GASTARTIKEL: Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)

Posted on

Die Deutsche Schwertlilie zählt zur Familie der Schwertliliengewächse und findet sich in vielen deutschen Gärten. Botanisch gesehen handelt es sich um eine Staude.

Schon seit der Antike sind Schwertlilien die Pflanzen der Götterbotin Iris. Iris hatte die Aufgabe die Seelen der Verstorbenen entlang eines Regenbogens in das Reich des Friedens zu begleiten. Diese Tradition ist noch heute im Orient sichtbar. Dort ist die Iris, weiß oder blau, eine beliebter Grabschmuck. Dieser Mythos wurde auch in die christliche Religion übernommen. Im Christentum wird der Regenbogen als Symbol für den neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gedeutet. Dafür steht die Schwertlilie. Durch die Kreuzritter kam die Pflanze nach Deutschland und im Mittelalter wurden der Schwertlilie magische Kräfte zugeschrieben. Sie diente der Feindabwehr und wurde daher auf Burgfelsen angepflanzt. Ihre Ursprünge liegen sowohl in Kleinasien als auch in den südosteuropäischen Steppen.

Beschreibung der Pflanze

Es handelt sich bei der Deutschen Schwertlilie um eine typische Art, die der ganzen Pflanzenfamilie den Namen gegeben hat. Je nach Standort wird sie zwischen 40 cm und 90 cm hoch. Sie hat einen sehr kräftigen Wurzelstock (Rhizom). Dieses Rhizom ist vor allem als Veilchenwurzel bekannt. Der Name ist allerdings irreführend, denn mit der Pflanze Veilchen hat die Veilchenwurzel nichts zu tun (Quelle: www.veilchenwurzel.de).

Die Blätter, zwischen 30 cm und 70 cm lang, haben die Form eines Schwertes und sind graugrün und manchmal wie ein Säbel gebogen. Die Blüte besteht aus drei äußeren Blütenblättern, die ca. 8 cm lang sind und eine violette bis tiefblaue Farbe aufweisen. Im unteren Teil ist die Blüte gelb und hat zottige Auswüchse, die als Bart bezeichnet werden. Darauf folgen wieder drei innere Blütenblätter in der gleichen Farbe. Nach der Bestäubung durch Bienen oder Hummeln kommt es nur in ganz seltenen Fällen zu einer Fruchtbildung. In unseren Breiten ist die Pflanze steril, d. h. sie kann nur über die Wurzel vermehrt werden.

Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)
Deutsche Schwertlilie (Iris germanica)

Pflanzen und pflegen

Die Iris germanica ist eine winterharte Staude und braucht einen sonnigen, windgeschützen Standort. Aus optischen Gründen wird sie gern in den hinteren Teilen des Blumenbeets gepflanzt. So erzielen die Blüten ihre volle Wirkung, in dem sie die anderen Blumen überragen.

Zuviel Feuchtigkeit und Staunässe sollte vermieden werden. Ist der Boden stark lehmhaltig, empfiehlt sich eine Aufbesserung durch Sand. Ist der Boden stark verdichtet, empfehlen Experten vor der Pflanzung eine dünne Drainageschicht aus Kiesel.

Die beste Pflanzzeit ist zwischen August und Oktober. Die Wurzel soll zu zwei Drittel in der Erde sein, ein Drittel über der Oberfläche bleiben. Um das Einwurzeln zu erleichtern, sollte direkt nach dem Einsetzen für ausreichend Wasser gesorgt werden. Hat die Pflanze Wurzeln gebildet, braucht sie nur bei langanhaltender Trockenheit Wasser und ist auch sonst sehr anspruchslos und bedarf keiner weiteren Pflege. Düngen ist in der Regel auch nicht notwendig.

Schwertlilien gedeihen am schönsten, wenn sie einfach vor sich hinwachsen können. Obwohl Schwertlilien winterhart sind, müssen sie auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Die verwelkten Blüten mit einem scharfen Messer oder Schere abschneiden, ebenso bräunliche Blätter. Wenn nach einigen Jahren die Blütenbildung weniger wird, ist die Zeit gekommen, die Pflanze zu teilen. Dadurch wird das Wachstum angeregt und die Schwertlilie erstrahlt wieder in der gewohnten Pracht.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.