Flora & Fauna

GASTARTIKEL: Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)

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Die Deutsche Schwertlilie zählt zur Familie der Schwertliliengewächse und findet sich in vielen deutschen Gärten. Botanisch gesehen handelt es sich um eine Staude.

Schon seit der Antike sind Schwertlilien die Pflanzen der Götterbotin Iris. Iris hatte die Aufgabe die Seelen der Verstorbenen entlang eines Regenbogens in das Reich des Friedens zu begleiten. Diese Tradition ist noch heute im Orient sichtbar. Dort ist die Iris, weiß oder blau, eine beliebter Grabschmuck. Dieser Mythos wurde auch in die christliche Religion übernommen. Im Christentum wird der Regenbogen als Symbol für den neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gedeutet. Dafür steht die Schwertlilie. Durch die Kreuzritter kam die Pflanze nach Deutschland und im Mittelalter wurden der Schwertlilie magische Kräfte zugeschrieben. Sie diente der Feindabwehr und wurde daher auf Burgfelsen angepflanzt. Ihre Ursprünge liegen sowohl in Kleinasien als auch in den südosteuropäischen Steppen.

Beschreibung der Pflanze

Es handelt sich bei der Deutschen Schwertlilie um eine typische Art, die der ganzen Pflanzenfamilie den Namen gegeben hat. Je nach Standort wird sie zwischen 40 cm und 90 cm hoch. Sie hat einen sehr kräftigen Wurzelstock (Rhizom). Dieses Rhizom ist vor allem als Veilchenwurzel bekannt. Der Name ist allerdings irreführend, denn mit der Pflanze Veilchen hat die Veilchenwurzel nichts zu tun (Quelle: www.veilchenwurzel.de).

Die Blätter, zwischen 30 cm und 70 cm lang, haben die Form eines Schwertes und sind graugrün und manchmal wie ein Säbel gebogen. Die Blüte besteht aus drei äußeren Blütenblättern, die ca. 8 cm lang sind und eine violette bis tiefblaue Farbe aufweisen. Im unteren Teil ist die Blüte gelb und hat zottige Auswüchse, die als Bart bezeichnet werden. Darauf folgen wieder drei innere Blütenblätter in der gleichen Farbe. Nach der Bestäubung durch Bienen oder Hummeln kommt es nur in ganz seltenen Fällen zu einer Fruchtbildung. In unseren Breiten ist die Pflanze steril, d. h. sie kann nur über die Wurzel vermehrt werden.

Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)
Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)

Pflanzen und pflegen

Die Iris germanica ist eine winterharte Staude und braucht einen sonnigen, windgeschützen Standort. Aus optischen Gründen wird sie gern in den hinteren Teilen des Blumenbeets gepflanzt. So erzielen die Blüten ihre volle Wirkung, in dem sie die anderen Blumen überragen.

Zuviel Feuchtigkeit und Staunässe sollte vermieden werden. Ist der Boden stark lehmhaltig, empfiehlt sich eine Aufbesserung durch Sand. Ist der Boden stark verdichtet, empfehlen Experten vor der Pflanzung eine dünne Drainageschicht aus Kiesel.

Die beste Pflanzzeit ist zwischen August und Oktober. Die Wurzel soll zu zwei Drittel in der Erde sein, ein Drittel über der Oberfläche bleiben. Um das Einwurzeln zu erleichtern, sollte direkt nach dem Einsetzen für ausreichend Wasser gesorgt werden. Hat die Pflanze Wurzeln gebildet, braucht sie nur bei langanhaltender Trockenheit Wasser und ist auch sonst sehr anspruchslos und bedarf keiner weiteren Pflege. Düngen ist in der Regel auch nicht notwendig.

Schwertlilien gedeihen am schönsten, wenn sie einfach vor sich hinwachsen können. Obwohl Schwertlilien winterhart sind, müssen sie auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Die verwelkten Blüten mit einem scharfen Messer oder Schere abschneiden, ebenso bräunliche Blätter. Wenn nach einigen Jahren die Blütenbildung weniger wird, ist die Zeit gekommen, die Pflanze zu teilen. Dadurch wird das Wachstum angeregt und die Schwertlilie erstrahlt wieder in der gewohnten Pracht.

Immer weniger Fluginsekten sind eine Gefahr für unser Ökosystem

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Fluginsekten aller Orten haben eine wichtige Aufgabe: Sie bestäuben Obstbäume oder Gemüsepflanzen. Sie zersetzen dabei abgestorbene Pflanzenteile, totes Holz, verendete Tiere oder Kot. Im Gegenzug bilden sie für zahlreiche Tiere in Wald und Feld eine wichtige Nahrungsquelle, die das Überleben sichert. Wissenschaftler sprechen sogar von „Dienstleistern am Ökosystem“. Doch der Bestand an Fluginsekten sinkt mancherorts bedenklich ab. Die Gesamtmasse nahm in den letzten 27 Jahren um alarmierende 75 Prozent ab.

Immer weniger Fluginsekten sind eine Gefahr für unser Ökosystem
Immer weniger Fluginsekten sind eine Gefahr für unser Ökosystem

Eine umfassende Analyse aus dem Sommer 2017 bestätigt diesen Rückgang ohne Zweifel und wirft zugleich viele neue Fragen auf rund um das Insektensterben auf.

Bereits seit 1989 sammelten ehrenamtliche Insektenkundler Daten über die Bestände der Fluginsekten und leiteten diese an den Entomologischen Verein in Krefeld weiter. Caspar Hallmann von der Radboud University Nijmegen (Niederlande) wertete diese Daten schließlich zusammen mit seinem Mitarbeiterpool aus.
Untersucht wurden 63 Gebiete mit unterschiedlichem Schutzstatus in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und in Brandenburg. Mit Hilfe von Fallen wurden verschiedene Fluginsekten gesammelt und deren Masse genau bestimmt. Mit diesen Ergebnissen ließ sich dann nachvollziehen, wie sich die Popularität einzelner Insekten in verschiedenen Lebensräumen entwickelt hat. Darunter Heidelandschaften, Graslandschaften oder Brachflächen. Klares Ergebnis: Der Verlust an Fluginsekten war immer in der Mitte des Sommers am größten und erreichte rund 82 Prozent.

GASTARTIKEL: Hanfpflanze – Was ist Hanf und welche Nutzung ist legal?

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Hanf, lateinischer Name Cannabis, ist eine seit Jahrtausenden bekannte Nutz-und Zierpflanze. Sie stammt vermutlich ursprünglich aus Zentralasien. Allerdings lässt sich das natürliche Verbreitungsgebiet nicht genau eingrenzen. Mittlerweile wachsen Hanfpflanzen fast überall auf der Welt, in Kultur aber auch wild. Wissenschaftlich unterschieden werden zwei Unterarten, Cannabis sativa (gewöhnlicher Hanf) und Cannabis indica (indischer Hanf).

Wie sieht die Hanfpflanze aus?

Hanf ist eine einjährige krautige Pflanze, die bis zu 4 Meter hoch werden kann, wobei der indische Hanf gedrungener und deutlich kleiner als der gewöhnliche Hanf ist. Beide Arten haben hübsche hellgrüne gezahnte Blätter, die wie die Finger einer Hand geformt sind. Die Anzahl der Fiederblätter variiert. Die Blüte ist eher unspektakulär. Die Hanfpflanze ist zweigeschlechtlich, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. In den Letzteren sind wesentlich mehr psychoaktive Wirkstoffe vorhanden.

Hanfpflanze - Was ist Hanf und welche Nutzung ist legal
Hanfpflanze – Was ist Hanf und welche Nutzung ist legal

Hanf ist ein vielseitiger Rohstoff

Bei den Chinesen wurde die Hanfpflanze, Ma genannt, schon vor 5.000 Jahren genutzt. Blüten, Samen und Blätter wurden gegessen und zu Tee und Riechstoffen verarbeitet und aus den faserigen Stängeln wurden Fäden gesponnen. Aber auch als Medizin verwendeten chinesische Heiler den Hanf. Im Mittelalter, als die Hanfpflanze ihren Weg nach Europa gefunden hatte, war sie auch ein wichtiger Rohstoff für die Papierherstellung. Selbst die berühmte Gutenbergbibel war aus Hanfpapier. Aber auch für die Seefahrt war Hanf im Mittelalter unverzichtbar. Seile und Taue aber auch die Segel wurden weitgehend aus Hanffasern hergestellt. Auch die Sehnen der Langbogen und die Kleidungsstücke der Bauern und Tagelöhner waren oft aus Hanf.

Darüber hinaus dienten Auszüge aus der Hanfpflanze als Schmerzmittel, besonders bei Wehenkrämpfen und Geburtsschmerzen. Später verdrängten Kunstfasern mehr und mehr den Hanf als Faserpflanze und seine positive Wirkung als Arzneimittel ging mehr oder weniger dadurch unter, dass aus der weiblichen Hanfpflanze ein in vielen Ländern verbotenes illegales Rauschmittel extrahiert wurde, das Marihuana. Um den illegalen Rauschmittelkonsum keinen Vorschub zu leisten, wurde es Privatpersonen nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten, Hanf anzupflanzen und zu verarbeiten.

Mittlerweile ist die Hanfpflanze als Faserpflanze für die Wirtschaft wieder sehr interessant. Aus den Hanffasern lassen sich viele sehr interessante und vielfältige Produkte herstellen und vor allem ist er ein nachwachsender Rohstoff. Hanf steckt in Farben, Lacken, Waschmitteln, Papier, Dämmstoffen und vielem mehr. Auch die Lebensmittelindustrie hat Hanf wieder neu für sich entdeckt.

Gesunde Ernährung mit Hanf

Hanfsamen und -öl eigen sich sehr gut für die menschliche Ernährung, weil viele wertvolle Stoffe in diesem Lebensmittel enthalten sind. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt, dass unter anderem
• Antioxidantien
• wertvolle Vitamine
• Proteine
• Aminosäuren
• und die seltene Gamma-Linolensäure
enthalten sind.

Der Hanf als Lebensmittel ist vor allem in Form von Pulver oder Mehl im Handel erhältlich. Damit kann gekocht, gebacken oder die beliebten Smoothies zubereitet werden. Aufgrund der gut verdaulichen Proteine ist Hanf als Proteinpulver bei Sportlern sehr beliebt. Und nicht nur der Mensch profitiert von diesem Nahrungsmittel, denn Hanf ist in vielen Tierfutter enthalten.

Wie wird die Hanfpflanze gezogen und wer darf Hanf pflanzen?

Am besten zieht man sie aus Samen, die übers Internet bezogen werden können, lässt sie quellen, vorkeimen und steckt sie dann in Töpfe mit Anzuchterde. Aber auch die Vermehrung durch Stecklinge ist möglich.

Es ist also keine Kunst sich eine Hanfpflanze zu ziehen. Aber darf es auch jeder? Natürlich nicht, denn immer noch kann theoretisch aus jeder einzelnen Pflanze (zumindest einer weiblichen) Marihuana hergestellt werden. Nutzhanf darf zwar von landwirtschaftlichen Betrieben und wissenschaftlichen Instituten angebaut werden, der Anbau ist aber streng kontrolliert.

Privatpersonen sind, zumindest in Deutschland, jeder Hanfanbau untersagt. Selbst wenn jemand nur eine einzige Pflanze zu Hobbyzwecken haben möchte, ist das im Deutschland nicht legal. Da spielt es auch keine Rolle, dass es heute Hanfsorten gibt, die nur in geringsten Mengen oder gar keine psychogenen Substanzen mehr enthalten. Allerdings bewegt ein privater Hanfanbauer sich auch bei uns in einer Art rechtlichen Grauzone. Zum einen darf man den Samen ungestraft kaufen und auch besitzen. Zum anderen gibt es heute schon einige Patienten, die eine Sondergenehmigung erhalten, einige Hanfpflanzen zum Eigenbedarf zu ziehen. Drittens gibt es eben auch Hanfsamen, die nur Pflanzen hervorbringen, deren THC Gehalt unter 0,2 Prozent liegt und diese Pflanzen sind zur Rauscherzeugung nicht geeignet. Wer Hanf nicht nur zum Rausch, sondern zum Lindern schwerer Leiden einsetzen möchte, kann inzwischen auch in Deutschland auf legalem Weg Cannabis beziehen.

Cannabis in der Medizin

Anfang 2017 hat der Bundestag einstimmig beschlossen, Cannabis in der Medizin zuzulassen. Das Gesetz regelt den Einsatz von Cannabisarzneimitteln als Therapiealternative, daran sind allerdings strikte Vorgaben gekoppelt. Cannabis als Medizin gibt es
• für schwer Erkrankte
• auf ärztliche Verordnung
• in kontrollierter Qualität
• nur aus Apotheken

GASTARTIKEL: Pflanzen richtig gießen

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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Pflanzen zu gießen? Welche Pflanze muss wann und mit wie viel Wasser begossen werden? Wie oft soll man am besten den Rasen besprengen? Dieser Artikel klärt auf und hilft dabei, Fehler bei der Gartenbewässerung zu vermeiden. Wenn der Boden am kühlsten ist, ist laut Experten, der beste Zeitpunkt zum Gießen. Dieser Zeitpunkt liegt zwischen drei und fünf Uhr morgens.

Pflanzen richtig gießen - Als Faustegel für die Gießmenge gilt: je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf.
Pflanzen richtig gießen – Als Faustegel für die Gießmenge gilt: je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen?

Wer an warmen Tagen nicht freiwillig so früh aufstehen will, soll sich am besten einen Bewässerungscomputer zulegen. Denn es ist besser, früh morgens zu wässern, denn abends. Mittags zu wässern ist Ressourcenverschwendung. Denn durch die Hitze sind der Boden und die Luft so heiß, dass das Wasser schnell verdampft eh es die Wurzel der Pflanzen erreicht. Am Abend ist die Hitze des Mittags noch in dem Boden, sodass ein Großteil der Feuchtigkeit direkt verdunstet. Sollte der Boden doch nicht so heiß sein und die Feuchtigkeit annehmen, werden die Schnecken davon angelockt, die den Pflanzen gefährlich werden können.

 

Wann bewässern, wenn Pflanzen schlappe Blätter haben?

Um sich vor der Wassermangel im Boden und starker Sonneneinstrahlung zu schützen, lassen die Pflanzen ihre Blätter schlapp hängen, um die Oberfläche, die von der Sonne bestrahlt wird, zu verringern. Dadurch sparen die Pflanzen Wasser ein und warten bis zum Sonnenuntergang, um ihre Blätter wieder aufzurichten.

In solchen Fällen sollte der Gärtner, die Pflanze auch, wenn es gut gemeint ist, auf keinen Fall bewässern. Wenn es Mittag ist, besser abwarten und beim Sonnenuntergang oder bestenfalls am nächsten Tag früh morgens gießen. Hängen die Blätter am nächsten Tag, dann hat die Pflanze nicht genug Feuchtigkeit abbekommen und braucht noch mehr Wasser. Doch wie viel Wasser braucht welche Pflanze?

 

Wie oft soll man bewässern?

Die Wurzeln einer Pflanze, die erst mal Fuß gefasst hat, wachsen zum Wasser. Mit dem Absinken des Wassers in den Boden, wachsen die Wurzel Richtung unten. Das heißt, dass der Gärtner dies zulassen soll, indem er nicht ständig den Gartenboden oberflächlich feucht hält. Dieses Vorgehen verwöhnt die Pflanzen und dadurch bedingt benötigen die Pflanzen an heißen und trockenen Tagen mehr Wasser.

 

Welche Pflanze braucht wie viel Wasser?

 

Blumen

Der Bedarf an Flüssigkeit einer Pflanze ist abhängig von der Bodenart und der Pflanze. Grundsätzlich brauchen Pflanzen, die in der Sonne stehen, mehr Wasser als Schattengewächse.
Neu gepflanzte Keimlinge, Sonnenblumen oder Stauden benötigen in den ersten Wochen täglich Wasser, um reichlich Wurzeln zu bilden. Danach erst wieder begießen, wenn der Boden trocken ist.

Rhododendren lieben feuchten Boden. Deswegen sollen sie häufiger, aber mit wenig Wasser gegossen werden als bei anderen Pflanzen.

Rosenbeete können die ganze Sommersaison ohne Bewässerung auskommen. Und wenn sie doch begossen werden sollen, dann von unten gießen und nicht auf die Blätter, denn feuchte Blätter sind anfällig für Pilzkrankheiten. Auch mediterrane Pflanzen überstehen mit wenig Feuchtigkeit einige trockene Tage. Orchideen sollen erst gegossen werden, wenn das Substrat trocken ist.

 

Topfpflanzen

Topfpflanzen benötigen regelmäßig Wasser, da sie weniger Erde umgibt, die das Wasser speichert. Am heißen Tagen unbedingt jeden Tag wässern. Die Töpfe aus Kunststoff heizen sich nicht so schnell auf wie die aus Terrakotta und speichern daher weniger Hitze.
Es gibt Blumenkästchen mit eingebauten Bewässerungssystemen, die das Gießen regulieren, wenn man selber keine Zeit hat. Hilfsreich ist auch ein Füllstandanzeiger bei Unsicherheit was die Menge an Wasser für die Pflanze angeht. Wichtig ist auch, dass die Töpfe Löcher besitzen, wodurch überflüssiges Wasser abfließen kann.

Der Boden verliert durch das ständige Gießen an Nährstoffen, darauf können gelbe Blätter bei Pflanzen hindeuten. Daher ist es auch wichtig, die Topfpflanzen regelmäßig zu düngen. Auch vor dem Gießen soll erst der Boden angefeuchtet werden und nach ein paar Minuten erst richtig gießen. So wird sichergestellt, dass das Wasser besser eindringen kann.
Bevor ein erneuerter Gießvorgang durchgeführt wird, soll die Erde in den Gefäßen vollständig abgetrocknet sein. Wenn die Pflanzen ständig unter Wasser stehen beginnt die Erde zu riechen und Wurzeln verfaulen. Verfaulte Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze stirbt letztendlich.

 

Rasen

Pflanzen mit einem flachen Wurzelsystem, wie der Rasen, müssen häufiger bewässert werden. Bei einer drohenden Hitze ist es sinnvoll, den Rasen nicht allzu kurz zu schneiden. Der Schnitt soll nicht in einem Korb aufgefangen werden, sondern auf dem Rasen bleiben und diesen dann als Mulch zur Speicherung von Feuchtigkeit sowie vor Austrocknen schützen.

Selbst nach einem Gewitterregen soll am besten nachgegossen werden. Der Regen befeuchtet oftmals nur die Erdoberfläche. Der Rasen absorbiert Wasser bei hoher Luftfeuchtigkeit besser.

 

Wie soll man am besten bewässern?

Sommerblumen und Gehölze sollten maximal einmal pro Woche bewässert werden. Dabei kommt es auf die Pflanze sowie auf die Bewässerungsart an.

Bei lehmigen Böden, die schlecht das Wasser aufnehmen, bestenfalls das Wasser langsam in den Boden einsickern lassen, damit der Boden das Wasser auch halten kann. Eine Bewässerung funktioniert in diesem Fall mit einer Schlauch und einem Sprenger am besten. Der Wassersprenger verteilt das Wasser gleichmäßiger als eine Gießkanne. Anders als diese verdichtet der Wassersprenger nicht den Boden und das Wasser sickert besser im Boden ein.

 

Welche Bewässerungsarten gibt es?

 

Furchenbewässerung

Bei der Furchenbewässerung werden einzelne Furchen zwischen den in Reihe gesetzten Pflanzen mit Wasser gefüllt.

VORTEILE
• Genug Wasser für jede Pflanze
• Mehrfachnutzung des Wassers

NACHTEILE
• Starke Versickerung
• Sehr zeitaufwändig

 

Flächenbewässerung

Ähnelt die Beckenbewässerung, nur das die Fläche wesentlich größer ist. Das Wasser fließt während der Versickerung nicht mehr, sondern bedeckt ein ebenes Gebiet von bis zu 20 ha. (Quelle: Wikipedia)

VORTEILE
• Kostengünstig
• Nicht sehr aufwändig

NACHTEILE
• Verdunstet sehr schnell
• Ebener Boden benötigt
• Starke Versickerung
• Beregnungsbewässerung

 

Beregnungsbewässerung

Ob mittels teilortsfester oder vollbeweglicher Anlagen lassen sich Regenleitungen flexibel im Bestand bewegen. Hierzu zählen auch Kreisbewegungen, bei denen ein Regenwagen an Seilen durch den Bestand gezogen wird. (Quelle: Wikipedia)

VORTEILE
• Gleichmäßige Beregnung
• Zeit- und Arbeitsersparnis und
• Einfache Installation

NACHTEILE
• Hohe Energiekosten
• Bei Wind ist die Verteilung nicht gleichmäßig
• Tropf- und Mikrobewässerung

 

Tropf- und Mikrobewässerung

Mikro- und Tröpfchenbewässerung sind das sparsamste aller Bewässerungsverfahren, da nur ein kleiner Teil des Bodens mithilfe von verlegten Schläuchen und installiertem Tropfe das Wasser direkt zur Wurzel der Pflanze zugeführt wird. (Quelle: Wikipedia)

VORTEILE
• Verlustfreier Wasserbrauch
• Gezieltes Zufuhr von Chemikalien

NACHTEILE
• Teuer und aufwändig
• Verstopfung des Rohrs
• Der optimale Boden

 

Der optimale Boden

Wer einen Garten besitzt, der weiß, dass zum Bewässern mehr gehört als nur zum Gießen. Man muss auch den Boden optimal für die Pflanzen vorbereiten. Durch das Mulchen wird der Boden dazu gebracht, mehr Feuchtigkeit aufnehmen und diese für eine längere Zeit speichern zu können.
Mit einer Schuffel werden die Kapillaren, die den Aufstieg des Wassers von unten nach oben ermöglichen, zerstört. Das Wasser verdunstet nicht mehr an der Oberfläche und kann von den Wurzeln genutzt werden. Wenn man regelmäßig die Schuffel durch die Erde im Garten schiebt, hilft es nicht nur dem Boden länger feucht zu bleiben, sondern hindert den Zuwachs von Unkraut.

 

Automatische Bewässerung

Wer sich das manuelle Gießen handlich ersparen will, legt sich eine Bewässerungsanlage zu. Ein Bewässerungscomputer in Zusammenarbeit mit ein Schlauchsystem steuert und verwaltet die Programme, die der Gärtner eingestellt hat. Durch die Einstellung der Bewässerungszeiten muss man selbst nicht mehr in den frühen Morgenstunden zum Gießen der Pflanzen aufstehen. Sensoren, wie etwa der Regensensor oder Bodenfeuchtigkeitssensor, übernehmen bei Anschluss an einem Bewässerungssystem die Kontrolle über die Bewässerungszeiten. So entscheiden sie, ob eine anstehende Bewässerung abgebrochen wird oder ob die Wasserzufuhr fortgeführt werden soll.

Wasserhyazinthe: Vom „Unkraut“ zur Nutzpflanze

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Einst kam sie aus den Tropen zu uns. Heute gilt die Wasserhyazinthe (wissenschaftlicher Name: Eichhornia) durch ihre starke Vermehrung und durch ihre erstaunliche Widerstandsfähigkeit auch hierzulande als nahezu allgegenwärtige Zierde vieler Gewässer. Ihre üppigen Blüten schillern von zart violett bis hin zu kräftigem azurblau. Leider verbirgt sich hinter dieser floralen Schönheit auch ein handfestes Problem. Denn die Wasserhyazinthe erobert ihre neu entdeckten Lebensräume mit fast schon aggressivem Durchsetzungsvermögen und bringt mit ihrem unbändigen Verkrautungsdrang sowohl die heimische Flora als auch die Schifffahrt gelegentlich in echte Bedrängnis. Darum wurde für diesen sozusagen unbegrenzt nachwachsenden Rohstoff nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten gesucht. Und siehe da: Die Wasserhyazinthe hat sich in vielerlei Hinsicht als extrem nützliches Ausgangsmaterial erwiesen. So wird die Wasserhyazinthe inzwischen ausgesprochen effektiv

  • für die Herstellung hochwertiger Papiere,
  • für das Flechten modischer Taschen,
  • für die Gewinnung von Biogas sowie
  • für die natürliche Säuberung schwermetallbelasteter Gewässer

hergenommen. Ihre sowohl visuell als auch ästhetisch schönste Verwandlung erfährt die Wasserhyazinthe allerdings dann, wenn sie zu einem wunderbar naturbelassen wirkenden

Pflanzkübel

Wasserhyazinthe Vom Unkraut zur Nutzpflanze

verarbeitet wird. Pflanzkübel aus Wasserhyazinthe erkennt man sofort an dem typischen Flechtwerk und an der charakteristischen Farbe, ähnlich wie getrocknetes Schilf. Da die Fasern der Wasserhyazinthe eine beachtliche Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit bei gleichzeitig vorhandener Flexibilität und Biegsamkeit aufweisen, ist dieser zu 100% biologische Werkstoff wie geschaffen dafür, den herkömmlichen tönernen Blumentopf in frischer Optik zu ersetzen. So wird aus der „Last der Gewässer“ eine „Lust der Gärtner“.

Wie sind Pflanzkübel aus Wasserhyazinthe aufgebaut?

Form und Halt bekommen die Pflanzkübel durch stabil eingearbeitete Metallverstrebungen. Die Innenseiten der Pflanzkübel sind mit hochfester Kunststofffolie ausgekleidet, damit die Pracht auf der Fensterbank oder auf der Terrasse auf alle Fälle ganz sicher wasserdicht ist. Dieses praxistauglich belastbare Innenleben wird äußerlich von einem Flechtwerk aus Wasserhyazinthe ummantelt. Nun kann der alternative Übertopf in fast jeder beliebigen Form und Größe als ebenso dekoratives wie stilvolles Appartement für Zimmerpflanzen aller Art dienen. Selbstverständlich auch für Hydrokultur & Co.

Wasserhyazinthe Vom Unkraut zur Nutzpflanze

Mehr „Öko“ geht nicht

Zunächst schmeichelt die Wasserhyazinthe in freier Natur mit ihrem frischen blauen Blütenreichtum dem Auge des Beschauers. Daran anschließend wird sie zum willkommenen und entsprechend nachgefragten Rohstoff für die produzierende Industrie, für den aktiven Umweltschutz und sogar für künstlerisch gestaltende Kreativität. Damit hat sich dieser Neophyt hier bei uns von der „Problemfauna“ zum willkommenen „Pflanzen-Migranten“ gewandelt. Insoweit trägt jeder einzelne Pflanzenkübel aus Wasserhyazinthe auf ökologisch wie ästhetisch wohltuende Weise zu bewusst gelebter Nachhaltigkeit bei.

Unkrautvernichter für den eigenen Garten?

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Gerade jetzt im Sommer wird der eigene Garten zum wahren Paradies, wenn da nicht ein kleines oder manchmal auch größeres Problem in Form von ungebetenen Pflanzengästen wäre. Gemeint ist das Unkraut, das sich bei jeder Witterung prächtig und reichlich vermehrt. Der engagierte Hobbygärtner legt in diesem Fall in der Regel selbst an und spielt den Unkrautvernichter in seinem Garten. Es wird gejätet, was das Zeug hält und der Erfolg stellt sich nach einiger Zeit auch ein. Problematisch wird die Sache, wenn die Gartenfläche groß und die nötige Zeit eigentlich zu knapp ausfällt.

Unkrautvernichter für den eigenen Garten?

Mit Hausmitteln gegen das Unkraut?

Die Klassiker unter den Hausmitteln gegen Unkraut sind natürlich Essig und Salz. Beides soll durch einfache Anwendung, etwa durch Mischen mit Wasser und aufsprühen, schnell und einfach das Unkraut beseitigen. Das funktioniert grundsätzlich auch, allerdings längst nicht so intensiv, wie die schon erwähnte Handarbeit. Zudem sind beide Stoffe für die Unkrautbekämpfung umstritten, da sie für andere Pflanzen und das Bodenklima ungünstig sein können. Wer sich also für Essig und/oder Salz als Dauerlösung für sein Unkrautproblem entscheidet, der kann sich in seinem Garten mehr Schaden als Nutzen einhandeln. Und diese Schäden beseitigen, ist nicht nur äußerst mühsam, sondern letztlich auch teuer.

Unkrautvernichter, die schonend wirken

Es gibt neben den Hausmitteln natürlich auch professionelle Unkrautvernichter, die im Ganzen bei vielen Hobbygärtnern einen eher negativen Ruf haben. Der Grund mag darin liegen, dass früher gern die radikale Chemiekeule geschwungen wurde, die ohne Rücksicht auf Verluste Unkraut vernichtet hat. Essig und Salz waren da harmlose Alternativen. Moderne Unkrautvernichter sind hingegen völlig anders konzipiert und beschränken sich bei ihrer Wirkung tatsächlich auf die effektive Beseitigung von Unkraut. Andere Pflanzen und Lebewesen umher werden praktisch nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen oder gar getötet.
Für jede Form von Garten gibt es passende Unkrautvernichter, die hier umfassend erklärt und vorgestellt werden. So vorbereitet, lässt sich für jedes Beet die passende Wahl treffen!

GASTARTIKEL: Gesundes Distelöl

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Die Färberdistel ist eine Nutz- und Heilpflanze, die schon seit der Antike bekannt ist. Aus dieser wird das Distelöl gewonnen. Durch ihre wertvollen Wirk- und Inhaltsstoffe kann die Färberdistel bzw. das Öl aus der Pflanze in Industrie, Küche und Medizin eingesetzt werden.

Schöne Pflanze im Garten

Es gibt in Deutschland derzeit keine großflächigen Anbauten der Färberdistel. Doch in vielen Gärten blüht sie gelb und rot und ist eine Bereicherung für jeden Bauerngarten. Dabei kann die Pflanze leicht kultiviert werden, wächst schnell und braucht nicht viel Pflege. Sie kann nicht nur zu Tees verarbeitet werden, sondern auch zu Badezusätzen, Salben und Kosmetika.

Gesundes Distelöl

Die Heilpflanze

Früher war die Färberdistel als Heilpflanze bekannt und wurde gegen Durchblutungsstörungen, Altersbeschwerden und Kopfschmerzen eingesetzt. Denn man kann Hautpackungen und Tees daraus herstellen, Waden- und Kopfwickel und die Essenzen wie das Öl auch einnehmen. Linderung verspricht man sich bei Gallenleiden, Venenverschlüssen und Migräne. Auch bei Verstauchungen und zur Herzstärkung wird die Heilpflanze eingesetzt.

Die Wirkung in der chinesischen Medizin

Als regelrechten Alleskönner schätzen die Verfechter der chinesischen Medizin das Distelöl und die Färberdistel. Die Wirkung des Extraktes auf verschiedene Krankheiten und den gesamten Körper ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten. Man geht davon aus, dass es noch mehr Anwendungsgebiete für Distelöl im medizinischen Bereich gibt, als man derzeit kennt. Sie müssen allerdings noch erforscht werden. Bisher Bekanntes kann nachgelesen werden unter www.distel-oel.de.

Die Färberdistel in der Kosmetikbranche

Auch die Kosmetikindustrie hat die Pflanze für sich entdeckt. Das Öl hat eine zellerneuernde Wirkung; zudem hat es rückfettende Eigenschaften und ist daher für Cremes und Lotionen als Zusatz ideal. Zwar kann man sagen, dass die innere Anwendung erfolgversprechender ist, als die Äußere, doch reibt man der Haut regelmäßig mit Distelöl ein, bleibt eine positive Wirkung nicht aus.

Distelöl für Hunde

Auch in der Tiermedizin ist die Färberdistel bekannt. Hier ist es ebenfalls am wirkungsvollsten, wenn den Hunden, für die es angewendet wird, das Öl verabreicht wird. Dieses stärkt und schützt das Fell und hilft bei Hauptproblemen, Entzündungen und kleineren Wunden. Außerdem sorgt das Öl durch das Vitamin E für gepflegte Krallen und hilft dem Immunsystem.

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

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Bei gutem Wetter und guter Gesundheit sind heimische Wildpflanzen für bewegungsfreudige Naturliebhaber ein tolles Freizeit-Thema. Doch wenn es draußen stürmt und schneit, oder wenn man mal nicht so gut zu Fuß oder nicht ausreichend sicher auf den Beinen ist, scheint das herrlich wilde Grün in weite Ferne zu rücken. Glücklicher Weise gibt es aber auch bei ungemütlicher Witterung oder bei eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit, heimische Wildpflanzen in den Mittelpunkt des persönlichen botanischen Interesses zu stellen. Was es dabei so alles zu entdecken gibt, soll jetzt kurz angerissen werden.

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

Wildpflanzen im Bücherregal

Keine Sorge, Sie sollen jetzt hier nicht mit den üblichen Bestimmungsbüchern à la „Was blüht denn da?“ gelangweilt werden. Tatsächlich sind Wildpflanzen ein literarisches Thema, das weit über die bloße botanische Klassifizierung hinausgeht. So sind Wildpflanzen inzwischen längst in den Fokus ganzheitlicher Ernährungswissenschaften gerückt. Diesen aktuellen Trend haben wir hier selbstverständlich auch schon themenbezogen abgebildet, wie Sie bereits in diversen Beiträgen (z.B. hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/wildpflanzen-als-natuerliche-naehrstofflieferanten/#.VRlrA2banFQ oder hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loewenzahnpesto-wird-unkraut-urgesund/#.VRlrNWbanFQ) lesen konnten. In der Tat bietet der Buchhandel derzeit eine Fülle von durchaus praxistauglichen Werken an, die sich mit Wildpflanzen als natürlicher Nährstoffquelle wahlweise in streng wissenschaftlicher oder in spirituell aufgeschlossener Form auseinandersetzen. Die Lektüre dieser Fachbücher ist jedenfalls ebenso interessant wie lehrreich und insoweit bestens dazu geeignet, eine fröhliche Vorfreude auf die nächste Wildpflanzenwanderung aufkommen zu lassen.

Übrigens: Falls Sie sich gerade mit den Themen Entgiftung und Entschlackung befassen, könnte eine häusliche Lesestunde unter der Überschrift „Green Detox“ genau das Richtige für Sie sein.

Wildpflanzen im eigenen Archiv

So gut wie alle Wildpflanzenliebhaber bringen von ihren Exkursionen selbst geschossene Fotos und/oder selbst gesammelte Pflanzenteile mit. Diese floralen „Beutestücke“ bedürfen selbstverständlich allesamt der sorgfältigen Archivierung. Die Bilder sind zu sichten und zu sortieren, die gepflückten Pflanzen müssen gepresst, getrocknet oder anderweitig konserviert werden. Das sind Tätigkeiten, die Freude machen, die aber auch ihre Zeit brauchen. Was bietet sich dazu besser an als ein trüber Regentag, bei dem man ohnehin keinen Hund vor die Tür jagen würde? So wird schlechtes Wetter zum guten Grund, die eigene Wildpflanzensammlung auf Vordermann zu bringen.

Wildpflanzen als Shikishi-Motiv

Mögen Sie Lyrik? Oder sind Sie vielleicht sogar aktiv oder passiv der japanischen Kunst des Haiku zugetan? Dann bieten Ihnen Ihre eigenen vier Wände die meditative Möglichkeit, mit Ihren eigenen Wildpflanzenfotografien ein so genanntes Shikishi zu erschaffen. Dazu brauchen Sie einen großzügig großen Papierabzug Ihres Lieblings-Wildpflanzenfotos, eine Mußestunde und einen Musenkuss. Während Sie die Ästhetik Ihres Fotos losgelöst von allen Alltagssorgen auf sich wirken lassen, wird Ihnen ein dazu passendes stimmungsvolles Gedicht zufliegen (es muss ja nicht unbedingt ein Haiku sein), welches Sie dann in Ihrer Schönschrift mit einem geeigneten Marker auf das Foto schreiben. Fertig ist das Shikishi. Das können Sie dann für eine stilvolle heimische Dekoration hernehmen, oder als Geschenk einrahmen, oder für Ihren persönlichen Gedichtband vorbereiten, oder … oder was Ihnen sonst gut gefällt. In japanisch orientierten Wohnstuben werden Sie häufig auf solche Shikishi treffen, die regelmäßig neu erfunden und dann frisch ausgewechselt werden. Eine fernöstliche Deko-Idee mit vielen wandlungsfähigen Gesichtern.

Das waren nur drei von vielen möglichen Vorschlägen, auch an trüben Tagen oder in Zeiten eingeschränkter körperlicher Beweglichkeit die Magie heimischer Wildpflanzen auf sich wirken zu lassen. War da schon etwas für Sie dabei? Das wäre schön. Und sollten Sie eine weitere Anregung mit der Wildpflanzen-Community teilen wollen, dann freuen wir uns sehr auf Ihren entsprechenden Kommentar.

– Carina Collany –

Wildpflanzen sind die Motive im ältesten Fotobuch der Welt

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Viele Menschen, die sich für Wildpflanzen interessieren, haben bei ihren Exkursionen in die heimische Botanik immer auch einen Fotoapparat dabei. Schließlich möchte man die entdeckte Urwüchsigkeit ja auch ebenso anschaulich wie ausdrucksstark von der Wildpflanzenwanderung mit nach Hause nehmen. Darum ist es sehr gut möglich, dass auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, bereits das eine oder andere Fotobuch besitzen, das mit den floralen Motiven Ihrer Ausflüge in die Welt der Wildpflanzen erfreut. Und wenn das so ist, dann wird es Sie ganz bestimmt interessieren, dass das wirklich allererste Fotobuch, das jemals angefertigt wurde, tatsächlich der Darstellung von Wildpflanzen gewidmet wurde. Dabei war es eine technisch experimentierfreudige Frau, der wir diese wunderschöne Idee verdanken.

Anna Atkins

genoss als führende englische Botanikerin und Illustratorin ihrer Zeit (1799 – 1871) in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf als begeisterte Wissenschaftlerin. Daher verwundert es nicht, dass sie die Kunde von der Erfindung der

Cyanotopie

(bzw. Cyanographie) zunächst begierig aufgriff und dann für ihre Zwecke selbst einsetzte. Bei diesem Verfahren wird Papier mit bestimmten Chemikalien so vorbehandelt, dass es sich unter dem Einfluss von Licht dauerhaft blau einfärben würde. Legt man nun eine Pflanze flach auf dieses präparierte Papier und „belichtet“ das Ganze anschließend, so bleiben exakt die von der Pflanze bedeckten Areale weiß, während die restlichen Flächen blau werden. Was nach dieser Prozedur übrig bleibt, ist der filigrane fotografische Abdruck der Pflanze, weiß leuchtend auf blauem Hintergrund. Damit sich diese weiße Abbildung später nicht noch ungewollt nachfärbt, wird das belichtete Papier mit Wasser abgewaschen und die färbende Chemikalie damit rückstandsfrei ausgeschwemmt. Fertig ist das Foto! Und weil Anna Atkins mehrere dieser selbst angefertigten Cyanographien kunstvoll zu einem Bildband zusammenheftete, gilt sie sowohl als eine der weltweit ersten Fotografinnen als auch als Erfinderin des Fotobuches.

Wenn Sie sich näher mit dieser faszinierenden Materie befassen möchten, werden Sie die Titel „British Algae: Cyanotype Impressions“ (von 1843) sowie „Cyanotypes of British and Foreign Flowering Plants and Ferns“ (von 1854) direkt ans Suchmaschinen-Ziel bringen. Sofern Sie der Englischen Sprache mächtig sind, ist der nachfolgende Video-Link bestimmt zusätzlich recht aufschlussreich für Sie:

Anna Atkins & the World’s First Photo Book – Objectivity #5‬

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle, die als Hobby eigene S/W Kleinbildfilme entwickeln und anschließend in der eigenen Dunkelkammer Abzüge von den Negativen ziehen: Legt man ein ansprechend und interessant geformtes Pflanzenteil auf das Fotopapier und belichtet dann, erbringt das anschließende und ganz normal erfolgende Entwickeln dieses Papiers ebenso experimentelle wie exklusive Kunstwerke, die durchaus als die Urenkel der Cyanographie gelten dürfen. So werden heimische Wildpflanzen auch heute noch zur faszinierenden und buchstäblich einmaligen Fotokunst im Sinne der Pionierin Anna Atkins.

– Carina Collany –

Wildpflanzen gezielt säen – ja oder nein?

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Eine Wildpflanze ist nach allgemein gültiger Definition eine ohne menschliches Zutun wachsende und damit spontan auftretende Pflanzenart, die sich ihren Lebensraum aus eigener Kraft zunächst erobert und anschließend erhalten hat. Insoweit hat bei den Wildpflanzen nicht der Mensch, sondern allein die Pflanze selbst durch ihre Anpassungsfähigkeit an ihre Umwelt ihr Vorkommen begründet und ihr Territorium stabil eingenommen. Das mag auch der gute Grund dafür sein, dass erstaunlich viele Wildpflanzen schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden dort, wo sie sich gut behaupten können, auch heimisch geworden sind. Dennoch trachtet der Mensch auch hier, obwohl er seitens der Natur eigentlich gar nicht so wirklich gefragt ist, nach Einflussnahme. Und damit erhebt sich die ökologisch ebenso wichtige wie auch durchaus brisante Frage, ob der Mensch durch ein gezieltes Aussäen oder Anpflanzen heimischer Wildpflanzen wider die eingangs vorgestellte Definition handeln sollte, kann oder darf. Der nachfolgende Beitrag will kurz das Pro und Contra einer absichtsvollen und gezielten Ansiedlung von Wildpflanzen durch die Hand des Menschen thematisch anreißen, damit sich alle an heimischen Wildpflanzen Interessierten ihr eigenes und unabhängiges Urteil bilden können.

Wildpflanzen gezielt säen - ja oder nein?

Pro

  • Alle heimischen Wildpflanzen haben geographische Gebiete, an denen sie ganz natürlich wachsen. Wenn man bei der Aussaat oder beim Anpflanzen diese Vorkommensgebiete gewissenhaft beachtet und die Begrenzungen nicht verlässt, verändert man schließlich auch nichts.
  • Sofern beim Aussäen oder beim Anpflanzen ausschließlich reines Wildsaatgut bzw. gebietsspezifisches Wildpflanzgut und/oder Wildgehölze verwendet werden, passiert kein verfälschender Eingriff in die natürliche Wildpflanzenwelt.
  • Durch das gezielte Ausbringen von Wildpflanzen können denaturierte Flächen, durch Monokulturen verarmte Gebiete sowie Zonen mit einem Übermaß an eingeschleppten Fremdgewächsen (so genannte Neophyten) wieder in ihren natürlichen Ursprungszustand zurückgebracht werden. So wird den heimischen Wildpflanzen die Möglichkeit eröffnet, sich ihre angestammten Plätze in der hiesigen Flora zurückzuerobern.

Contra

  • Das Wesen der Wildpflanzen ist durch ihre Selbstbestimmtheit und durch ihre Abschottung vor der Einflussnahme durch den Menschen begründet. Jeder wie auch immer geartete Eingriff in diese Ordnung macht die Wildpflanzen automatisch zu Kulturpflanzen und vernichtet damit schützenswerte unberührte Natur.
  • Der Markt für Wildsaatgut ist inzwischen unübersichtlich stark angewachsen. Wie soll man da noch sicher sein können, dass das erworbene Saatgut auch wirklich und wahrhaftig genetisch unverändert ist und tatsächlich aus der Region stammt? Mit dem Ausbringen vermeintlich unverfälschten Saatgutes kann eine Menge Unheil angerichtet werden. Also lieber Finger weg!
  • Wozu überhaupt künstlich in den Lauf der Dinge eingreifen? Wenn Wildpflanzenarten hierzulande aussterben, dann ist das eben so. Auch das Verschwinden von Wildpflanzen muss als natürliche Veränderung der heimischen Flora begriffen und akzeptiert werden.

Wie ist Ihre Meinung?

Wie Sie gesehen und gelesen haben, kann das Für und Wider des gezielten Wildpflanzen-Anbaus äußerst kontrovers diskutiert werden. Dieser Blogbeitrag hier kann da selbstverständlich nur die Spitze des argumentativen Eisbergs ankratzen. Umso wichtiger ist es darum, dass Sie sich selbst Ihr eigenes qualifiziertes Urteil in der Sache bilden. Falls Sie sich gleich weitergehend mit der Wildpflanzen-Gretchenfrage befassen mögen, können Ihnen die nachfolgend genannten weiterführenden Links zusätzliche Informationen bieten:

Und falls Sie gleich hier an Ort und Stelle losdiskutieren möchten – die Kommentarfunktion steht zu Ihrer vollen Verfügung.

– Carina Collany –