Kann Kompostieren krank machen?

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Wer Abfälle vermeiden, die Umwelt schonen und einen natürlichen biologischen Wertstoffkreislauf unterstützen will, hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen Komposthaufen oder eine Komposttonne im Garten. Denn das sachgemäße Kompostieren von Bio-Abfällen, wie sie in haushaltsüblichen Mengen regelmäßig anfallen, liegt gerade bei emsigen und engagierten Blumen- und Gartenfreunden voll im sinnvollen Trend. Dennoch finden sich auch an dieser Öko-Rose bedenkliche gesundheitliche Dornen. Darauf hat jüngst die „Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie“ (DGAKI) eindringlich hingewiesen. Doch was kann an der korrekt eingeleiteten Metamorphose von Biomüll zu Premium Blumenerde denn so schädlich sein? Und wie kann man sich mit einer ganz einfach auszuführenden Sicherheitsmaßnahme wieder die absolut ungetrübte Freude am Kompostieren zurückholen?

Kann Kompostieren krank machen? - www.heimische-wildpflanzen.de
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Allergiker im Visier

Leider machen viele Dinge, die die Natur mit schönster Regelmäßigkeit jedes Jahr auf ein Neues hervorbringt, nicht allen Menschen immer nur Freude. Die Rede ist hier im Speziellen von Pollen, deren Flug auch schon mal in der Nase eines Pollenallergikers enden kann. Und dann wird es echt schlimm. Alles schwillt an, alles juckt entsetzlich, die Augen tränen, der Kopf fühlt sich an wie eine Radarstation – eine fette Grippe könnte den gebeutelten Patienten nicht ärger quälen. Wer diese Symptomatik aus eigener Betroffenheit heraus kennt, wird bei deren akutem Eintreten ganz automatisch an die peinigende Anwesenheit von Gräserpollen & Co. denken. Doch dieser Tatverdacht könnte vielleicht den wahren Schuldigen ungeschoren davon kommen lassen, wenn man die neuesten Forschungsergebnisse von Herrn Privatdozent Dr. med. Jörg-Kleine Tebbe berücksichtigt. Denn in seiner Eigenschaft als renommierter forschender Allergologe hat er festgestellt, dass sehr wohl auch Schimmelpilz-Sporen zur Attacke auf die überempfindlichen Schleimhäute blasen können. Und diese Sporen des Schreckens entstehen auch schon mal in den heimischen Kompostern. Auch dann, wenn man als verantwortungsvoller Betreiber alles richtig macht.

Wie kommt das?

Alle Arten von organischen Abfällen sind ein gefundenes Fressen für Schimmelpilze jedweder Provenienz, insbesondere aber für die besonders fiesen Schwarzschimmelarten. Und während sich diese Lebensform genüsslich über Obstreste, Rasenschnitt und Herbstlaub hermacht, produziert sie selbstverständlich auch jede Menge Schimmelsporen. Die kommen dann auf ganz natürlichem Weg in die Luft. Und piesacken, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen, den gequälten Allergiker. Manchmal ist die Aggressivität der Schimmelsporen auch so hoch, dass sie Allergien sogar erstmalig auslösen können. So oder so – Schimmelsporen müssen auf jeden Fall zu den „üblichen Verdächtigen“ zählen, wenn sich deutliche Allergiesymptome zeigen.

Wie kann man sich schützen?

Zum Glück denkbar einfach: Die Komposter müssen einfach nur weit genug weg stehen. Je weiter vom regulären Publikumsverkehr entfernt, desto besser. Denn dann können sich die bedrohlichen Sporen, die sich übrigens auch von feuchter Witterung nicht vom Ausschwärmen abhalten lassen, locker in alle Winde zerstreuen, und damit entschärft werden.

Wie kann der Arzt helfen?

Eine Schimmelpilzallergie ist mit entsprechenden Tests eindeutig nachweisbar, und zum Glück auch durch eine Hyposensibilisierung ebenso gut zu behandeln wie jede andere „Natur-Allergie“ auch. Im Rahmen dieser spezifischen Immuntherapie lernt das körpereigene Abwehrsystem, die Schimmelpilzsporen erst zu tolerieren, und dann zu ignorieren. Wer sich hier näher informieren möchte, sollte sich von seinem Hausarzt eingehend beraten lassen.

-Carina Collany-

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