Vollkorn: Gesunder Fettkiller

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Eine neueste im American Journal of Clinical Nutrition erschienene Studie von Forschern der Pennsylvania State University ergab, dass Diäten in Einbindung mit vermehrter Aufnahme von Vollkorngetreideprodukten die Gesundheit verbessern und somit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen können.

Vollkorn: Gesunder Fettkiller

Probanden wurden in zwei Diät-Gruppen geteilt: „Vollkorn“ und „Weißes Mehl“

Heather Katcher und ihr Forschungsteam untersuchten im Rahmen dieser Studie die positive Wirkung einer kalorienreduzierten Diät auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit einem Metabolischen Syndrom (MTS). Das Metabolische Syndrom setzt sich aus Fettstoffwechselstörungen (gesundheitsgefährdend veränderte Blutwerte), Bluthochdruck und Übergewicht zusammen, das sich im Fettgewebe in der Bauchhöhle ansetzt – und die Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten begünstigt.

50 fettleibige Teilnehmer, darunter 25 Frauen und 25 Männer zwischen 20 und 65 Jahren, die an diesem Syndrom litten, wurden in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen erhielten dieselben Diätempfehlungen, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse, drei Mal täglich fettarme Milchprodukte und 2 Mal mageres Fleisch, Fisch oder Geflügel zu sich zu nehmen.
Zudem sollten beide Gruppen im Laufe dieser 12-wöchigen Untersuchungsreihe ein vernünftiges Maß an körperlichen Aktivitäten durchführen. Eine der Gruppen wurde zudem angewiesen, anstatt Produkte aus weißem Mehl wie weißem Gebäck, Teigwaren und Reis ausschließlich Vollkornprodukte (ungeschälten/unpolierten Reis, Hafermehl, Vollkornbrote, etc.) zu sich zu nehmen, während die andere Gruppe angeleitet wurde, Vollkornprodukte bewusst zu meiden.

Das Ziel dieser Studie war, herauszufinden, ob Vollkornprodukte im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät (500 kcal weniger pro Tag) die Gewichtsabnahme steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Untersuchungsergebnisse überraschten die Forscher

Heather Katcher und ihr Team kamen nach Auswertung der Probandenwerte zu dem Ergebnis, dass beide Gruppen Gewicht, Taillenumfang und Körperfett im selben Maße – durchschnittlich 8 bis 10 Pfund (3,6 bis 4,5 Kilogramm) – abgenommen hatten. Ebenso sank bei beiden Gruppen der LDL- und HDL-Cholesterin-Wert.

Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren dennoch gravierend. Die Vollkorn-Gruppe hatte unabhängig vom Gewichtsverlust um 38 % weniger C-reaktives Protein (CRP) im Blut als zuvor. Die Werte der Vergleichsgruppe blieben gleich. C-reaktives Protein ist ein Entzündungsmarker, der vermehrt durch weißes Mehl ausgeschüttet wird und bei zu hohen Werten zu Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen führen kann. Magnesium und Ballaststoffe waren im höheren Maße ebenso nur in der vollkornorientierten Gruppe zu finden. Besonders bemerkenswert im Vergleich ist jedoch die vermehrte Abnahme des Körperfetts in der Bauchregion lediglich bei der Vollkorn-Gruppe. Gerade zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle führt zu zahlreichen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfällen.

Das Forscherteam kam zu dem Schluss, dass beide kalorienreduzierte Diäten wirkungsvolle Maßnahmen sind, um mit Gewichtsverlust die Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Jedoch gab es große Unterschiede bei der Abnahme von Körperfett in der Bauchregion. Dies sei die erste Studie, die nachweisen könne, dass eine Diät mit vielen Vollkornprodukten zu Gewichtsverlust führe und gleichzeitig das Risiko chronischer Krankheiten reduziert, berichten die Forscher.

Gefährliches Fettgewebe am Bauch

Fettgewebe, das sich vor allem am Bauch ansiedelt, bedeutet ein hohes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) warnt vor diesem von Übergewicht ausgelösten Metabolischen Syndrom, an dem bereits mehr als ein Fünftel der Bevölkerung leidet.

Da Fettgewebe als hormonell aktives Gewebe neben der Energiebildung auch die Bildung von Substanzen und Botenstoffen wie Leptin, Resistin, Adiponektin und Tumor-Nekrose-Faktor alpha zur Aufgabe hat, kommt durch vermehrt vorhandenes Fettgewebe der Hormonhaushalt durcheinander. Diese Hormone erhalten die Energiedepots im Körper konstant, beeinflussen aber auch die Insulinsensitivität der verschiedenen Zielgewebe, den Blutdruck und die Blutgerinnung, so Prof. Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, in einem Artikel im Ärztemagazin PHOENIX. Muskeln, Gehirn und Gefäße sind dadurch unmittelbar betroffen, Entzündungen und Erkrankungen wie Ateriosklerose und Diabetes können laut DGE die Folge sein.

Der ideale Bauchumfang bei Männern beträgt bis zu 94 Zentimeter, bei Frauen höchstens 80. Misst man mehr als 88 Zentimeter Bauchumfang bei der Frau und mehr als 102 cm beim Mann, so besteht bereits ein absolut hohes Risiko chronisch zu erkranken.

Fazit

Einseitige, zu fettreiche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen für das um sich greifende Übergewicht in der westlichen Zivilisation. Ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Verzehr von Vollkornprodukten anstatt Produkten aus nährwertlosem weißen Mehl und geschältem Reis scheinen die Lösung für dieses mittlerweile überhand nehmende Problem zu sein. Forscher der Penn State University raten jedoch, beim Kauf von Vollkornprodukten darauf zu achten, dass mindestens 51% aus Vollkorn besteht. Dr. Katcher warnt ebenso vor einer allzu vollkornlastigen, einseitigen Ernährung. Die Mischung aus den verschiedensten, fettarmen, aber nährstoffreichen Lebensmitteln hilft beim gesunden Abnehmen, sowie regelmäßige körperliche Bewegung, das Essen kleinerer Portionen und die Reduktion von fetthältiger Nahrung sowie das Essen von mehr Obst und Gemüse.

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