Die Magie der Wildpflanzen

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Es hat Zeiten gegeben, in denen umfassendes Wildpflanzenwissen mit unheiligem Hexenwissen gleichgesetzt und dementsprechend verteufelt wurde. So manche heilkundige Kräuterfrau hat in diesen dunklen Tagen ihre naturbezogene Sachkunde mit Leib und Leben bezahlen müssen. Zum Glück gehören diese geistig unaufgeklärten und dogmatisch düsteren Epochen längst der Vergangenheit an. Heute gereicht es allen Freunden und Kennern heimischer Wildpflanzen zur Ehre, ihr grünes Thema sowohl in belesener Breite als auch in fachlicher Tiefe eloquent zu beherrschen. Deshalb sind, neben geführten Wildpflanzenwanderungen und gastronomisch perfektionierten Wildpflanzen-Spezialitäten, auch wieder Fragen und Antworten zur den magischen und pharmakologischen Wirkungen von Wildpflanzen erlaubt. Und dazu gibt es wirklich jede Menge handfestes Wissen. Wenn Sie sich dazu erste Einblicke verschaffen möchten, können die nachfolgenden beiden Links sicher hilfreich für Sie sein:

Von der Magie der Wildkräuter – Wanderung der Nabu-Gruppe Dieburg mit Botanikerin stößt auf großes Interesse

55 Wildpflanzen im Portrait (Hrsg.: Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW)

Die Magie der Wildpflanzen

Heilkräftige Wildpflanzen

verdanken ihre positiven Effekte keinem mystisch klabystischen Hokuspokus, sondern wissenschaftlich nachweisbaren Inhaltsstoffen mit gut dokumentierten medizinischen Wirkmechanismen. Da hat es nichts mit Magie und schon gar nichts mit Zauberei zu tun, wenn Salben, Auszüge, Teezubereitungen oder Presslinge aus Wildpflanzen lindernd und wohltuend gegen das eine oder andere Zipperlein helfen. Sogar das Räuchern mit Wildpflanzen hat eine echte Wirkung, da die dabei erhitzten und in die Luft abgegebenen natürlichen ätherischen Öle antibakteriell und mithin reinigend sowie desinfizierend wirken. Auf dem Hintergrund dieser fast schon banalen Erkenntnisse stellen sich die vermeintlichen Zauberkünste kräuterkundiger Frauen als absolut natürliche praktische Anwendungen aus dem prall gefüllten Apothekerschrank der Natur da. Nichts, worüber man sich als aufgeklärter Mensch wundern müsste. Staunen über die salutogene Vielfalt der Natur ist dabei natürlich trotzdem immer erlaubt. Als ausgewähltes Beispiel möge hierzu an die vielfältige Heilkraft natürlicher Bitterstoffe in Wildpflanzen erinnert werden, die hier im Wildpflanzenblog bereits ausgiebig thematisiert wurden.

Kräuterkraft für ein erfolgreiches Leben

Natürlich steht es spirituell aufgeschlossenen Menschen grundsätzlich frei, die wissenschaftlich belegten Kräfte wilder Pflanzen und Kräuter mit etwas zusätzlicher Gedankenkraft und mit freundlich positivem Glauben aufzuladen. Warum auch nicht? Wer sich etwas mit den Lehren von Rupert Sheldrake auskennt, der weiß, dass das „schöpferische Universum“ mit seinem „morphogenetischen Feld“ jede Art des achtsamen und respektvollen Umgangs mit den Ressourcen der Natur postwendend honoriert. Da kann es durchaus sein, dass ein wildes Kräutlein umso besser heilt und hilft, je mehr man daran glaubt. Daran ist absolut nichts auszusetzen. In diesem Zusammenhang könnte Sie der nachfolgende Link auf den Geschmack bringen:

Das magische Kräuterlexikon

Wildpflanzen-Gastronomie

Auch zeitgeistige Gastronomen wissen inzwischen die Magie der Wildpflanzen für ihre anspruchsvolle Klientel zu nutzen. Immer mehr Restaurants bieten, wie eingangs bereits kurz erwähnt, spezielle Gourmet-Menüs auf Wildpflanzen- und Wildkräuterbasis an. Sogar Catering-Dienstleister können bereits mit diesem trendigen Gourmet-Thema aufwarten. Falls Sie sich für diese eher kommerzielle Variante des Wildpflanzenangebots interessieren, können Sie hier
Wildpflanzen-Gastronomie nachlesen, wo Sie derzeit in Österreich und in Deutschland ausgewiesene Wildpflanzen-Gastronomie vorfinden. Allerdings schmeckt auch das beste Wildpflanzen-Gericht zu Hause und selbst zubereitet wahrscheinlich immer noch am allerbesten. Getreu dem Motto: Wozu in die Ferne schweifen, sieh, das Gute wächst so nah!

Nun möchte ich Ihnen am Schluss dieses Beitrags noch etwas virtuellen Liebstöckel da lassen. Möge Ihnen dieses zauberhafte wilde Kraut jede Menge Erfolg bescheren, Ihre Gesundheit schützen, Ihre Kräfte stärken und Ihr Herz erfreuen.

– Carina Collany –

GASTARTIKEL: Mönchspfeffer

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Mönchspfeffer ist ein lange bekanntes Mittel gegen allerlei Frauenleiden und hat den botanischen Namen Vitex agnus-castus Verbenaceae. Es handelt sich um ein sogenanntes Eisenkrautgewächs, das auch unter dem Namen Keuschlamm bekannt ist. Viel Interessantes findet man zum Mönchspfeffer unter www.moenchspfeffer.de

Mönchspfeffer

Die Pflanze

Der Mönchspfeffer kann ein bis sechs Meter hoch wachsen und bekommt dann einen verholzten Stamm. Dadurch hat die Pflanze einen baumartigen Charakter oder ähnelt einem Strauch. Die Zweige mit ihrem besonderen Aussehen sind wie ein Vierkant geformt und grau gefilzt. Die Blüten sehen Ähren ähnlich und sind blau bis rosa oder weiß. Außerdem duften sie intensiv.

Die Früchte

Benutzt werden die Früchte, wenn sie reif und getrocknet sind. Die 3-4 mm großen runden oder ovalen Früchte sind im Inneren rot-schwarz und viersamig. Beheimatet ist die Pflanze vom Mittelmeer bis nach Westasien, von wo auch heute noch die Ernte exportiert wird.

Das Heilmittel

Einige der Inhaltsstoffe der Früchte machen den Mönchspfeffer so wertvoll als Arznei. Dies sind Iridoide, Flavonoide, Diterpende, ätherische Öle und fettes Öl.
Die Geschichte des Mönchspfeffers
Schon im Mittelalter war der Mönchspfeffer bekannt. Er sollte Mönche und Nonnen dabei helfen, das Keuschheitsgelübde einzuhalten. Denn angeblich konnte die Pflanze den Geschlechtstrieb dämpfen. Zu diesem Zweck trugen die Ordensmitglieder Amulette mit Mönchspfeffer. Die Früchte wurden zudem als Würze in der Klosterküche genutzt. Diese Wirkung darf allerdings angezweifelt werden. Heute wird der Mönchspfeffer bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Die Pflanze, so weiß man heute, hemmt das Hormon Prokalin, das während der Schwangerschaft und in der zweiten Hälfte des Zyklus ausgeschüttet wird.

Die Anwendungen des Mönchspfeffers

Heute sind verschiedene Anwendungen bekannt, wie PMS oder Fruchtbarkeitsstörungen. Auch während des Abstillens wird er gern verschrieben. Die während des PMS auftretenden Symptome wie Gewichtszunahme, Spannungen in der Brust und Nervosität nehmen mit hoch dosiertem Mönchspfeffer ab.

Verschiedene Präparate

Die auf dem Markt befindlichen Präparate beinhalten alkoholische Auszüge aus den Früchten der Pflanze. Sie können als Kapsel oder Dragee sowie als Tablette eingenommen werden. Der darin enthaltene Trockenextrakt oder eine Tinktur, die als Tropfen hergestellt wird, werden gegen die o.g. Beschwerden eingenommen.
Unterschiede zwischen den Präparaten gibt es in verschiedenen Droge-Extrakt-Verhältnissen. Dieses beschreibt, wie viele Teile der Trockendroge einem Teil Extrakt entspricht. Beispielsweise wird ein Präparat mit dem Verhältnis 10:1 so hergestellt, dass für ein Gramm Trockenextrakt 10 g Früchte des Mönchspfeffers verwendet wurden. Sollte jemand mit einem der Präparate nicht zufrieden sein, kann es durchaus Sinn machen, auf ein scheinbar gleiches Präparat eines anderen Herstellers umzusteigen. Denn die Art der Verarbeitung ist nicht gleich und hat daher auch nicht die gleichen Ergebnisse.
Außerdem ist zu beachten, dass eine Behandlung erst nach mehreren Wochen der Einnahme anschlägt; zudem muss auch dann das Präparat weiterhin eingenommen werden. Eine Absprache mit dem Arzt ist sinnvoll, auch hinsichtlich der Einnahme-Regeln. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Mönchspfeffer nicht eingenommen werden.

GASTARTIKEL: Nachtkerzenöl

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Schnell vermehrt sich die Nachtkerze, eine Pflanze, die anspruchslos ist, aber das wertvolle Öl liefert. Ihren Namen hat sie dem Umstand zu verdanken, dass sie nur im Dunkeln ihre großen gelben Blüten entfaltet. Dabei verströmt sie einen prägnanten Geruch.

So wird das Öl gewonnen

Aus dem Samen der Nachtkerze wird das Öl gewonnen, wobei auch andere Pflanzenbestandteile genutzt werden können. Denn die Pflanze und auch die Wurzeln sind essbar. Weitere sogenannte Nachtkerzengewächse – rund 120 Arten sind bekannt – stehen für die Ölgewinnung zur Verfügung. Doch das übliche Nachtkerzenöl wird aus der klassischen Nachtkerze gewonnen.

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl in der Medizin

Für die äußerliche Anwendung wird das Öl direkt aufgetragen, und zwar auf Haut- oder Gelenke, wenn diese entzündet sind. Von innen kann Linderung von Entzündungen ebenfalls bewirkt werden. Dafür gibt es das Präparat in Kapselform.
Doch nicht nur die menschliche Medizin ist es, die das Nachtkerzenöl zu schätzen weiß. Auch Veterinäre sind von der Wirkung begeistert. So wird manches Tierfutter damit angereichert und auch Hautprobleme von Vierbeinern werden damit behandelt.
Die medizinische Wirkung des Öls wurde bereits im Mittelalter erkannt. Die Wirksamkeit bei Neurodermitis und Empfindungsstörungen durch Diabetes oder Spannungsgefühlen in der Brust sind inzwischen nachgewiesen. Folgende Krankheiten können damit behandelt werden:

  • Hautentzündungen
  • rheumatoide Arthritis
  • Wunden
  • Juckreiz und Trockenheit der Haut
  • Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte
  • Kopfschmerzen
  • Allergien (Heuschnupfen)
  • Regulierung des Fettstoffwechsels
  • PMS und vieles mehr

Besonders gut hilft das Öl gegen trockene Haut, wenn es als Kosmetikprodukt auf betroffene Hautpartien aufgetragen wird. Als Kur können auch hier Kapseln eingenommen werden. Doch diese müssen über mehrere Wochen angewendet werden, bis sich der Erfolg zeigt. Gleichzeitig mit der Verbesserung der Haut wird auch Haarausfall entgegengewirkt und brüchige Nägel werden stabiler.

Mit Nachtkerzenöl jünger wirken

Inhalt des Öls sind essenzielle Fettsäuren, die die Verbesserung des Hautbildes zur Folge haben. Denn Schädigungen können beseitigt werden, die für älteres Aussehen verantwortlich sind. Außerdem kann die Bildung von Krebszellen gehemmt werden. Dadurch wirkt das Nachtkerzenöl verjüngend, was sich aber nicht nur in der Haut zeigt, sondern auch in einem allgemeinen Wohlbefinden von innen. Mehr Lebensfreude und Vitalität sind die Folge. Weiteres Interessantes findet man dazu unter www.nachtkerzenoel.net.

Vegane Salate mit (Wildpflanzen)Pfiff

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Fleischlose Mahlzeiten und Rezepte ohne tierliche Zutaten liegen voll im gesundheitsbewussten Trend. Damit tut man erstens sich selbst und zweitens der Umwelt etwas wirklich Gutes. Dabei sind gerade frische knackige Salate sowohl eine Gaumenfreude als auch ein Augenschmaus. Sie sind schnell zubereitet, man muss dafür auch nicht am Herd stehen (gerade an heißen Sommertagen ein cooler Pluspunkt) und kostengünstig sind die vitamin- und ballaststoffreichen Köstlichkeiten außerdem. Das sind viele gute Gründe, hier exemplarisch drei pfiffige Salatideen vorzustellen, die selbstverständlich, ganz nach Saison, mit frischen Wildkräutern den letzten geschmacklichen Schliff erhalten dürfen. Da kann gerne experimentiert werden; natürlich regt auch das Nachschlagen hiesiger Beiträge im Kapitel „Kulinarisches“ sowohl die Phantasie als auch den Appetit an.

Vegane Salate mit (Wildpflanzen)Pfiff

Apfel-Karotten-Salat

Sie brauchen

  • jeweils gleich viele Äpfel und Karotten (immer mittlere Größe)
  • wahlweise eine unbehandelte Zitrone zum Auspressen oder Zitronensaft
  • Rohrzucker, Ahornsirup oder eine andere Süße Ihrer Wahl
  • Salz
  • ein gutes kaltgepresstes Öl mit allenfalls leichtem Eigengeschmack

Äpfel und Karotten wahlweise durch die Reibe schicken oder mit einem geeigneten Messer in kleine feine Stücke schneiden. Da rohe Karotten einen recht festen Biss haben, sollten die Karottenstücke lieber zu fein als zu grob in der Salatschüssel landen. Apfel- und Karottenraspel werden zusammen mit dem Zitronensaft gut durchmischt. Das gibt eine frische Note und verhindert zugleich, dass die Apfelstückchen unappetitlich braun werden. Das Ganze nun noch leicht salzen und mit der Süße abschmecken. Jetzt können, ganz nach Lust und Laune, noch fein gewiegte Wildkräuter mit in die Mischung. Einen herrlich exotischen Touch bekommt dieser Salat beispielsweise durch die Zugabe von frischen Pfefferminzblättern. Zum Schluss kommt noch ein guter Schuss Öl dazu, damit die fettlöslichen Vitamine in den Karotten auch die Gelegenheit haben, nach dem Essen dem Stoffwechsel zur Verfügung zu stehen. Außerdem ist ein gutes Öl ohnehin immer ein gesunder Genuss.

Bunter Gemüsesalat mit Vinaigrette-Dressing

Sie brauchen

  • Gelbe, grüne, rote und orangefarbene Paprikaschoten
  • Strauchtomaten
  • Karotten
  • Lauch
  • Frühlingszwiebeln
  • Salatgurke
  • Balsamico-Essig und ein gutes kaltgepresstes Öl
  • Salz & Pfeffer

Das gesamte Gemüse wird in mundgerechte kleine Stückchen geschnippelt. Die Karotten sollten fein gestiftet oder geraspelt werden. Die ganze kunterbunte knackfrische Mischung findet dann in einer großen Salatschüssel zusammen und wartet dort auf die Hochzeit mit der Vinaigrette. Diese wird aus einem Drittel Balsamico und zwei Dritteln Öl hergestellt und mit Pfeffer und Salz würzig abgeschmeckt. Kleiner Tipp: Ein Schuss Wasser macht die Vinaigrette etwas dünnflüssiger, wodurch sie sich leichter über die Salatzutaten verteilt. Nun dürfen auch wieder, sofern gewünscht, die Wildkräuter kräftig mitmischen. Am besten hebt man eine ordentliche Portion selbst gemachtes Löwenzahn-Pesto mit unter. Dann schmeckt’s auf alle Fälle. Und wo wir schon beim Thema Löwenzahn sind, darf natürlich auch ein Rezept für

Löwenzahnsalat

nicht fehlen.

Sie brauchen

  • ein knappes Pfund Löwenzahnblätter aus dem eigenen Garten
  • so viele noch komplett geschlossene Löwenzahn-Blütenknospen, wie Sie ernten können
  • Mandelplättchen
  • Balsamico-Essig und ein gutes kaltgepresstes Öl
  • Frühlingszwiebeln
  • einen Bund Blattpetersilie
  • Salz & Pfeffer
  • Margarine oder Öl zum Braten

Die Löwenzahnblätter gründlich waschen, putzen und gut abtropfen. Eine Salatschleuder kann hier durchaus gute Dienste leisten. Anschließend die gesäuberten Löwenzahnblätter in eine mundgerechte Größe zurechtzupfen und die Blattstückchen in eine Salatschüssel geben. Dem Löwenzahn folgen die fein gewiegten Frühlingszwiebeln sowie die fein gehackte Blattpetersilie in die Salatschüssel nach. Damit wäre die grüne Salatgrundmasse fertig.

Aus Öl, Balsamico, Salz und Pfeffer wird eine herzhafte Vinaigrette angerührt und bereitgestellt.

Jetzt kommt der Clou in Form von knusprig gerösteten Löwenzahnknospen. Dazu werden die geschlossenen Knospen in der Pfanne wahlweise in hitzebeständigem Öl oder in Margarine sanft angebraten. Dazu kommen noch die Mandelplättchen sowie eine Prise Salz. Während es in der Pfanne lieblich und zart schmort, wird die Vinaigrette in die grüne Salatbasis gekippt. Das Ganze kräftig durchheben und den Salat dann mit den noch warmen veganen „Croutons“ aus der Bratpfanne krönen.

Na? Läuft inzwischen auch Ihnen schon das Wasser im Munde zusammen? Ich habe mich jedenfalls gerade selbst hungrig geschrieben 😉

– Carina Collany –

Wildpflanzen liefern wertvolle Bitterstoffe für das Wohlbefinden

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Die in den heutigen Supermärkten erhältlichen Gemüse, Salate oder Kräuter sind in aller Regel speziell für den westeuropäischen Geschmack gezüchtet und kultiviert. Das bedeutet im Klartext: Es finden sich kaum noch natürliche Bitterstoffe in den kommerziellen Speisepflanzen, weil die Geschmacksrichtung „bitter“ von der überwiegenden Mehrheit der Käufer und Konsumenten als ausgesprochen unangenehm abgelehnt wird. Was da beispielsweise aus frischem Chicorée (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/chicoree-gesundes-wellness-gemuese-mit-biss/) oder knackigen Rucola-Blättern noch mild herausgeschmeckt werden kann, ist schon das höchste der zulässigen bitteren Geschmacksgefühle. Das mag man sich auf der verwöhnten Zunge zergehen lassen – für unsere Gesundheit ist dies allerdings absolut kein Zugewinn. Denn viele natürliche Bitterstoffe sind für den Magen, den Darm und all die komplexen Stoffwechselprozesse im Rahmen der Verdauung ein wahrer Segen. Doch wie kann man sich das rundum gesunde Maß an förderlichen Bitterstoffen auf ganz einfach Art und Weise wieder zurück auf den Speiseplan holen? Sie ahnen es bereits: Mit Wildpflanzen.

Wildpflanzen liefern wertvolle Bitterstoffe für das Wohlbefinden
Tausendgüldenkraut

 

Genuin bittere Gemüse, Gewürze und Kräuter

wie beispielsweise Artischocken, Radicchio, Endiviensalat, Rucola, Gelbwurz, Tausendgüldenkraut, Wermut, Bockshornklee, Wacholder oder Löwenzahn (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loewenzahnpesto-wird-unkraut-urgesund/) helfen uns, den Bauch und das Befinden wohlig im Gleichgewicht zu halten. Diese Tatsache kennen und nutzen traditionelle chinesische Mediziner (Stichwort TCM), Vertreter der Ayurveda-Lehre und alle Fans der kräuterkundigen Hildegard von Bingen. So kann durch den gezielten Genuss bitter schmeckender Kräuter solchen Zivilisations-Übeln wie Übergewicht, Diabetes oder Koronarerkrankungen wirksam vorgebeugt werden. Und auch bei bereits bestehenden entsprechenden Krankheitsbildern sollen durchaus schon therapeutische Erfolge mit speziell verabreichten Bitterkräutern beobachtet worden sein. Es lohnt sich also, einen tieferen Blick auf dieses Thema zu werfen.

Welche pflanzlichen Bitterstoffe sollte man kennen?

Für eine sinnvolle Nahrungsergänzung mit bitteren Wildkräutern sind die so genannten

1) reinen Bitterstofflieferanten,
2) bitteren ätherische Öle,
3) bitteren Scharfstoffe,
4) Gerbstoffe und
5) bitteren Schleimstoffe

von Bedeutung. Diese fünf Kategorien sollen nachfolgend kurz angerissen werden:

Reine Bitterstoffe

sind enthalten in gelbem Enzian, Tausendgüldenkraut, Fieberklee, Andorn, Benediktinerkraut, Hopfen, Mariendistel, Löwenzahn, Wermut und Condurang. Diese Pflanzen provozieren die Wahrnehmung von „bitter“ im Mund und bringen dadurch sämtliche an der Verdauung beteiligten Drüsen auf Touren. Auch Galle und Leber werden zweckdienlich hochgefahren, wodurch, insbesondere nach einem üppigen Festmahl, Völlegefühl, Fettunverträglichkeit und Blähungen wirksam vorgebeugt werden kann. Interessanter Weise wirken diese Bitterchen aber auch gegen Appetitlosigkeit sowie gegen ein übermäßiges Verlangen nach Süßem. So kann eine erwünschte Gewichtsregulierung auf natürlichste Weise herbeigeführt werden.

Bittere ätherische Öle

liefern uns Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Quendel, Lorbeer, Estragon, Liebstöckel, Thymian, Beifuß, Kalmus, Kurkuma, Engelwurz, Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander und Dill. Die medizinisch hoch potenten ätherischen Öle sind die natürlichen Feinde von Darmpilzen, schädlichen Bakterien, Fäulniskeimen und sogar von Würmern. Zusätzlich regen sie die Nierenfunktion an und tragen dadurch zu einer milden Blutreinigung bei.

Bittere Scharfstoffe

Diese kleine aber feine Gruppe besteht im Wesentlichen aus Pfeffer, Ingwer und Galgant. Man sagt diesen Gewürzen aus fernen Ländern eine den Kreislauf entlastende Wirkung nach.

Gerbstoffe

Dazu sei die Chinarinde benannt, bei deren Genuss sich buchstäblich alles zusammenzieht. Das bringt die Schleimhäute in Schwung und den Schleim in Fluss, wofür das schwer arbeitende „Reinigungspersonal“ in Magen und Darm enorm dankbar ist.

Bittere Schleimstoffe

Hier finden sich das Isländische Moos sowie viele lösliche Ballaststoffe (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loesliche-ballaststoffe-fuer-gute-darmgesundheit/). Diese Stoffe schmieren den Darm und füttern gleichzeitig die guten Darmbakterien, wodurch die nicht erwünschten schlechten Bakterien auf Dauer aus dem Darm ferngehalten werden können.

Bitterstoffe sind auch für manche Tiere wichtig

So sehr sich unser Darm und unsere gesamte Verdauung über sinnvoll zugeführte wildpflanzliche Bitterstoffe freuen, so notwendig kann es auch für bestimmte Haustiere sein, es sich öfter mal bitter munden zu lassen. So sind es tatsächlich ganz natürliche Heil- und Bitterkräuter, die Reptilien mit empfindlichen Atemwegen, wie z.B. den beliebten Bartagamen, deutliche Linderung bringen. Dazu können Tierärzte und Tierheilpraktiker bei Interesse an entsprechender Futterergänzung nähere Auskünfte geben. Ganz allgemein mag gesagt sein, dass speziell die Bartagamen sich über Acker- und Zaunwinde, Ahornblätter, sämtliche ungiftigen Wildkräuter, Brennesselblüten und -blätter, Gänseblümchen, Giersch, Haselnuss- und Weinblätter, Kapuzinerkresse, Klee, geputztes Kürbisfleisch, Löwenzahn, Okraschoten, Pastinaken, Ringelblumen, Ruccola, Taubnesseln, Vogelmieren, Zucchinistückchen sowie Zuckerrübenblätter im Futternapf freuen.

Und noch ein kleiner Tipp

für Sie, wenn Sie es sich zur Pflege Ihrer Verdauungsorgane mit dem Thema „Bitter macht lustig“ recht einfach machen möchten: Googeln Sie doch mal nach dem Stichwort „Schwedenkräuter“ und kommen Sie auf den bittergesunden Geschmack dieser altbewährten Wildkräutermischung sowie ihrer zahlreichen Zubereitungen. Ihr Darm und Ihre gute Laune werden es Ihnen sicher danken.

– Carina Collany –

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

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Bei gutem Wetter und guter Gesundheit sind heimische Wildpflanzen für bewegungsfreudige Naturliebhaber ein tolles Freizeit-Thema. Doch wenn es draußen stürmt und schneit, oder wenn man mal nicht so gut zu Fuß oder nicht ausreichend sicher auf den Beinen ist, scheint das herrlich wilde Grün in weite Ferne zu rücken. Glücklicher Weise gibt es aber auch bei ungemütlicher Witterung oder bei eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit, heimische Wildpflanzen in den Mittelpunkt des persönlichen botanischen Interesses zu stellen. Was es dabei so alles zu entdecken gibt, soll jetzt kurz angerissen werden.

Heimische Wildpflanzen als Allwetter-Hobby

Wildpflanzen im Bücherregal

Keine Sorge, Sie sollen jetzt hier nicht mit den üblichen Bestimmungsbüchern à la „Was blüht denn da?“ gelangweilt werden. Tatsächlich sind Wildpflanzen ein literarisches Thema, das weit über die bloße botanische Klassifizierung hinausgeht. So sind Wildpflanzen inzwischen längst in den Fokus ganzheitlicher Ernährungswissenschaften gerückt. Diesen aktuellen Trend haben wir hier selbstverständlich auch schon themenbezogen abgebildet, wie Sie bereits in diversen Beiträgen (z.B. hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/wildpflanzen-als-natuerliche-naehrstofflieferanten/#.VRlrA2banFQ oder hier http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loewenzahnpesto-wird-unkraut-urgesund/#.VRlrNWbanFQ) lesen konnten. In der Tat bietet der Buchhandel derzeit eine Fülle von durchaus praxistauglichen Werken an, die sich mit Wildpflanzen als natürlicher Nährstoffquelle wahlweise in streng wissenschaftlicher oder in spirituell aufgeschlossener Form auseinandersetzen. Die Lektüre dieser Fachbücher ist jedenfalls ebenso interessant wie lehrreich und insoweit bestens dazu geeignet, eine fröhliche Vorfreude auf die nächste Wildpflanzenwanderung aufkommen zu lassen.

Übrigens: Falls Sie sich gerade mit den Themen Entgiftung und Entschlackung befassen, könnte eine häusliche Lesestunde unter der Überschrift „Green Detox“ genau das Richtige für Sie sein.

Wildpflanzen im eigenen Archiv

So gut wie alle Wildpflanzenliebhaber bringen von ihren Exkursionen selbst geschossene Fotos und/oder selbst gesammelte Pflanzenteile mit. Diese floralen „Beutestücke“ bedürfen selbstverständlich allesamt der sorgfältigen Archivierung. Die Bilder sind zu sichten und zu sortieren, die gepflückten Pflanzen müssen gepresst, getrocknet oder anderweitig konserviert werden. Das sind Tätigkeiten, die Freude machen, die aber auch ihre Zeit brauchen. Was bietet sich dazu besser an als ein trüber Regentag, bei dem man ohnehin keinen Hund vor die Tür jagen würde? So wird schlechtes Wetter zum guten Grund, die eigene Wildpflanzensammlung auf Vordermann zu bringen.

Wildpflanzen als Shikishi-Motiv

Mögen Sie Lyrik? Oder sind Sie vielleicht sogar aktiv oder passiv der japanischen Kunst des Haiku zugetan? Dann bieten Ihnen Ihre eigenen vier Wände die meditative Möglichkeit, mit Ihren eigenen Wildpflanzenfotografien ein so genanntes Shikishi zu erschaffen. Dazu brauchen Sie einen großzügig großen Papierabzug Ihres Lieblings-Wildpflanzenfotos, eine Mußestunde und einen Musenkuss. Während Sie die Ästhetik Ihres Fotos losgelöst von allen Alltagssorgen auf sich wirken lassen, wird Ihnen ein dazu passendes stimmungsvolles Gedicht zufliegen (es muss ja nicht unbedingt ein Haiku sein), welches Sie dann in Ihrer Schönschrift mit einem geeigneten Marker auf das Foto schreiben. Fertig ist das Shikishi. Das können Sie dann für eine stilvolle heimische Dekoration hernehmen, oder als Geschenk einrahmen, oder für Ihren persönlichen Gedichtband vorbereiten, oder … oder was Ihnen sonst gut gefällt. In japanisch orientierten Wohnstuben werden Sie häufig auf solche Shikishi treffen, die regelmäßig neu erfunden und dann frisch ausgewechselt werden. Eine fernöstliche Deko-Idee mit vielen wandlungsfähigen Gesichtern.

Das waren nur drei von vielen möglichen Vorschlägen, auch an trüben Tagen oder in Zeiten eingeschränkter körperlicher Beweglichkeit die Magie heimischer Wildpflanzen auf sich wirken zu lassen. War da schon etwas für Sie dabei? Das wäre schön. Und sollten Sie eine weitere Anregung mit der Wildpflanzen-Community teilen wollen, dann freuen wir uns sehr auf Ihren entsprechenden Kommentar.

– Carina Collany –

Grüne Wildpflanzen – Smoothies: gesund oder gefährlich?

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Smoothies haben als modernes Nahrungsmittel unserer hektischen Zeit längst den stark umkämpften Markt für „Functional Food“ erobert. Die pürierten Früchte und Gemüse lassen sind schnell und unkompliziert konsumieren, sind auch für ultrakurze Mittagspausen unproblematisch und hinterlassen dennoch das gute Gefühl, sich bewusst und gesund ernährt zu haben. Wer es besonders exklusiv haben möchte, stellt sich seine Smoothies im eigenen Mixer grundsätzlich selbst her, und wirft nach Möglichkeit auch hier und da ein paar persönlich gepflückte Wildkräuter mit in die Mischung. Denn Wildkräuter stehen ja in dem guten Ruf, vor wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen nur so zu strotzen. So wohl begründet dieser Ruf auch ist, so wichtig ist allerdings auch der Hinweis darauf, dass man es mit der gut gemeinten Vitalnährstoff-Versorgung aus dem Kräutergarten der Natur sehr schnell übertreiben kann. Das Motto „Viel hilft Viel“ ist in diesem Falle nicht nur falsch, sondern kann sogar gefährlich gesundheitsschädlich ausarten. Der nachfolgende Beitrag will für diese Problematik sensibilisieren und einfach zu befolgende Tipps dazu geben, wie man seiner Gesundheit mit grünen Smoothies Gutes tun kann, ohne eine giftige Gefahr fürchten zu müssen.

Grüne Wildpflanzen - Smoothies: gesund oder gefährlich?

1) Genuine Giftpflanzen

Manche Wildpflanzen duften so köstlich und schmecken so herrlich, dass man die Tatsache ihrer Toxizität gerne mal ausblendet. Das kann, weil schließlich die Dosis das Gift macht, gut und folgenfrei ausgehen. Doch schlägt man beim genüsslichen Konsum giftiger Wildkräuter über die Stränge, können die Auswirkungen qualvoll bis bedrohlich sein. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Waldmeister (Wohlriechendes Labkraut), der wegen seines unvergleichlichen Aromas als würzende Zutat in der Maibowle hergenommen wird. Schaut man bei diesem frisch fröhlichen Vergnügen allerdings zu tief ins Glas, bekommt man spätestens am nächsten Tag die ausgesprochen schmerzhaften Folgen einer akuten Cumarin-Vergiftung zu spüren: bohrende Kopfschmerzen und lähmende Benommenheit.

Tipp

Die regelmäßige Teilnahme an sachkundig geführten Wildpflanzen-Wanderungen schult das Auge und festigt das Wissen im Dienste der Unterscheidung zwischen giftigen und ungiftigen Wildkräutern. Solcherart direkt vor Ort ausgebildet geht die Wahrscheinlichkeit, sich unbeabsichtigt selbst mit giftigen Wildkräutern im grünen Smoothie zu schaden, gegen Null.

Weiterführende Leseempfehlung

Udo Pollmer: Gefährlicher Küchentrend Grüne Smoothies – Nierensteine inklusive – Wenn Gartenabfälle im Mixer landen

2) Gefahrenquelle Purine

Purine, die in verschiedenen Nahrungs- und Genussmitteln ganz natürlich vorkommen, gelten mittelbar über den Harnsäurestoffwechsel als Auslöser von Gicht und Arthritis. Doch entgegen der landläufigen Meinung stehen hier nicht nur Fleisch und Alkohol am Pranger. Tatsächlich gibt es auch zahlreiche Pflanzen, die mit einem erstaunlichen Purin-Gehalt aufwarten. Diese purinreichen Gewächse sollten also nach Möglichkeit nicht auf dem Speisezettel stehen und schon gar nicht im grünen Smoothie landen, wenn gefährdete (oder erblich vorbelastete) Gelenke und Nieren nicht über Gebühr belastet werden sollen. Als Beispiele purinreicher (und damit zu meidender) Salate und Gemüse seien Steinpilze, Sojabohnen und -sprossen, Broccoli, Artischocken, Porre, Schwarzwurzeln und Erdnüsse benannt.

Tipp

Die Teilnahme an einer fundierten Ernährungsberatung, die einen speziellen Schwerpunkt auf die besondere Bedürfnislage von Patienten mit Gicht oder Arthritis legt, liefert alle wichtigen Informationen zum Thema.

Weiterführende Leseempfehlung

Claudia Müller: Gicht – Purinarme Kost gegen Schmerzen

3) Gefahrenquelle Oxalsäure

Säuerlich schmeckende Wildpflanzen oder Kulturgewächse können gerade im Sommer eine köstliche Erfrischung bieten. Doch Vorsicht: Oft kündet dieser Geschmackseindruck vom Vorhandensein von Oxalsäure, welche wiederum im Stoffwechsel zur Bildung schädigender Stoffe führen kann. So kann ein übermäßiger Verzehr von oxalsäurelastigen Salaten oder Gemüsen auf Dauer zur Entstehung von gefährlichen Nierenerkrankungen und behandlungsbedürftigen Magen-Darm-Beschwerden führen. Beispiele für potente Oxalsäurelieferanten sind Sauerampfer, Mangold, Rhabarber und Spinat.

Tipp

Wenn Sie nach dem Genuss pflanzlicher Kost oder nach dem Wegschlürfen eines grünen Smoothies mit Ihrer Zunge dieses typische stumpf-raue Eigengefühl auf den Zahnoberflächen spüren, dann war Ihre Mahlzeit vermutlich stark oxalsäurehaltig. Die stumpfe raue Zahnoberfläche ist dann das Ergebnis einer chemischen Reaktion zwischen der Oxalsäure und dem im Zahnschmelz vorhandenen Kalzium. Bemühen Sie sich dann darum, von dem verzehrten Lebensmittel in Zukunft Abstand zu nehmen, und meiden Sie grundsätzlich alle Pflanzen mit hohem Oxalsäuregehalt.

Weiterführende Leseempfehlung

Jörg Schweikart: Nierenstein-Risiko – Oxalsäure und Gesundheit

– Carina Collany –

GASTARTIKEL: Tipps zum Umtopfen und zur Pflege von Kübelpflanzen

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Die Temperaturen steigen wieder und der Frühling scheint vielerorts Einzug zu halten. Nicht mehr lange bis man mit dem Begrünen des heimischen Gartens oder Balkons beginnen kann. Im folgenden Blogartikel wollen wir kurz beschreiben, was man beachten sollte, wenn man Kübelpflanzen aus ihrem Winterquartier holt, außerdem sollen Tipps für das Umpflanzen gegeben werden.

Tipps zum Umtopfen und zur Pflege von Kübelpflanzen

Kübelpflanzen schneiden

Gerade bei diesen Pflänzchen ist es besonders wichtig, dass man ihnen, bevor man sie ins Freie stellt, einen Rückschnitt aller Triebe verpasst. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der Frühling. Auch vor dem Einlagern für den Winter kann ein Rückschnitt angebracht sein, allerdings sollte dieser nicht so großzügig ausfallen wie im Frühjahr. Wichtig ist, dass der Schnitt zeitnah zum ins Freie stellen der Pflanze erfolgt. Für Hobbygärtner gilt zu beachten, dass die Pflanze nur mäßig geschnitten wird, dafür aber öfters.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Kübelpflanzen ins Freie zu stellen?

Mit dem Begrünen bzw. Bepflanzen des Balkons oder Gartens sollte man sich zumindest solange gedulden, bis die winterliche Kälte tatsächlich vorüber ist. Laut einer alten Bauernregel sollte man mindestens bis zum Tag der Eisheiligen – also dem 16. Mai – zuwarten. Denn dann werden die Nächte meist nicht mehr von Frost und Kältephasen dominiert und junge sowie frisch gepflanzte Blumen laufen nicht mehr Gefahr zu erfrieren.

Tipps zum richtigen Umtopfen von Kübelpflanzen

Gerade nach der Wintereinlagerung sollte man Kübelpflanzen umtopfen und diese Maßnahme an den Verjüngungsschnitt der Triebe anschließen.
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Umtopfen der Pflanzen:

  • Welche Erde sollte man verwenden?
    Gartenerde oder reiner Kompost ist für Topf- oder Kübelpflanzen nicht geeignet. Eine Ausnahme wäre, wenn diese Erde zusätzlich mit Sand oder Blähton aufgebessert wird. Am einfachsten ist es, man verwendet Fertigerden für Kübelpflanzen, welche im Baumarkt oder Blumenfachgeschäft erhältlich sind.
  • Wie groß sollte der neue Topf beim Umpflanzen sein? Hat die Pflanze bereits für den aktuellen Topf zu viele Wurzeln ausgebildet oder ist die Erde sehr gut durchwurzelt, sollte man die Pflanze umtopfen. Dabei muss der neue Topf nicht zwangsweise viel größer sein als der vorherige. Oft reicht es, wenn der neue Blumentopf einen leicht größeren Durchmesser (> 5 cm) hat.
  • Wie topft man richtig um?
    Zum Umtopfen der Kübelpflanzen löst man erst den Ballen aus dem alten Topf und achtet dabei darauf, die alten Wurzeln nicht zu beschädigen. Die verfilzten oder abgestorbenen Wurzelstränge kann man nachfolgend abschneiden oder entwirren. Über die Abzugslöcher des neuen Blumentopfes legt man eine Drainageschicht aus Kieselsteinen oder zerbrochenen Blumentrögen, damit verhindert wird, dass die Erde aus dem Loch austritt und diese dann verstopft. Folge wäre ein zunehmend verstopfter Wasserabfluss, was zu Staunässe und Schimmelbildung führen kann. Nachdem man die Drainageschicht angelegt hat, kann man den Trog mit Blumenerde befüllen. Hat man etwa die Hälfte mit Erde gefüllt, kann man die Pflanze einsetzen. Nachdem weitere Erde eingefüllt wurde, sollte man die Erde mit den Händen festdrücken. Erde sollte nur so viel eingefüllt werden, dass ein sogenannter Gießrand von a. 2-3 Zentimetern frei bleibt. Dieser verhindert, dass das Gießwasser über den Rand tritt bzw. genügend Platz im Trog hat.

Nach dem Umtopfen ist es ratsam, die Pflanze ausreichend zu gießen, damit sich die Erde optimal im Topf verteilen und absinken kann. Der verwendete Topf für die Pflanze richtet sich nach dem Geschmack des Gärtners, das Material des Topfes hat keinen Einfluss auf das Wachstum oder die Entwicklung der Pflanze.

Weiterführende Informationen und Tipps zum Thema Garten und Pflanzen verschiedenster Art kann man beispielsweise auch im Blog von yourflora.de nachlesen.

Wildpflanzen sind die Motive im ältesten Fotobuch der Welt

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Viele Menschen, die sich für Wildpflanzen interessieren, haben bei ihren Exkursionen in die heimische Botanik immer auch einen Fotoapparat dabei. Schließlich möchte man die entdeckte Urwüchsigkeit ja auch ebenso anschaulich wie ausdrucksstark von der Wildpflanzenwanderung mit nach Hause nehmen. Darum ist es sehr gut möglich, dass auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, bereits das eine oder andere Fotobuch besitzen, das mit den floralen Motiven Ihrer Ausflüge in die Welt der Wildpflanzen erfreut. Und wenn das so ist, dann wird es Sie ganz bestimmt interessieren, dass das wirklich allererste Fotobuch, das jemals angefertigt wurde, tatsächlich der Darstellung von Wildpflanzen gewidmet wurde. Dabei war es eine technisch experimentierfreudige Frau, der wir diese wunderschöne Idee verdanken.

Anna Atkins

genoss als führende englische Botanikerin und Illustratorin ihrer Zeit (1799 – 1871) in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf als begeisterte Wissenschaftlerin. Daher verwundert es nicht, dass sie die Kunde von der Erfindung der

Cyanotopie

(bzw. Cyanographie) zunächst begierig aufgriff und dann für ihre Zwecke selbst einsetzte. Bei diesem Verfahren wird Papier mit bestimmten Chemikalien so vorbehandelt, dass es sich unter dem Einfluss von Licht dauerhaft blau einfärben würde. Legt man nun eine Pflanze flach auf dieses präparierte Papier und „belichtet“ das Ganze anschließend, so bleiben exakt die von der Pflanze bedeckten Areale weiß, während die restlichen Flächen blau werden. Was nach dieser Prozedur übrig bleibt, ist der filigrane fotografische Abdruck der Pflanze, weiß leuchtend auf blauem Hintergrund. Damit sich diese weiße Abbildung später nicht noch ungewollt nachfärbt, wird das belichtete Papier mit Wasser abgewaschen und die färbende Chemikalie damit rückstandsfrei ausgeschwemmt. Fertig ist das Foto! Und weil Anna Atkins mehrere dieser selbst angefertigten Cyanographien kunstvoll zu einem Bildband zusammenheftete, gilt sie sowohl als eine der weltweit ersten Fotografinnen als auch als Erfinderin des Fotobuches.

Wenn Sie sich näher mit dieser faszinierenden Materie befassen möchten, werden Sie die Titel „British Algae: Cyanotype Impressions“ (von 1843) sowie „Cyanotypes of British and Foreign Flowering Plants and Ferns“ (von 1854) direkt ans Suchmaschinen-Ziel bringen. Sofern Sie der Englischen Sprache mächtig sind, ist der nachfolgende Video-Link bestimmt zusätzlich recht aufschlussreich für Sie:

Anna Atkins & the World’s First Photo Book – Objectivity #5‬

Und hier noch ein kleiner Tipp für alle, die als Hobby eigene S/W Kleinbildfilme entwickeln und anschließend in der eigenen Dunkelkammer Abzüge von den Negativen ziehen: Legt man ein ansprechend und interessant geformtes Pflanzenteil auf das Fotopapier und belichtet dann, erbringt das anschließende und ganz normal erfolgende Entwickeln dieses Papiers ebenso experimentelle wie exklusive Kunstwerke, die durchaus als die Urenkel der Cyanographie gelten dürfen. So werden heimische Wildpflanzen auch heute noch zur faszinierenden und buchstäblich einmaligen Fotokunst im Sinne der Pionierin Anna Atkins.

– Carina Collany –

Wildpflanzen gezielt säen – ja oder nein?

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Eine Wildpflanze ist nach allgemein gültiger Definition eine ohne menschliches Zutun wachsende und damit spontan auftretende Pflanzenart, die sich ihren Lebensraum aus eigener Kraft zunächst erobert und anschließend erhalten hat. Insoweit hat bei den Wildpflanzen nicht der Mensch, sondern allein die Pflanze selbst durch ihre Anpassungsfähigkeit an ihre Umwelt ihr Vorkommen begründet und ihr Territorium stabil eingenommen. Das mag auch der gute Grund dafür sein, dass erstaunlich viele Wildpflanzen schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden dort, wo sie sich gut behaupten können, auch heimisch geworden sind. Dennoch trachtet der Mensch auch hier, obwohl er seitens der Natur eigentlich gar nicht so wirklich gefragt ist, nach Einflussnahme. Und damit erhebt sich die ökologisch ebenso wichtige wie auch durchaus brisante Frage, ob der Mensch durch ein gezieltes Aussäen oder Anpflanzen heimischer Wildpflanzen wider die eingangs vorgestellte Definition handeln sollte, kann oder darf. Der nachfolgende Beitrag will kurz das Pro und Contra einer absichtsvollen und gezielten Ansiedlung von Wildpflanzen durch die Hand des Menschen thematisch anreißen, damit sich alle an heimischen Wildpflanzen Interessierten ihr eigenes und unabhängiges Urteil bilden können.

Wildpflanzen gezielt säen - ja oder nein?

Pro

  • Alle heimischen Wildpflanzen haben geographische Gebiete, an denen sie ganz natürlich wachsen. Wenn man bei der Aussaat oder beim Anpflanzen diese Vorkommensgebiete gewissenhaft beachtet und die Begrenzungen nicht verlässt, verändert man schließlich auch nichts.
  • Sofern beim Aussäen oder beim Anpflanzen ausschließlich reines Wildsaatgut bzw. gebietsspezifisches Wildpflanzgut und/oder Wildgehölze verwendet werden, passiert kein verfälschender Eingriff in die natürliche Wildpflanzenwelt.
  • Durch das gezielte Ausbringen von Wildpflanzen können denaturierte Flächen, durch Monokulturen verarmte Gebiete sowie Zonen mit einem Übermaß an eingeschleppten Fremdgewächsen (so genannte Neophyten) wieder in ihren natürlichen Ursprungszustand zurückgebracht werden. So wird den heimischen Wildpflanzen die Möglichkeit eröffnet, sich ihre angestammten Plätze in der hiesigen Flora zurückzuerobern.

Contra

  • Das Wesen der Wildpflanzen ist durch ihre Selbstbestimmtheit und durch ihre Abschottung vor der Einflussnahme durch den Menschen begründet. Jeder wie auch immer geartete Eingriff in diese Ordnung macht die Wildpflanzen automatisch zu Kulturpflanzen und vernichtet damit schützenswerte unberührte Natur.
  • Der Markt für Wildsaatgut ist inzwischen unübersichtlich stark angewachsen. Wie soll man da noch sicher sein können, dass das erworbene Saatgut auch wirklich und wahrhaftig genetisch unverändert ist und tatsächlich aus der Region stammt? Mit dem Ausbringen vermeintlich unverfälschten Saatgutes kann eine Menge Unheil angerichtet werden. Also lieber Finger weg!
  • Wozu überhaupt künstlich in den Lauf der Dinge eingreifen? Wenn Wildpflanzenarten hierzulande aussterben, dann ist das eben so. Auch das Verschwinden von Wildpflanzen muss als natürliche Veränderung der heimischen Flora begriffen und akzeptiert werden.

Wie ist Ihre Meinung?

Wie Sie gesehen und gelesen haben, kann das Für und Wider des gezielten Wildpflanzen-Anbaus äußerst kontrovers diskutiert werden. Dieser Blogbeitrag hier kann da selbstverständlich nur die Spitze des argumentativen Eisbergs ankratzen. Umso wichtiger ist es darum, dass Sie sich selbst Ihr eigenes qualifiziertes Urteil in der Sache bilden. Falls Sie sich gleich weitergehend mit der Wildpflanzen-Gretchenfrage befassen mögen, können Ihnen die nachfolgend genannten weiterführenden Links zusätzliche Informationen bieten:

Und falls Sie gleich hier an Ort und Stelle losdiskutieren möchten – die Kommentarfunktion steht zu Ihrer vollen Verfügung.

– Carina Collany –