freunde edler Tropfen als auch für die Liebhaber traumhaft schöner saisonaler Landschaftsimpressionen ein toller Tipp! Wer in der sonnigen Gegenwart dieses überwältigenden phantastischen Blütenparadieses nicht zur Kamera greift, wird das später im Jahr bestimmt bereuen.

Verheißungsvolle Frühjahrsboten: Mandelblüten

Was von der Mandelblüte übrig bleibt

Hat sich das höchst erfreute Auge an der Mandelblütenpracht satt gesehen, beginnt der Mandelbaum, seines Zeichens ein Rosengewächs, mit der faszinierenden Metamorphose von Blüte zu Steinfrucht. Dabei entsteht unter der buchstäblich steinharten Schale ein weicher und wohlduftender Kern, der es in vielfacher Hinsicht in sich hat. Sowohl als vollwertiges Nahrungsmittel wie auch als wertvolle Grundzutat wohltuender Naturkosmetik. Und sogar in der Medizin vermag der Mandelkern viel Gutes zu tun. Immerhin sagt man Süßmandeln nach, dass ein verantwortungsvoller und kontrollierter Verzehr bei älteren Menschen ein Stück weit zur Vorbeugung vor Herz- und Gefäßleiden beitragen kann. Sogar ein erhöhter Cholesterinspiegel kann mit ein wenig Glück durch ein paar täglich genüsslich geknabberte Süßmandeln in den grünen Bereich gesenkt werden. Bittermandeln haben zwar auch ihre geschmacklichen Reize, sollten aber wegen der in ihnen enthaltenen giftigen Blausäure nur gelegentlich und nur in geringsten Mengen gegessen werden.

Mandelzauber Marzipan

Haben Sie schon einmal in der heimischen Backstube selbst Marzipan hergestellt? Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie das billige „Marzipan“ aus dem Discounter nicht mehr angucken werden, wenn Sie erst einmal Ihre eigene hochwertige Produktion gekostet haben. Zur lukullischen Überwältigung Ihres verwöhnten Gaumens brauchen Sie als Basiszutaten fein geriebene Süßmandeln, etwas (Puder)Zucker und echtes Rosenwasser. Aus der dadurch zu knetenden festen Marzipan-Rohmasse können dann solche himmlischen Geschmacks-Geschenke wie Frankfurter Bethmännchen, Marzipan-Brownies oder auch Marzipanlikör entstehen. Sie werden staunen, wie viele raffinierte Rezepte mit Marzipan darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden.

Mandelkleie und Mandelöl

sind wahre Wundermittel, wenn es um die sanfte Reinigung und um die reichhaltige Pflege sensibler Haut geht. Die Mandelkleie ist nichts anderes als die braune Schale, die dem Mandelkern anhaftet, und den die Hausfrau durch das Überbrühen der Mandeln mit heißem Wasser leicht entfernen kann. Wenn Sie sich ein günstiges und gesundes Peeling einmal selbst herstellen möchten, dann werfen Sie diese abgelöste Mandelkleie nicht weg, sondern trocknen sie. Ist die Mandelkleie richtig durchgetrocknet, lässt sie sich ganz einfach zu Pulver zermörsern. Und dieses Pulver passt perfekt in jede selbst gemachte Peeling-Seife sowie in die berühmte Seesand-Mandelkleie-Zubereitung, die gerade bei fettiger und unreiner Haut prima wirkt.

Hat Ihre anspruchsvolle Haut nach einem entspannenden Bad Appetit auf ein samtweiches Dessert? Dann verwöhnen Sie sich doch mal mit naturreinem kaltgepressten Süßmandelöl ohne weitere Zusätze (Apotheke). Das extrem ergiebige Süßmandelöl wird sanft mit den Händen in die noch feuchte Haut einmassiert, wodurch der pflegebedürftigen Körperhülle sowohl Feuchtigkeit als auch nährende und hautstabilisierende Fettsäuren angeboten werden. Sie werden von der unmittelbar spürbaren Wirkung dieser ebenso schlichten wie raffinierten Kosmetik begeistert sein. Davon abgesehen können Sie jede Menge Geld sparen, wenn Sie reines unverfälschtes Süßmandelöl einem teuren kosmetischen Mischprodukt vorziehen.

Das alles und noch viel mehr verheißen uns die prachtvollen Mandelblüten. Es lohnt sich wirklich, hier zum einen das atemberaubend üppige Blütenmeer als rosig leuchtenden Frühlingsboten zu genießen, und zum anderen eine gesunde Vorfreude auf all die vielen Wohltaten der leckeren und gesunden Süßmandelkerne aufkommen zu lassen.

– Carina Collany –

Wildpflanzen als natürliche Nährstofflieferanten

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In der sehr interessanten „Lebensmitteltabelle für die Praxis“, welche von der „Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie“ herausgegeben wird, ist den Wildpflanzen eine eigene Ergänzungstabelle gewidmet. Von B wie Barbarakraut bis W wie Wiesenknöterich sind hier 18 Wildpflanzen aufgelistet, die sowohl bei Tisch als auch in der individuellen Nährstoffbilanz eine gute Figur machen. Dieser Beitrag will kurz anreißen, welche Wildpflanzen sich für welche Zubereitung eignen, und wie viel Gesundheit zusammen mit den grünen Geschenken der Natur auf der Gabel landet.

Zubereitung als Salat

In der Salatschüssel geben die folgenden knackig frischen Wildkräuter einer vollwertigen Mahlzeit die extra Portion an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen:

  • Barbarakraut
  • Bärlauch
  • Breitwegerich
  • Gundermann
  • Wilde Malve
  • Rucola
  • Sauerampfer
  • Scharbockskraut
  • Spitzwegerich
  • Weiße Taubnessel
  • Wiesenbocksbart

All diese Leckereien können einen beachtlichen Anteil an Eisen vorweisen, wobei der Breitwegerich hier am höchsten punktet. In Sachen Kaliumgehalt sowie Mineralstoffgehalt allgemein hat die wilde Malve die Nase vorn. Und der Wiesenbocksbart kann noch mit einer spannenden Spezialität aufwarten: Seine Wurzeln schmecken nämlich angenehm süßlich, was diesem Pflanzenteil auch die Bezeichnung „Falsche Schwarzwurzel“ eingebracht hat.

Wildpflanzen als natürliche Nährstofflieferanten
Scharbockskraut

Zubereitung nach Art von Blattspinat

Dünstet und dämpft man frische Spinatblätter, so erhält man eine ebenso delikate wie ernährungsbewusste Beilage, die sowohl an einem Rumpsteak wie auch an lecker besoßten Folienkartoffeln Auge und Gaumen gleichermaßen begeistert. Und was mit Spinat so schmackhaft funktioniert, lässt sich auch bestens mit den folgend genannten Wildpflanzen nachkochen:

  • Brennnessel
  • Gartenmelde
  • Giersch (Geißfuß)
  • Wiesenknöterich

Junge Brennnesselblätter sind echte Vitamin-C-Bomben und bringen außerdem noch reichlich Kalium und Calcium auf den Speiseplan. Und die Gartenmelde liefert sogar noch mehr Eisen als der Breitwegerich.

Zubereitung als Gemüse

Fast alle salatgeeigneten Wildpflanzen lassen sich auch als Gemüse servieren. Darum finden sich in der folgenden Liste bis auf zwei Ausnahmen nur leckere alte Bekannte:

  • Gundermann
  • Guter Heinrich
  • Wilde Malve
  • Sauerampfer
  • Scharbockskraut
  • Spitzwegerich
  • Weiße Taubnessel
  • Vogelmiere
  • Bärlauch

Zum Sauerampfer sei noch angemerkt, dass er sowohl im rohköstlichen Salatschälchen als auch auf der duftend dampfenden Gemüseplatte mit einem relativ hohen Oxalsäuregehalt daherkommt. Da Oxalsäure, sofern im Übermaß zugeführt, gesundheitsschädigend wirken kann, sollte Sauerampfer trotz seines frisch zitronigen Geschmacks nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Menschen, die jemals Nierensteine hatten oder noch haben, sollten ohnehin generell auf oxlasäurehaltige Lebensmittel verzichten.

Weitere und ausführlichere Informationen zu den einzelnen Energiegehalten, Hauptbestandteilen und wichtigen Inhaltsstoffen schmackhafter Wildpflanzen können in dem Buch „Der kleine Souci-Fachmann-Kraut“ (ISBN 3-8047-2037-4) nachgelesen werden. Diese Lektüre kann übrigens auch die eine oder andere kreative Idee für grüne Smoothies liefern.

– Carina Collany –

Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

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Alle Jahre wieder ruft der Botanische Sondergarten Wandsbek zur Abstimmung über die Giftpflanze des Jahres auf. Und auch wenn das Jahr 2015 noch recht jung ist, so hat es seine mit deutlichem Abstand meist gewählte Giftpflanze doch schon gefunden. Es wurde mit 43,4% aller abgegebenen Stimmen der traumhaft blaue

Rittersporn

Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

Dieses betörend schöne Hahnenfußgewächs erfreut das Auge mit der intensiven Leuchtkraft seiner üppigen Blüten und ist insoweit ein gerne gesehener Gast in kultivierten Gartenanlagen. Natürlich muss man dazu wissen, wie gefährlich giftig sämtliche Pflanzenteile des Rittersporns sind. Deshalb muss es unbedingt bei dem visuell ästhetischen Genuss dieser beliebten Zierpflanze bleiben. Das bedeutet für den eigenen Garten, dass Kinder und Tiere vom Rittersporn ferngehalten werden müssen, und dass sich die betörend blaue Pracht ausschließlich in mehr als respektvollem Abstand zu Nutzpflanzen und Gartenkräutern entfalten darf. Werden diese einfachen Vorsichtsmaßnahmen gewissenhaft beachtet, spricht absolut nichts dagegen, mit dem hinreißend schönen Rittersporn den gepflegten Garten zu adeln.

Welche Giftpflanzen wurden auf die Plätze verwiesen?

Auf Platz Zwei der Giftpflanzen-Hitliste 2015 landete mit 21,3% der Stimmen die Kartoffel. Das gemahnt einmal mehr an die nachtschattige Herkunft dieser beliebten Speiseknolle und spricht für die botanische Belesenheit all jener, die die Kartoffel überhaupt erst zur Abstimmung vorgeschlagen haben. An dieser Stelle mag in diesem Zusammenhang der dringende Hinweis genügen, bei einer Kartoffel vor der Zubereitung alles, was grün ist, und natürlich auch alle Auskeimungen, großzügig wegzuschneiden.

Platz Drei ergatterte mit 19,3% der Stimmen der Oleander. Für den Schneeball, der lediglich 16% der Stimmen für sich gewinnen konnte, reichte es leider nur für den vierten und damit letzten Platz.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Selbstverständlich stehen jetzt schon für das Jahr 2016 die giftigen Kandidaten in den Startlöchern. Wer Lust dazu hat, sich sowohl an der Vorschlags-Phase wie auch an der eigentlichen Wahl aktiv zu beteiligen, der kann auf
http://www.hamburg.de/contentblob/1048150/data/gdj-kandidatenvorschlag.pdf
das offizielle Mitmach-Formular einsehen und runterladen. Oder auch in den eigenen regionalen Kreisen eine Wahl zur Giftpflanze des Jahres initiieren.

– Carina Collany-