Vegan – gut oder schlecht für die Gesundheit?

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Vegan – gut oder schlecht für die Gesundheit?
Vegan – gut oder schlecht für die Gesundheit?

So verschieden die Beweggründe für eine vegane Ernährung auch sein mögen, Einigkeit besteht in der Ablehnung, Tiere für die Ernährung von Menschen zu töten oder auszunutzen. Aber kann durch eine vegane Ernährung, völlig ohne tierische Produkte, die notwendige Nährstoffversorgung des menschlichen Organismus sichergestellt werden?

Die Grundlagen des Veganismus

Die Entscheidung, sich vegan zu ernähren, kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Für einige Menschen gibt es ethische, für andere wiederum ökologische oder gesundheitliche Gründe. Unter Veganismus versteht man eine Einstellung und Lebensweise, die jede Form der Ausbeutung und Tötung von Tieren für Lebensmittel, Kleidung und andere Zwecke ablehnt.
In der veganen Ernährung werden, ausgehend von diesen Grundsätzen, keine tierischen Lebensmittel oder Nebenprodukte konsumiert. Damit grenzt sich der Veganer auch klar vom Vegetarier ab, welcher zwar ebenfalls kein Fleisch isst, aber durchaus tierische Erzeugnisse, wie beispielsweise Eier, Milch und Honig zu sich nimmt.

Vegane Ernährung und ihre positiven gesundheitlichen Aspekte

Eine sorgfältig geplante vegane Ernährung kann einen Schutz vor Fettleibigkeit, Herz-und Nierenerkrankungen, Krebs und rheumatoide Arthritis bieten. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausgewogene Ernährung, die reich an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Omega 6 Fettsäuren, Carotinoiden, Vitamin C und E, Kalium und Magnesium ist. Verschiedenen Studien zeigen, dass der Gesundheitszustand von Veganern im Allgemeinen besser ist als bei Menschen, die auch tierische Produkte zu sich nehmen. Als Hauptargument für diese Ergebnisse werden häufig die negativen Einflüsse von tierischen Eiweißen angeführt. Umstritten ist allerdings noch immer, ob der bessere Gesundheitszustand generell mit der veganen Ernährung oder mit den weiteren Lebensumständen im Zusammenhang steht.

Vegane Ernährung und mögliche gesundheitliche Risiken

Durch eine vegane Ernährung kann es auf Grund des vollständigen Verzichts auf tierische Lebensmittel zu einer verringerten Aufnahme von Mikronährstoffen kommen, insbesondere von Vitamin B12, Eisen, Vitamin D, Kalzium, Jod und Omega-3-Fettsäuren. Dies kann nur durch eine ausgewogene vegane Kost verhindert werden und erfordert ein umfangreiches Ernährungswissen. Da ein Nährstoffmangel zunächst nur schwer zu erkennen ist, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden und Erkrankungen führen. Daher sollten Veganer vor allem ihren Vitamin B12-Level regelmäßig überprüfen lassen und falls notwendig angereicherte Nahrungs- oder Ergänzungsmittel zuführen.
Auf Grund der bekannten Risiken wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine rein vegane Ernährung für keine Altersgruppe empfohlen, vor allem bei Kindern, Schwangeren und Jugendlichen wird sogar dringend davon abgeraten.

Zusammenfassung

Eine vegane Ernährung, die dem Körper alle notwendigen Nährstoffe liefert, ist zwar prinzipiell möglich, bedarf aber einer strengen und bewussten Planung der Ernährung. Die Entscheidung für oder gegen eine Nahrungsumstellung muss letztlich jeder für sich selbst treffen. Aus gesundheitlicher und vor allem ethischer Sicht scheint der zusätzliche Aufwand aber durchaus vertretbar.

Wissenswertes über die Erdbeere

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Wissenswertes über die Erdbeere
Wissenswertes über die Erdbeere

US-Amerikaner kreuzten vor knapp 200 Jahren zwei verschiedene damals vorhandene Beeren, die Scharlach- und die Chilierdbeere. Das Resultat dieser Kreuzungsversuche ist unsere heutige Erdbeere. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wird die Erdbeere auch in ganz Europa angebaut und durch verschiedene Zuchtverfahren verbreitet. Eine genaue Anzahl der verschiedenen Erdbeersorten ist schwer festzustellen. Es ist aber davon auszugehen, dass es mittlerweile Tausende verschiedene Sorten weltweit gibt. Jedes Jahr kommen weitere Züchtungen und Kreuzungen der beliebtesten Sorten hinzu.

Erdbeere: Die Frucht

Erdbeeren treten in verschiedenen Farben, Größen und Formen auf. Durch inländischen Anbau und ausländische Einfuhr sind Erdbeeren ganzjährig zu kaufen. Diverse europäische Länder, Israel, Kalifornien und Mexiko sind die größten Erdbeerlieferanten weltweit. Die Erdbeere ist ein botanischer Sonderling aus zweierlei Gründen. Erstens: Auch wenn dies der Erdbeerfrucht nicht unbedingt gleich anzusehen ist, aber Erdbeeren gehören botanisch betrachtet zur Linie der Rosengewächse. Zweitens: Bei der Erdbeere muss die Frucht sehr differenziert betrachtet werden. Aus botanischer Sicht sind die äußeren samenartigen Gebilde auf der Erdbeere die eigentliche Frucht. Der Träger dieser Samenkörner wird eigentlich nur als Scheinfrucht bezeichnet.

Die Haltbarkeit und Frische

Sind die Erdbeeren schon gereift, können diese im Kühlschrank noch einige wenige Tage gelagert werden, sollten aber dann zügig verspeist oder verarbeitet werden. Ein zuverlässiger Indikator für die Frische einer Erdbeere sind auch die aufsitzenden grünen Kelchblätter am Kopf der Beere. Je frischer die Blätter, desto frischer ist auch die sich darunter befindende Beere.

Die Heilwirkung

Menschen mit Blutarmut wird der Verzehr von Erdbeeren empfohlen, weil diese über einen hohen Eisengehalt verfügen. Wem die Entwässerung oder Entschlackung des Körpers angeraten wurde, wird um die Erdbeere kaum umhinkommen. Für Rheuma- und Gichtpatienten ist diese besonders empfehlenswert, weil ein hoher Kaliumgehalt in der Frucht die Nierenproduktion anregt. Und wer seinen übermäßigen Pfunden zu Leibe rücken möchte, ist mit Erdbeerspeisen ebenfalls sehr gut beraten, weil diese über besonders wenige Kalorien verfügen. Besonders praktisch an der roten Feldfrucht ist die Tatsache, dass sie in vielen Varianten und Rezepten verarbeitet werden kann. Bei entsprechender Suche im Internet wird man auf die neuesten Erkenntnisse schnell aufmerksam.

Die Beere in Zahlen

Beim renommierten englischen Tennis-Turnier in Wimbledon werden seit Beginn des Turniers aus Tradition viele Erdbeeren von den illustren Gästen verspeist. Jährlich sollen es an die 27 Tonnen sein, was in etwa 1,6 Millionen einzelne Erdbeeren ergibt. Jede einzelne Erdbeere in Wimbledon hat dabei zwischen 12 bis 13 Gramm zu wiegen, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit

Keine Konfitüre ist im deutschsprachigen Raum so beliebt wie die Erdbeerkonfitüre. Der Anteil unter den Brotaufstrichen beträgt satte 25 Prozent. Aber auch als sommerliche Erfrischung in Form von Erdbeer-Bowle oder dem traditionellen Erdbeer-Tortenboden mit Schlagsahne hat der Genuss der roten Beere schon fast Tradition.

Für jede Diät ungeeignet: die Kartoffel

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Für jede Diät ungeeignet: die Kartoffel
Für jede Diät ungeeignet: die Kartoffel

Sie ist eigentlich eines der vielfältigsten Nahrungsmittel überhaupt und kommt daher entsprechend in irgendeiner Form immer wieder auf den Tisch: die Kartoffel. Ob als simple Salzkartoffel, als Bratkartoffel, als Pommes frites oder in Form von Chips, sie dominiert unseren Speiseplan. Die Kartoffel an sich gilt als sehr gesund, daher scheint sie für eine Diät wie geschaffen. Neueste Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Kartoffelkonsum gegenteilig wirkt und merklich zur Gewichtszunahme beiträgt.

Kartoffelesser nehmen zu

Aktuelle Forschungen zeigen, dass Kartoffelesser, die regelmäßig die Knolle zu sich nehmen, durchschnittlich in einem Zeitraum von vier Jahren 1,3 Pfund zunehmen. Hätten die beobachteten Personen stattdessen andere Gemüse, Früchte oder Nüsse gegessen, hätten sie Gewicht verloren. Veröffentlicht wurden diese überraschenden Ergebnisse erstmals im Journal Thursday’s New England Journal of Medicine.
Die Untersuchung zeigt allerdings auch sehr genau, dass es auf die Art und Weise der Kartoffel-Zubereitung ankommt. Einfach gekochte Kartoffeln, gebackene Kartoffeln oder Kartoffelbrei sorgen für eine Gewichtszunahme von rund 0,6 Pfund in vier Jahren, Kartoffelchips bewirken 1,7 Pfund Gewichtszunahme und Pommes frites 3,6 Pfund.

Warum die Kartoffel zur Gewichtszunahme führt

Würden wir die Kartoffel direkt aus der Erde auf den Esstisch bringen, wären die Probleme nicht so gravierend. Zwar hat die Kartoffel einiges an Kalorien zu bieten, entscheidend sind aber die zahlreichen Zubereitungsarten, die wir anwenden. Dabei kommt es nicht nur auf die Beigabe von Kalorien, etwa durch Fett bei Pommes frites, an, sondern auf die Veränderung der Kartoffel an sich. Durch Kochen, Braten, backen und sonstige Verarbeitungen sind die Kohlehydrate der Kartoffel für den menschlichen Körper sehr einfach zu verwerten. Und eben diese einfach verwertbaren Kohlehydrate sind es, die sich früher oder später als Fettpölsterchen bemerkbar machen.
Es zeigt sich also, dass die Kartoffel an sich nicht unbedingt als Diät-Maßnahme geeignet ist, auch wenn es von industrieller Seite auch immer wieder Diät-Vorschläge auf Basis von Kartoffeln gegeben hat.

Nüsse beweisen die Kartoffel-Theorie

Nüsse haben allesamt eins gemeinsam: Sie sind kalorienreich und haben einen relativ hohen Fettanteil. Da wundert es, dass sie im Vergleich zu den Kartoffeln für Gewichtsverlust in oben genannten Studien verantwortlich waren. Der wesentliche Unterschied zur Kartoffel ist der Anteil an Kohlehydraten. Rund eine Tasse Nüsse hat nur unwesentliche 4 Gramm Kohlehydrate in sich. Die übrigen Kalorien und der Fettanteil wandern hingegen nicht so schnell auf die Hüften. Daher sind Nüsse generell als wichtiger Bestandteil von Diäten zu empfehlen.

Ein ganz natürliches Schmerzmittel: Weidenrinde

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Ein ganz natürliches Schmerzmittel: Weidenrinde
Ein ganz natürliches Schmerzmittel: Weidenrinde

Zur Linderung von Schmerzen gibt es eine Vielzahl von Präparaten, fast immer greifen wir dabei zu einer Variante auf chemischer Basis. Bleibt die Frage, was hat man eigentlich vor der heutigen modernen Medizin gegen Schmerzen unternommen und ist das Wissen von einst noch anwendbar? Ja, ist es! Ein durchaus wirksames Schmerzmittel, das sogar Hippokrates schon kannte, ist die Weidenrinde.

Die Wirkungsweise

Ohne Chemie geht es natürlich auch bei der Weidenrinde nicht. Allerdings geht es hier um einen Wirkstoff, der bereits auf natürliche Weise in der Weidenrinde vorkommt und nicht erst im Labor entwickelt wurde. Entscheidend ist in diesem Fall der Wirkstoff Salicin. Salicin ist im Übrigen auch die Vorstufe der Acetylsalicylsäure, die wir heute in vielen Schmerzmitteln wie Aspirin und Co. finden. Salicin selbst ist bereits in der Lage, Schmerzen zu lindern, Fieber zu senken und Entzündungen zu hemmen.

Weidenrinde richtig angewandt

Grundsätzlich kann sich natürlich jeder seine Weide im Garten pflanzen und damit sozusagen sein eigenes Schmerzmittelreservoir anlegen. Allerdings ist die richtige Dosierung der Weidenrinde nicht ganz einfach und eine Überdosierung kann durchaus ungünstige Wirkung haben. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie Ihre Wiedenrinde als Extrakt in der Apotheke kaufen. Derartige Präparate enthalten bis zu 120 Milligramm Weidenrindenextrakt. Als Tee genossen können Sie bis zu fünf Tassen am Tag als unbedenkliches und vor allem natürliches Schmerzmittel einnehmen und sogar genießen.

Vorsicht!

Auch wenn Weidenrinde ein natürliches Produkt ist, für eine Daueranwendung ist es – wie jedes Medikament – nicht geeignet. Bleiben Schmerzen, gleich welcher Art, dauerhaft bestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Für Kinder unter 12 Jahren ist Weidenrinde generell nicht geeignet, Probleme können zudem auftreten, wenn Sie Gerinnungshemmer einnehmen. Im Fall des Falles kann auch hier der Arzt weiterhelfen und beraten.

Nur im Volksmund giftig – die Eberesche

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Nur im Volksmund giftig – die Eberesche
Nur im Volksmund giftig – die Eberesche

Jeder kennt sie und jeder wurde vor ihr gewarnt, beziehungsweise vor ihren strahlend roten Beeren: die Eberesche oder auch im Volksmund „Vogelbeere“. Da sie vor allem in den 60er- und 70er-Jahren zur Stadtbegrünung gepflanzt wurde, ist der äußerst dekorative Baum im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet. Wild wachsende Ebereschen findet man heute nur noch selten.

Hartnäckige Gerüchte

Wie viele Wildobstsorten enthalten auch die Früchte der Eberesche schwache Gifte, die zu Übelkeit, Erbrechen und anderen Verdauungsbeschwerden führen können. Warum sich aber, im Gegensatz zu Holunder und Schlehe, das Gerücht der Giftigkeit in der Bevölkerung hält, ist rätselhaft. Immerhin sind sie zwar, wie die volkstümliche Bezeichnung verrät, nicht nur bei Vögeln beliebt, sondern zeichnen sich durch ihren besonders hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Gerade deshalb sind sie besonders gesund, wenn es um die Aktivierung des Immunsystems und die Bekämpfung von Erkältungsbeschwerden geht.

Hübsch anzusehen und gesund

Die Eberesche erfreut sich als „Hausbaum“ größter Beliebtheit, was nicht nur von ihrer überschaubaren Wuchshöhe von durchschnittlich 15 Metern herrührt. Von der Gestalt her ist der Baum eher zierlich. Kennzeichnend kultivierter Pflanzen sind neben den gefiederten Blättern auch die glatte, braune Rinde und die runde Baumkrone. Während sich die cremeweißen Blütenrispen der Vogelbeere von Mai bis Juli ausbilden, kann man im August und September zur Ernte der reifen Beeren schreiten. Diese Früchte sind vom Geschmack her säuerlich-herb bis bitter, verlieren aber bei der Verarbeitung nicht nur einen Teil der Bitterstoffe, sondern auch alle giftigen Substanzen.

Vielfältige Verwendung

Gesundheitsbewusste, die sich per Leiter an die Vogelbeeren-Ernte trauen, werden mit außergewöhnlichen Früchten belohnt, die sich vielfältig verarbeiten lassen. Dennoch gilt es, die Früchte eines bestimmten Baumes vor der Ernte zu probieren. Ebereschen-Früchte haben von Jahr zu Jahr einen verschiedenen Gehalt an Bitterstoffen, die zum Beispiel beim Kochen nicht ganz verschwinden. Sollten die Früchte extrem bitter schmecken, lässt man am Besten die Finger von ihnen. Zusätzlich gilt, dass man Ebereschen an stark befahrenen Straßen meiden sollte. Sie sind einer hohen Schadstoffbelastung durch Abgase ausgesetzt und deshalb nicht empfehlenswert. Säuerlich-herbe Beeren, die an geschützten Orten geerntet wurden, lassen sich jedoch nicht nur trocknen, sondern auch zu schmackhaften Säften, Konfitüren und Likören verarbeiten.

Beispiel Gelee: Schocken Sie die Schwiegermutter!

Da die Vogelbeere, wie beschrieben, immer noch als giftig verschrien ist, kann Ebereschenkonfitüre auf dem Frühstückstisch für manche Überraschung sorgen. Ihre Zubereitung ist denkbar einfach. Die frischen, gewaschenen und entstielten Früchte werden 24 Stunden im Eisschrank eingefroren und so weiter entbittert. Hiernach werden die Beeren 15 bis 20 Minuten in Wasser gekocht, abgegossen und mittels Passiermühle von der zähen Schale und Kernen befreit. Das so entstandene Beerenmus wird nun zu gleichen Teilen mit Gelierzucker aufgesetzt und weitere fünf Minuten sprudelnd gekocht. In entsprechend gereinigte und verschließbare Gläser gefüllt, erhält man eine fruchtig-herbe Konfitüre, die nicht nur auf Brot, sondern auch als Preißelbeerersatz an Wildbraten geeignet ist.

„Erkältung ade!“ mal anders

Das beschriebene Fruchtmus kann man auch unter Zuckerbeigabe pur genießen. In ihm ist so viel Vitamin-C enthalten, dass schon einige Esslöffel den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Außerdem lässt sich das Mus auch zu Likör, Saft und Sirup weiter verarbeiten. So kann man nicht nur ganz natürlich, sondern auch sehr ungewöhnlich die kalte Jahreszeit überstehen.

Medizinmännlein im Walde – die Hagebutte oder Heckenrose

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Medizinmännlein im Walde - die Hagebutte oder Heckenrose
Medizinmännlein im Walde - die Hagebutte oder Heckenrose

Rosen und ihrem Duft werden schon immer Eigenschaften zugesprochen, die sich positiv auf unser körperliches Wohlbefinden auswirken. Wer hätte gedacht, dass sich hinter einer wilden Verwandten der Königin der Blumen eines der ältesten Heilmittel verbirgt? Wie wichtig diese Heilpflanze schon Generationen vor uns war, belegt die Tatsache, dass sie selbst in Kinderliedern besungen wird – die Hagebutte, oder auch Heckenrose.

Sag, wer mag das Männlein sein …?

Die Hagebutte ist eigentlich keine Pflanze, sondern nur die Bezeichnung des leuchtend roten Fruchtkörpers der wilden Heckenrose. Da diese Früchte aber unheimlich vielseitig zu verwenden sind, haben sie, je nach Region verschiedene, volkstümliche Bezeichnungen. Ob Zaunrose, Weinrose, Apfelrose oder einfach nur Wildrose – alle umschreiben die urwüchsige Vorgängerin der Gartenrose mit dem lateinischen Namen Rosa Canina und deren Neben- und Unterarten. Diese kommen übrigens in den gemäßigten Zonen ganz Europas und Asiens vor und werden sowohl wild, als auch kultiviert geerntet.

In Früchtetees unverzichtbar

Das getrocknete Fruchtfleisch der Hagebutte bildet die Grundlage der meisten auf dem Markt befindlichen Früchtetees. Sein süß-säuerliches Aroma und die sattrote Färbung dürften den meisten Menschen schon seit den Kindertagen bekannt sein. Hagebuttentee oder Früchtetee auf dessen Grundlage ist aber nicht nur äußerst lecker, sondern verfügt bei richtiger Zubereitung auch über viel Vitamin C, dass die Abwehrmechanismen des Körpers nachhaltig unterstützt und ankurbelt. Er kann, je nach Geschmack, vorzugsweise mit Honig, gesüßt werden und schmeckt als Heißgetränk sowie als kühle Erfrischung an heißen Tagen.

Hagebutten aufs Brot?

Das Aufgießen mit heißem Wasser ist aber nicht die einzige Art, an die gesunden Inhaltsstoffe der Hagebutte zu kommen. Das aus den frischen Schalen der Frucht hergestellte Hagebutten-Mus enthält zum Beispiel soviel Vitamin C, dass bereits ein Esslöffel den Tagesbedarf eines Erwachsenen deckt. Auch die Variante, die Fruchtschalen zu einer köstlichen Konfitüre zu verkochen, kommt immer mehr in Mode. Zwar geht beim Einkochen ein Teil der Inhaltsstoffe verloren, dennoch bleibt der dadurch gewonnene Brotaufstrich so gesund, dass er jedenfalls den handelsüblichen Marmeladen und Konfitüren vorzuziehen ist.

Beispiel Tee: So macht man ihn selbst!

Hagebutten erntet man frisch, vorzugsweise weitab von stark befahrenen Straßen, um schadstoffunbelastete Früchte zu ernten. Man erkennt die Früchte an ihrer tiefroten bis orangen Farbe und dem schwarzen Käppchen, dem vertrockneten Blütenkelch. Sie sind ungefähr so groß wie ein 50-Cent-Stück und wachsen an Sträuchern mit gleichgroßen Blättern, die an den Rändern fein „gedornt“ sind. Hagebutten sollten stets nur ab Hüfthöhe geerntet werden, um Verunreinigungen durch Tiere zu vermeiden. Außerdem müssen die Früchte fest, keinesfalls schrumpelig sein. Nach der Ernte wäscht man sie gründlich und entfernt die Fruchtkerne, den Stängelansatz und das Fruchtkäppchen. Die so gewonnene Fruchtschale schneidet man in recht kleine Stückchen und lässt sie an einem trockenen Ort oder bei circa 50 Grad Celsius im Backofen trocknen. Hiernach ist der Tee mehrere Wochen und Monate haltbar und wird nach Bedarf und Zubereitung vor dem Aufkochen mit einem Mörser zerstoßen.

Nicht nur bei Erkältungen zu empfehlen

Hagebutten schützen nicht nur durch ihren Vitamingehalt vor Erkältungen. Sie enthalten auch Flavonoide sowie Mineral- und Gerbstoffe. Somit schützen sie auch die Blutgefäße und beugen so zum Beispiel Zahnfleischbluten vor. Wer also beim nächsten Waldspaziergang Heckenrosen entdeckt, sollte sich überlegen, ob er diese Entdeckung im Herbst nicht zur natürlichen Gesundheitsvorsorge nutzt.

Efeu – Giftpflanze und Hilfsmittel für die Atemwege

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Efeu – Giftpflanze und Hilfsmittel für die Atemwege
Efeu – Giftpflanze und Hilfsmittel für die Atemwege

Efeu findet sich fast überall. Man sieht es in Gärten, an Mauern und teilweise nimmt es als Platz ganze Häuserfassaden ein. Von manchem Gärtner geschätzt, von einigen gehasst, hat Efeu aber noch eine ganze Menge mehr zu bieten, nämlich in medizinischer Hinsicht. Vor allem für die Atemwege hat Efeu erstaunlich wirkende Inhaltsstoffe.

In früheren Zeiten war die Wirkung des Efeus deutlich bekannter als heute. Insbesondere bei Problemen mit den Bronchien griff man gern und oft zum Efeu. Die bewährten Rezepturen der Medizin, die aus dem Efeu gewonnen wurden, überdauerten die Generationen und spielen auch heute noch eine tragende Rolle.

In der modernen Schulmedizin kennt man die Wirkungsweisen des Efeus natürlich ganz genau, da man alle Inhaltsstoffe und deren Wirkung bestimmen konnte. So weiß man, das vor allem die Blätter wirksame Stoffe beinhalten, die Saponine (abgeleitet vom italienischen „sapo“ für Seife). Und wie man es bei Seife erwartet, so schäumen auch die Saponine, wenn man sie mit Wasser zusammenbringt. Diese Saponine sind es dann auch, die in den Bronchien zähen Schleim verdünnen oder gar verflüssigen. Abhusten fällt leichter, ebenso ein kräftiges Durchatmen. Regelmäßig verwendet, verschwindet der Hustenreiz, die Bronchien entspannen sich, chronische Entzündungen gehen zurück. Die Saponine bewirken zudem, dass Viren und Bakterien sich nur schwer oder gar nicht vermehren können.

Die Herstellung entsprechender Medikamente aus Efeu ist nicht ganz so einfach, wie man vermuten mag. Zunächst müssen die geernteten Blätter gewaschen und getrocknet werden, anschließend werden sie in einem Gemisch aus Alkohol und Wasser gespült. Auf diese Weise lassen sich die gewünschten Inhaltsstoffe aus den Blättern lösen. Der entstandenen Lösung wird im nächsten Schritt der Alkohol wieder entzogen. Nach Trocknung bleibt als Ergebnis ein trockenes Extrakt zurück, das dann als Basis für die Herstellung von Säften oder Tabletten dient.

ACHTUNG: Trotz der guten Inhaltsstoffe ist Efeu eine giftige Pflanze! Schon der Verzehr von kleinsten Mengen der Pflanze (ganz gleich, welcher Pflanzenteil) kann Durchfall und Krämpfe verursachen. Selbst Hautkontakt kann ungünstig sein und mitunter schwere Ausschläge verursachen. Wer in seinem Garten Efeu bearbeitet, sollte daher immer Handschuhe tragen.

-Daniel Deppe-

Minustemperatur macht sie süß – die Schlehe

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Im Frühling ist sie eine echte Augenweide, im Herbst liefert sie tiefblaue Beeren. Die vorwiegend an Weg- und Feldrändern wachsende Schlehe ist seit jeher im gesamten deutschen Sprachraum bekannt und erfährt seit einigen Jahren ein regelrechtes Comeback. Ob Blüte oder Beere – dem circa drei Meter hohen Dornbusch, der auch Schwarzdorn oder Schlehdorn genannt wird, werden heilende Kräfte zugeschrieben. Zugegeben: Diese verdient man sich auch, denn die Ernte der kleinen weißen Blüten oder der Schlehenbeere ist aufgrund der langen und harten Dornen im wahrsten Sinne „aufreibend“.

Minustemperatur macht sie süß – die Schlehe
Minustemperatur macht sie süß – die Schlehe

Sauer macht lustig

Der lateinische Name der Schlehe, Prunus spinosa, verrät dem Lateiner die enge Verwandtschaft mit der Pflaume. Aber auch die, die des Lateinischen nicht mächtig sind, erkennen die enge Beziehung zwischen Zwetschge und der Schlehe. Früchte und Blattwerk scheinen eine Miniaturausgabe des beliebten Steinobstes zu sein. Allerdings machte der Geschmack der Schlehenfrüchte, die roh gegessen sehr sauer schmecken, die Früchte eher unpopulär. Dabei vergaß man allerdings, dass in den Beeren Unmengen an wichtigem Vitamin-C sowie Gerbstoffen enthalten sind. Diese Kombination unterstützt nicht nur den Kampf des Immunsystems gegen Krankheiten, sondern stärkt zudem noch Venen und somit den Kreislauf. Übrigens: Erntet man die tiefblauen Schlehen nach dem ersten Nachtfrost, haben die Minusgrade den säuerlich-bitteren Geschmack weitestgehend neutralisiert.

Bei Zahnfleischbluten: Schlehen kauen

Getrocknet und lange gekaut bieten Schlehenbeeren ein wirksames und völlig biologisches Mittel bei Zahnfleischbluten. Jedoch bieten nicht nur die reifen Beeren, die man im Herbst ernten kann, sinnvolle Alternativen zu Medikamenten, sondern auch die Blüten, die bereits gegen Ende März aus den kahlen Ästen des Busches sprießen. Diese sind seit dem frühen Mittelalter als mildes Abführmittel, das sich besonders für Kinder eignet, bekannt. Dazu sammelt man frische Blüten und kocht daraus einen milden Tee. Dieser wirkt dann nicht nur verdauungsregulierend, sondern auch harntreibend und entschlackend.

Beispiel Konfitüre: Im Herbst geht’s los!

Besonders beliebt ist die Schlehen- oder Schwarzdornmarmelade. Dazu erntet man die Früchte frühestens nach dem ersten Frost. Dieser erhöht den Zuckergehalt, neutralisiert Bitterstoffe und sorgt dafür, dass das Fruchtfleisch weicher wird. Somit schmecken die Beeren nicht nur besser, sondern sind auch einfacher zu verarbeiten. Die gesammelten Früchte kocht man in wenig Wasser weich und streicht sie, weil sie relativ große Kerne haben, durch ein Haushaltssieb. Das gewonnene Fruchtmus wird nun entweder pur im Verhältnis 1:1 mit Gelierzucker zu Konfitüre weiterverarbeitet, oder zusammen mit anderen Früchten angesetzt. Das mildert den säuerlichen Geschmack erheblich. Hierbei ist allerdings auf die Einhaltung des Mischungsverhältnisses, das sich nicht ändert, zu achten. So erhält man einen außergewöhnlichen Brotaufstrich oder einen empfehlenswerten Ersatz zu Preisselbeer-Konfitüre bei Wildfleischgerichten.

Uriger Vorfahre der Pflaume

Die Schlehe, die als Urform der Pflaume, beziehungsweise Zwetschge gilt, ist aufgrund der mühseligen Ernte eine eher extravagante Basis für Konfitüren, Säfte und Tees. Dennoch belohnt sie die Mühen mit ihrem säuerlich-frischen Geschmack und ihren äußerst gesunden Inhaltsstoffen, die nicht grippalen Infekten den Garaus machen, sondern auch entschlackend wirken und die Blutgefäße stärken. Wer sich also im Spätherbst traut, wird aufgrund ihrer Vorzüge Dornen und nasskaltes Wetter gerne in Kauf nehmen!

Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen

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Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen
Heilend und giftig zugleich: das Maiglöckchen

Einst war es der Bote der frühlingshaften Vegetationskraft und Symbol der Heiligenkunst im Mittelalter. Die Rede ist vom Maiglöckchen, um das sich so einige Mythen ranken, das viele von alten Heiligenbildchen aus der Kirche kennen und das eigentlich eine giftige Pflanze ist. Aber wie so oft: Die Dosis macht das Gift und bei entsprechendem Umgang wird aus dem Maiglöckchen sehr wirksame Medizin, die auch die alten Griechen schon zu nutzen wussten. Ihr Saft aus dem „Schneetropfen“ wirkte hervorragend gegen Schwindel, Epilepsie, Ohnmacht und Herzbeschwerden.
Aufgrund der früheren sakralen Bedeutung kennt man das Maiglöckchen auch unter den Bezeichnungen Marienglöckchen, Maienlilie, Mairöschen, Maischelle oder Augenkraut.

Maiglöckchenextrakt gegen Herzprobleme

Rein medizinisch gesehen ist das Maiglöckchen eine durchaus nützliche Pflanze, denn sie enthält Glykoside, die das Herz bei Herzschwäche merklich unterstützen können. Die gleichen Stoffe sorgen dafür, dass Herzrhythmusstörungen verschwinden und sich kein Wasser in der Lunge ansammeln kann.
Man nutzt den Extrakt des Maiglöckchens heute in verschiedenen leichteren Präparaten zur Behandlung von Herzinsuffizienz oder bei Überempfindlichkeit gegen Digitalis-Produkte. Die Glykoside des Maiglöckchens wirken sehr rasch und verlassen anschließend den Körper ohne weitere Ansammlung ebenso schnell wieder.
In alter Kräuterkunde spielt das Maiglöckchen ebenfalls eine wichtige Rolle. Damals wurde es vor allem gegen Schwindel, Fallsucht und bei Augenleiden verwendet. Auch bei Ohnmacht, Sprachverlust, Gicht, Entzündungen und Geschwüren wurde gern zum Extrakt des Maiglöckchens gegriffen.
Zeitweise galt das Maiglöckchen sogar als Wunder- oder Allheilmittel, da man damit bedingt auch gegen niedrigen Blutdruck, Asthma, Verstopfung, Hysterie, Nervenschwäche, Parkinson, Epilepsie und Schlaganfall vorgehen konnte.

Maiglöckchen ist trotzdem eine Giftpflanze!

Es sind die Cardenolid-Glykoside, die das Maiglöckchen zur Giftpflanze machen. Die vor allem den Verdauungstrakt reizenden Stoffe finden sich vorwiegend in den Blüten und Blättern der Pflanze. Vor allem die Blätter sind tückisch, da sie denen des genießbaren Bärlauchs sehr ähnlich sehen. In größeren Mengen besteht durchaus Gefahr für die Gesundheit, eine schwere Vergiftung ist aber eher selten die Folge.
Vorsicht bei Kindern: Sie finden die roten Früchte des Maiglöckchens oft faszinierend und pflücken und naschen gern ungeniert drauf los. Hier besteht echte Gefahr. Gefährlich ist übrigens auch schon das Blumenwasser, in dem Maiglöckchen gestanden haben!
Eine Vergiftung durch Maiglöckchen erkennt man unter anderem an Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sehstörungen und Schwindel. Besonders starke Vergiftungen können auch Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen.

Daniel Deppe

Beim Wort genommen – Wenn Frühjahr und Sommer Haiku sprießen lassen

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Beim Wort genommen - Wenn Frühjahr und Sommer Haiku sprießen lassen
Beim Wort genommen - Wenn Frühjahr und Sommer Haiku sprießen lassen

Die kleinste und zugleich erfolgreichste Gedichtform der Welt ist das Haiku. Hier werden in drei kurzen Zeilen berührende Momentaufnahmen des sich ewig wiederholenden Reigens der Jahreszeiten festgehalten. Wer authentische Haiku schreiben möchte, begibt sich für eine entsprechende Inspiration immer wieder gerne auf eine so genante Haiku-Wanderung, die dann auch schon mal zu einer spannenden Wildpflanzen-Entdeckungstour geraten kann. Doch egal, ob man Wildpflanzen suchte und ein Haiku fand, oder ob die Anregung andersrum ablief – das Ergebnis ist so oder so dazu geeignet, bleibende Erinnerungen zu schaffen, die sowohl den Augen als auch der Seele eine Freude sind. Wer noch nie etwas von Haiku gehört hat, den Gedanken an eine poetische Pirsch durch die Pracht wilder Pflanzen jetzt allerdings irgendwie anregend findet, der sei hier dazu eingeladen, in einen ersten Kontakt zu „blumigen“ Haiku zu kommen:

Scheuer Sonnenstrahl
in Mirabellenblüten
mein Winterherz taut.

Frühlingsgefühle
Schritte auf getautem Weg
Maiglöckchen leuchten.

Helles Sonnenlicht
begrüßt die ersten Knospen.
Alter Baum wirkt jung.

Frühjahrssonne lockt
aus unscheinbaren Knospen
Weidenkätzchenpelz.

Buntes Blütenmeer,
schlicht maskiert hinter Knospen,
harrt seines Auftritts.

Fliederbeerblüten.
Amseln schimpfen im Geäst.
Der Sommer lacht hell.

Blühender Bambus.
Die zarten weißen Rispen:
Sein Todesurteil!

Sollten hier allerdings praktizierende Haijin mitgelesen haben – wie wäre es denn dann mit einer spontanen Wildpflanzen-Haiku-Session, gleich hier und jetzt? Nur zu! Die Kommentarfunktion dieses Beitrags wartet nur darauf, alsbald wild erblühen zu dürfen!

-Carina Collany-