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Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

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Alle Jahre wieder ruft der Botanische Sondergarten Wandsbek zur Abstimmung über die Giftpflanze des Jahres auf. Und auch wenn das Jahr 2015 noch recht jung ist, so hat es seine mit deutlichem Abstand meist gewählte Giftpflanze doch schon gefunden. Es wurde mit 43,4% aller abgegebenen Stimmen der traumhaft blaue

Rittersporn

Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

Dieses betörend schöne Hahnenfußgewächs erfreut das Auge mit der intensiven Leuchtkraft seiner üppigen Blüten und ist insoweit ein gerne gesehener Gast in kultivierten Gartenanlagen. Natürlich muss man dazu wissen, wie gefährlich giftig sämtliche Pflanzenteile des Rittersporns sind. Deshalb muss es unbedingt bei dem visuell ästhetischen Genuss dieser beliebten Zierpflanze bleiben. Das bedeutet für den eigenen Garten, dass Kinder und Tiere vom Rittersporn ferngehalten werden müssen, und dass sich die betörend blaue Pracht ausschließlich in mehr als respektvollem Abstand zu Nutzpflanzen und Gartenkräutern entfalten darf. Werden diese einfachen Vorsichtsmaßnahmen gewissenhaft beachtet, spricht absolut nichts dagegen, mit dem hinreißend schönen Rittersporn den gepflegten Garten zu adeln.

Welche Giftpflanzen wurden auf die Plätze verwiesen?

Auf Platz Zwei der Giftpflanzen-Hitliste 2015 landete mit 21,3% der Stimmen die Kartoffel. Das gemahnt einmal mehr an die nachtschattige Herkunft dieser beliebten Speiseknolle und spricht für die botanische Belesenheit all jener, die die Kartoffel überhaupt erst zur Abstimmung vorgeschlagen haben. An dieser Stelle mag in diesem Zusammenhang der dringende Hinweis genügen, bei einer Kartoffel vor der Zubereitung alles, was grün ist, und natürlich auch alle Auskeimungen, großzügig wegzuschneiden.

Platz Drei ergatterte mit 19,3% der Stimmen der Oleander. Für den Schneeball, der lediglich 16% der Stimmen für sich gewinnen konnte, reichte es leider nur für den vierten und damit letzten Platz.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Selbstverständlich stehen jetzt schon für das Jahr 2016 die giftigen Kandidaten in den Startlöchern. Wer Lust dazu hat, sich sowohl an der Vorschlags-Phase wie auch an der eigentlichen Wahl aktiv zu beteiligen, der kann auf
http://www.hamburg.de/contentblob/1048150/data/gdj-kandidatenvorschlag.pdf
das offizielle Mitmach-Formular einsehen und runterladen. Oder auch in den eigenen regionalen Kreisen eine Wahl zur Giftpflanze des Jahres initiieren.

– Carina Collany-

Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen

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Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen
Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen

Einst war es der Bote der frühlingshaften Vegetationskraft und Symbol der Heiligenkunst im Mittelalter. Die Rede ist vom Maiglöckchen, um das sich so einige Mythen ranken, das viele von alten Heiligenbildchen aus der Kirche kennen und das eigentlich eine giftige Pflanze ist. Aber wie so oft: Die Dosis macht das Gift und bei entsprechendem Umgang wird aus dem Maiglöckchen sehr wirksame Medizin, die auch die alten Griechen schon zu nutzen wussten. Ihr Saft aus dem „Schneetropfen“ wirkte hervorragend gegen Schwindel, Epilepsie, Ohnmacht und Herzbeschwerden.
Aufgrund der früheren sakralen Bedeutung kennt man das Maiglöckchen auch unter den Bezeichnungen Marienglöckchen, Maienlilie, Mairöschen, Maischelle oder Augenkraut.

Maiglöckchenextrakt gegen Herzprobleme

Rein medizinisch gesehen ist das Maiglöckchen eine durchaus nützliche Pflanze, denn sie enthält Glykoside, die das Herz bei Herzschwäche merklich unterstützen können. Die gleichen Stoffe sorgen dafür, dass Herzrhythmusstörungen verschwinden und sich kein Wasser in der Lunge ansammeln kann.
Man nutzt den Extrakt des Maiglöckchens heute in verschiedenen leichteren Präparaten zur Behandlung von Herzinsuffizienz oder bei Überempfindlichkeit gegen Digitalis-Produkte. Die Glykoside des Maiglöckchens wirken sehr rasch und verlassen anschließend den Körper ohne weitere Ansammlung ebenso schnell wieder.
In alter Kräuterkunde spielt das Maiglöckchen ebenfalls eine wichtige Rolle. Damals wurde es vor allem gegen Schwindel, Fallsucht und bei Augenleiden verwendet. Auch bei Ohnmacht, Sprachverlust, Gicht, Entzündungen und Geschwüren wurde gern zum Extrakt des Maiglöckchens gegriffen.
Zeitweise galt das Maiglöckchen sogar als Wunder- oder Allheilmittel, da man damit bedingt auch gegen niedrigen Blutdruck, Asthma, Verstopfung, Hysterie, Nervenschwäche, Parkinson, Epilepsie und Schlaganfall vorgehen konnte.

Maiglöckchen ist trotzdem eine Giftpflanze!

Es sind die Cardenolid-Glykoside, die das Maiglöckchen zur Giftpflanze machen. Die vor allem den Verdauungstrakt reizenden Stoffe finden sich vorwiegend in den Blüten und Blättern der Pflanze. Vor allem die Blätter sind tückisch, da sie denen des genießbaren Bärlauchs sehr ähnlich sehen. In größeren Mengen besteht durchaus Gefahr für die Gesundheit, eine schwere Vergiftung ist aber eher selten die Folge.
Vorsicht bei Kindern: Sie finden die roten Früchte des Maiglöckchens oft faszinierend und pflücken und naschen gern ungeniert drauf los. Hier besteht echte Gefahr. Gefährlich ist übrigens auch schon das Blumenwasser, in dem Maiglöckchen gestanden haben!
Eine Vergiftung durch Maiglöckchen erkennt man unter anderem an Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sehstörungen und Schwindel. Besonders starke Vergiftungen können auch Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen.

Daniel Deppe