Gesundheit & Medizin

Wildpflanzen liefern wertvolle Bitterstoffe für das Wohlbefinden

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Die in den heutigen Supermärkten erhältlichen Gemüse, Salate oder Kräuter sind in aller Regel speziell für den westeuropäischen Geschmack gezüchtet und kultiviert. Das bedeutet im Klartext: Es finden sich kaum noch natürliche Bitterstoffe in den kommerziellen Speisepflanzen, weil die Geschmacksrichtung „bitter“ von der überwiegenden Mehrheit der Käufer und Konsumenten als ausgesprochen unangenehm abgelehnt wird. Was da beispielsweise aus frischem Chicorée (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/chicoree-gesundes-wellness-gemuese-mit-biss/) oder knackigen Rucola-Blättern noch mild herausgeschmeckt werden kann, ist schon das höchste der zulässigen bitteren Geschmacksgefühle. Das mag man sich auf der verwöhnten Zunge zergehen lassen – für unsere Gesundheit ist dies allerdings absolut kein Zugewinn. Denn viele natürliche Bitterstoffe sind für den Magen, den Darm und all die komplexen Stoffwechselprozesse im Rahmen der Verdauung ein wahrer Segen. Doch wie kann man sich das rundum gesunde Maß an förderlichen Bitterstoffen auf ganz einfach Art und Weise wieder zurück auf den Speiseplan holen? Sie ahnen es bereits: Mit Wildpflanzen.

Wildpflanzen liefern wertvolle Bitterstoffe für das Wohlbefinden
Tausendgüldenkraut

 

Genuin bittere Gemüse, Gewürze und Kräuter

wie beispielsweise Artischocken, Radicchio, Endiviensalat, Rucola, Gelbwurz, Tausendgüldenkraut, Wermut, Bockshornklee, Wacholder oder Löwenzahn (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loewenzahnpesto-wird-unkraut-urgesund/) helfen uns, den Bauch und das Befinden wohlig im Gleichgewicht zu halten. Diese Tatsache kennen und nutzen traditionelle chinesische Mediziner (Stichwort TCM), Vertreter der Ayurveda-Lehre und alle Fans der kräuterkundigen Hildegard von Bingen. So kann durch den gezielten Genuss bitter schmeckender Kräuter solchen Zivilisations-Übeln wie Übergewicht, Diabetes oder Koronarerkrankungen wirksam vorgebeugt werden. Und auch bei bereits bestehenden entsprechenden Krankheitsbildern sollen durchaus schon therapeutische Erfolge mit speziell verabreichten Bitterkräutern beobachtet worden sein. Es lohnt sich also, einen tieferen Blick auf dieses Thema zu werfen.

Welche pflanzlichen Bitterstoffe sollte man kennen?

Für eine sinnvolle Nahrungsergänzung mit bitteren Wildkräutern sind die so genannten

1) reinen Bitterstofflieferanten,
2) bitteren ätherische Öle,
3) bitteren Scharfstoffe,
4) Gerbstoffe und
5) bitteren Schleimstoffe

von Bedeutung. Diese fünf Kategorien sollen nachfolgend kurz angerissen werden:

Reine Bitterstoffe

sind enthalten in gelbem Enzian, Tausendgüldenkraut, Fieberklee, Andorn, Benediktinerkraut, Hopfen, Mariendistel, Löwenzahn, Wermut und Condurang. Diese Pflanzen provozieren die Wahrnehmung von „bitter“ im Mund und bringen dadurch sämtliche an der Verdauung beteiligten Drüsen auf Touren. Auch Galle und Leber werden zweckdienlich hochgefahren, wodurch, insbesondere nach einem üppigen Festmahl, Völlegefühl, Fettunverträglichkeit und Blähungen wirksam vorgebeugt werden kann. Interessanter Weise wirken diese Bitterchen aber auch gegen Appetitlosigkeit sowie gegen ein übermäßiges Verlangen nach Süßem. So kann eine erwünschte Gewichtsregulierung auf natürlichste Weise herbeigeführt werden.

Bittere ätherische Öle

liefern uns Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Quendel, Lorbeer, Estragon, Liebstöckel, Thymian, Beifuß, Kalmus, Kurkuma, Engelwurz, Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander und Dill. Die medizinisch hoch potenten ätherischen Öle sind die natürlichen Feinde von Darmpilzen, schädlichen Bakterien, Fäulniskeimen und sogar von Würmern. Zusätzlich regen sie die Nierenfunktion an und tragen dadurch zu einer milden Blutreinigung bei.

Bittere Scharfstoffe

Diese kleine aber feine Gruppe besteht im Wesentlichen aus Pfeffer, Ingwer und Galgant. Man sagt diesen Gewürzen aus fernen Ländern eine den Kreislauf entlastende Wirkung nach.

Gerbstoffe

Dazu sei die Chinarinde benannt, bei deren Genuss sich buchstäblich alles zusammenzieht. Das bringt die Schleimhäute in Schwung und den Schleim in Fluss, wofür das schwer arbeitende „Reinigungspersonal“ in Magen und Darm enorm dankbar ist.

Bittere Schleimstoffe

Hier finden sich das Isländische Moos sowie viele lösliche Ballaststoffe (http://blog.heimische-wildpflanzen.de/loesliche-ballaststoffe-fuer-gute-darmgesundheit/). Diese Stoffe schmieren den Darm und füttern gleichzeitig die guten Darmbakterien, wodurch die nicht erwünschten schlechten Bakterien auf Dauer aus dem Darm ferngehalten werden können.

Bitterstoffe sind auch für manche Tiere wichtig

So sehr sich unser Darm und unsere gesamte Verdauung über sinnvoll zugeführte wildpflanzliche Bitterstoffe freuen, so notwendig kann es auch für bestimmte Haustiere sein, es sich öfter mal bitter munden zu lassen. So sind es tatsächlich ganz natürliche Heil- und Bitterkräuter, die Reptilien mit empfindlichen Atemwegen, wie z.B. den beliebten Bartagamen, deutliche Linderung bringen. Dazu können Tierärzte und Tierheilpraktiker bei Interesse an entsprechender Futterergänzung nähere Auskünfte geben. Ganz allgemein mag gesagt sein, dass speziell die Bartagamen sich über Acker- und Zaunwinde, Ahornblätter, sämtliche ungiftigen Wildkräuter, Brennesselblüten und -blätter, Gänseblümchen, Giersch, Haselnuss- und Weinblätter, Kapuzinerkresse, Klee, geputztes Kürbisfleisch, Löwenzahn, Okraschoten, Pastinaken, Ringelblumen, Ruccola, Taubnesseln, Vogelmieren, Zucchinistückchen sowie Zuckerrübenblätter im Futternapf freuen.

Und noch ein kleiner Tipp

für Sie, wenn Sie es sich zur Pflege Ihrer Verdauungsorgane mit dem Thema „Bitter macht lustig“ recht einfach machen möchten: Googeln Sie doch mal nach dem Stichwort „Schwedenkräuter“ und kommen Sie auf den bittergesunden Geschmack dieser altbewährten Wildkräutermischung sowie ihrer zahlreichen Zubereitungen. Ihr Darm und Ihre gute Laune werden es Ihnen sicher danken.

– Carina Collany –

Grüne Wildpflanzen – Smoothies: gesund oder gefährlich?

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Smoothies haben als modernes Nahrungsmittel unserer hektischen Zeit längst den stark umkämpften Markt für „Functional Food“ erobert. Die pürierten Früchte und Gemüse lassen sind schnell und unkompliziert konsumieren, sind auch für ultrakurze Mittagspausen unproblematisch und hinterlassen dennoch das gute Gefühl, sich bewusst und gesund ernährt zu haben. Wer es besonders exklusiv haben möchte, stellt sich seine Smoothies im eigenen Mixer grundsätzlich selbst her, und wirft nach Möglichkeit auch hier und da ein paar persönlich gepflückte Wildkräuter mit in die Mischung. Denn Wildkräuter stehen ja in dem guten Ruf, vor wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen nur so zu strotzen. So wohl begründet dieser Ruf auch ist, so wichtig ist allerdings auch der Hinweis darauf, dass man es mit der gut gemeinten Vitalnährstoff-Versorgung aus dem Kräutergarten der Natur sehr schnell übertreiben kann. Das Motto „Viel hilft Viel“ ist in diesem Falle nicht nur falsch, sondern kann sogar gefährlich gesundheitsschädlich ausarten. Der nachfolgende Beitrag will für diese Problematik sensibilisieren und einfach zu befolgende Tipps dazu geben, wie man seiner Gesundheit mit grünen Smoothies Gutes tun kann, ohne eine giftige Gefahr fürchten zu müssen.

Grüne Wildpflanzen - Smoothies: gesund oder gefährlich?

1) Genuine Giftpflanzen

Manche Wildpflanzen duften so köstlich und schmecken so herrlich, dass man die Tatsache ihrer Toxizität gerne mal ausblendet. Das kann, weil schließlich die Dosis das Gift macht, gut und folgenfrei ausgehen. Doch schlägt man beim genüsslichen Konsum giftiger Wildkräuter über die Stränge, können die Auswirkungen qualvoll bis bedrohlich sein. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Waldmeister (Wohlriechendes Labkraut), der wegen seines unvergleichlichen Aromas als würzende Zutat in der Maibowle hergenommen wird. Schaut man bei diesem frisch fröhlichen Vergnügen allerdings zu tief ins Glas, bekommt man spätestens am nächsten Tag die ausgesprochen schmerzhaften Folgen einer akuten Cumarin-Vergiftung zu spüren: bohrende Kopfschmerzen und lähmende Benommenheit.

Tipp

Die regelmäßige Teilnahme an sachkundig geführten Wildpflanzen-Wanderungen schult das Auge und festigt das Wissen im Dienste der Unterscheidung zwischen giftigen und ungiftigen Wildkräutern. Solcherart direkt vor Ort ausgebildet geht die Wahrscheinlichkeit, sich unbeabsichtigt selbst mit giftigen Wildkräutern im grünen Smoothie zu schaden, gegen Null.

Weiterführende Leseempfehlung

Udo Pollmer: Gefährlicher Küchentrend Grüne Smoothies – Nierensteine inklusive – Wenn Gartenabfälle im Mixer landen

2) Gefahrenquelle Purine

Purine, die in verschiedenen Nahrungs- und Genussmitteln ganz natürlich vorkommen, gelten mittelbar über den Harnsäurestoffwechsel als Auslöser von Gicht und Arthritis. Doch entgegen der landläufigen Meinung stehen hier nicht nur Fleisch und Alkohol am Pranger. Tatsächlich gibt es auch zahlreiche Pflanzen, die mit einem erstaunlichen Purin-Gehalt aufwarten. Diese purinreichen Gewächse sollten also nach Möglichkeit nicht auf dem Speisezettel stehen und schon gar nicht im grünen Smoothie landen, wenn gefährdete (oder erblich vorbelastete) Gelenke und Nieren nicht über Gebühr belastet werden sollen. Als Beispiele purinreicher (und damit zu meidender) Salate und Gemüse seien Steinpilze, Sojabohnen und -sprossen, Broccoli, Artischocken, Porre, Schwarzwurzeln und Erdnüsse benannt.

Tipp

Die Teilnahme an einer fundierten Ernährungsberatung, die einen speziellen Schwerpunkt auf die besondere Bedürfnislage von Patienten mit Gicht oder Arthritis legt, liefert alle wichtigen Informationen zum Thema.

Weiterführende Leseempfehlung

Claudia Müller: Gicht – Purinarme Kost gegen Schmerzen

3) Gefahrenquelle Oxalsäure

Säuerlich schmeckende Wildpflanzen oder Kulturgewächse können gerade im Sommer eine köstliche Erfrischung bieten. Doch Vorsicht: Oft kündet dieser Geschmackseindruck vom Vorhandensein von Oxalsäure, welche wiederum im Stoffwechsel zur Bildung schädigender Stoffe führen kann. So kann ein übermäßiger Verzehr von oxalsäurelastigen Salaten oder Gemüsen auf Dauer zur Entstehung von gefährlichen Nierenerkrankungen und behandlungsbedürftigen Magen-Darm-Beschwerden führen. Beispiele für potente Oxalsäurelieferanten sind Sauerampfer, Mangold, Rhabarber und Spinat.

Tipp

Wenn Sie nach dem Genuss pflanzlicher Kost oder nach dem Wegschlürfen eines grünen Smoothies mit Ihrer Zunge dieses typische stumpf-raue Eigengefühl auf den Zahnoberflächen spüren, dann war Ihre Mahlzeit vermutlich stark oxalsäurehaltig. Die stumpfe raue Zahnoberfläche ist dann das Ergebnis einer chemischen Reaktion zwischen der Oxalsäure und dem im Zahnschmelz vorhandenen Kalzium. Bemühen Sie sich dann darum, von dem verzehrten Lebensmittel in Zukunft Abstand zu nehmen, und meiden Sie grundsätzlich alle Pflanzen mit hohem Oxalsäuregehalt.

Weiterführende Leseempfehlung

Jörg Schweikart: Nierenstein-Risiko – Oxalsäure und Gesundheit

– Carina Collany –

Wildpflanzen als natürliche Nährstofflieferanten

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In der sehr interessanten „Lebensmitteltabelle für die Praxis“, welche von der „Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie“ herausgegeben wird, ist den Wildpflanzen eine eigene Ergänzungstabelle gewidmet. Von B wie Barbarakraut bis W wie Wiesenknöterich sind hier 18 Wildpflanzen aufgelistet, die sowohl bei Tisch als auch in der individuellen Nährstoffbilanz eine gute Figur machen. Dieser Beitrag will kurz anreißen, welche Wildpflanzen sich für welche Zubereitung eignen, und wie viel Gesundheit zusammen mit den grünen Geschenken der Natur auf der Gabel landet.

Zubereitung als Salat

In der Salatschüssel geben die folgenden knackig frischen Wildkräuter einer vollwertigen Mahlzeit die extra Portion an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen:

  • Barbarakraut
  • Bärlauch
  • Breitwegerich
  • Gundermann
  • Wilde Malve
  • Rucola
  • Sauerampfer
  • Scharbockskraut
  • Spitzwegerich
  • Weiße Taubnessel
  • Wiesenbocksbart

All diese Leckereien können einen beachtlichen Anteil an Eisen vorweisen, wobei der Breitwegerich hier am höchsten punktet. In Sachen Kaliumgehalt sowie Mineralstoffgehalt allgemein hat die wilde Malve die Nase vorn. Und der Wiesenbocksbart kann noch mit einer spannenden Spezialität aufwarten: Seine Wurzeln schmecken nämlich angenehm süßlich, was diesem Pflanzenteil auch die Bezeichnung „Falsche Schwarzwurzel“ eingebracht hat.

Wildpflanzen als natürliche Nährstofflieferanten
Scharbockskraut

Zubereitung nach Art von Blattspinat

Dünstet und dämpft man frische Spinatblätter, so erhält man eine ebenso delikate wie ernährungsbewusste Beilage, die sowohl an einem Rumpsteak wie auch an lecker besoßten Folienkartoffeln Auge und Gaumen gleichermaßen begeistert. Und was mit Spinat so schmackhaft funktioniert, lässt sich auch bestens mit den folgend genannten Wildpflanzen nachkochen:

  • Brennnessel
  • Gartenmelde
  • Giersch (Geißfuß)
  • Wiesenknöterich

Junge Brennnesselblätter sind echte Vitamin-C-Bomben und bringen außerdem noch reichlich Kalium und Calcium auf den Speiseplan. Und die Gartenmelde liefert sogar noch mehr Eisen als der Breitwegerich.

Zubereitung als Gemüse

Fast alle salatgeeigneten Wildpflanzen lassen sich auch als Gemüse servieren. Darum finden sich in der folgenden Liste bis auf zwei Ausnahmen nur leckere alte Bekannte:

  • Gundermann
  • Guter Heinrich
  • Wilde Malve
  • Sauerampfer
  • Scharbockskraut
  • Spitzwegerich
  • Weiße Taubnessel
  • Vogelmiere
  • Bärlauch

Zum Sauerampfer sei noch angemerkt, dass er sowohl im rohköstlichen Salatschälchen als auch auf der duftend dampfenden Gemüseplatte mit einem relativ hohen Oxalsäuregehalt daherkommt. Da Oxalsäure, sofern im Übermaß zugeführt, gesundheitsschädigend wirken kann, sollte Sauerampfer trotz seines frisch zitronigen Geschmacks nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Menschen, die jemals Nierensteine hatten oder noch haben, sollten ohnehin generell auf oxlasäurehaltige Lebensmittel verzichten.

Weitere und ausführlichere Informationen zu den einzelnen Energiegehalten, Hauptbestandteilen und wichtigen Inhaltsstoffen schmackhafter Wildpflanzen können in dem Buch „Der kleine Souci-Fachmann-Kraut“ (ISBN 3-8047-2037-4) nachgelesen werden. Diese Lektüre kann übrigens auch die eine oder andere kreative Idee für grüne Smoothies liefern.

– Carina Collany –

Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

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Alle Jahre wieder ruft der Botanische Sondergarten Wandsbek zur Abstimmung über die Giftpflanze des Jahres auf. Und auch wenn das Jahr 2015 noch recht jung ist, so hat es seine mit deutlichem Abstand meist gewählte Giftpflanze doch schon gefunden. Es wurde mit 43,4% aller abgegebenen Stimmen der traumhaft blaue

Rittersporn

Rittersporn: Giftpflanze des Jahres 2015

Dieses betörend schöne Hahnenfußgewächs erfreut das Auge mit der intensiven Leuchtkraft seiner üppigen Blüten und ist insoweit ein gerne gesehener Gast in kultivierten Gartenanlagen. Natürlich muss man dazu wissen, wie gefährlich giftig sämtliche Pflanzenteile des Rittersporns sind. Deshalb muss es unbedingt bei dem visuell ästhetischen Genuss dieser beliebten Zierpflanze bleiben. Das bedeutet für den eigenen Garten, dass Kinder und Tiere vom Rittersporn ferngehalten werden müssen, und dass sich die betörend blaue Pracht ausschließlich in mehr als respektvollem Abstand zu Nutzpflanzen und Gartenkräutern entfalten darf. Werden diese einfachen Vorsichtsmaßnahmen gewissenhaft beachtet, spricht absolut nichts dagegen, mit dem hinreißend schönen Rittersporn den gepflegten Garten zu adeln.

Welche Giftpflanzen wurden auf die Plätze verwiesen?

Auf Platz Zwei der Giftpflanzen-Hitliste 2015 landete mit 21,3% der Stimmen die Kartoffel. Das gemahnt einmal mehr an die nachtschattige Herkunft dieser beliebten Speiseknolle und spricht für die botanische Belesenheit all jener, die die Kartoffel überhaupt erst zur Abstimmung vorgeschlagen haben. An dieser Stelle mag in diesem Zusammenhang der dringende Hinweis genügen, bei einer Kartoffel vor der Zubereitung alles, was grün ist, und natürlich auch alle Auskeimungen, großzügig wegzuschneiden.

Platz Drei ergatterte mit 19,3% der Stimmen der Oleander. Für den Schneeball, der lediglich 16% der Stimmen für sich gewinnen konnte, reichte es leider nur für den vierten und damit letzten Platz.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Selbstverständlich stehen jetzt schon für das Jahr 2016 die giftigen Kandidaten in den Startlöchern. Wer Lust dazu hat, sich sowohl an der Vorschlags-Phase wie auch an der eigentlichen Wahl aktiv zu beteiligen, der kann auf
http://www.hamburg.de/contentblob/1048150/data/gdj-kandidatenvorschlag.pdf
das offizielle Mitmach-Formular einsehen und runterladen. Oder auch in den eigenen regionalen Kreisen eine Wahl zur Giftpflanze des Jahres initiieren.

– Carina Collany-

Dieser Eintopf hilft gegen Erkältungen

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Wenn ein fieser Schnupfen die Schleimhäute entern will, oder sich vielleicht schon im Kopf schmerzhaft breit gemacht hat, dann muss so schnell wie möglich eine effektive Unterstützung für die Immunabwehr her. Hier liegen derzeit sanfte Hausmittel voll im gesunden Trend. Und eins dieser Hausmittel ist nicht nur besonders heilwirksam, sondern darüber hinaus auch außerordentlich wohlschmeckend. Die Rede ist hier vom wahrscheinlich gesündesten Eintopf der Welt, der nachgewiesener Maßen das Beste aus der essbaren Medizin gegen quälende Erkältungskrankheiten auf den Suppenteller packt. Gemäß dem hippokratischen Motto „Eure Nahrung sei Eure Medizin, und Eure Medizin Eure Nahrung“ soll nun verraten werden, welche Zutaten den heilenden Eintopf so wirksam machen und warum das so gut funktioniert.

Dieser Eintopf hilft gegen Erkältungen

1) Karotten

Dieses leuchtend orangerote Wurzelgemüse beinhaltet Substanzen, die als Carotinoide im Allgemeinen und als Xanthophylle im Speziellen bekannt sind. Die medizinische Wirkung dieser Stoffe ist gut mit „krampflösend“ beschrieben. Deshalb sind die „lecker Möhren“ für alle von hartnäckigem Krampfhusten geplagten Bronchien eine wahre Wohltat. Darüber hinaus können Viren diese pflanzlichen Wirkstoffe buchstäblich auf den Tod nicht ausstehen. So können sich die attackierten Schleimhäute mit Schutzschilden aus Betacarotin gut gegen die Angreifer verteidigen. Aber nur dann, wenn die Karotten in einer fetthaltigen Suppe gegart wurden. Denn Carotinoide lösen sich ausschließlich in Fett und nicht in Wasser. Deshalb nutzt es rein gar nichts, rohe Möhren zu knabbern – nur in einem guten Eintopf wird die Heilwirkung der Karotten freigesetzt. Doch woher kommt das dringend und zwingend benötigte Fett? Klarer Fall: Es kommt vom

2) Suppenhuhn

Hühnersuppe wärmt nicht nur die Seele, sondern ist auch der perfekte Partner im Kampf gegen die Erkältung. Denn aus dem Hühnerfleisch gelangt beim sanften und langen Garen im Suppentopf die Aminosäure Cystein in erheblichen und damit heilsam relevanten Mengen in das kräftigende Gericht. Und Cystein wird von einem in Alarmbereitschaft versetzten Immunsystem an wirklich allen Ecken und Enden massenhaft gebraucht. Kein Wunder, dass sich das Suppenhuhn schon seit vielen Generationen unangefochten an der Spitze der Erkältungshausmittel Top 10 befindet. Aber bitte das Fett dran lassen, damit in Punkto Biochemie auch alles funktionieren kann!

3) Wirsing

Dieses grüne krausgewellte Gemüse ist eine wahre A+C Vitaminbombe. Wenn man weiß, dass gerade die Vitamine A und C beim Kampf gegen die Erkältung von essenzieller Bedeutung sind, dann wird sehr schnell klar, warum der Wirsing geradezu als Wunderwaffe gegen den Schnupfen gehandelt wird. Eine weitere magische Eigenschaft des Wirsing liegt in der außergewöhnlichen Zellstruktur seiner Blätter begründet. Denn die sorgt dafür, dass die ansonsten durchaus hitzeempfindlichen Vitamine A und C beim schonenden Köcheln nicht leiden und dadurch später mit voller Power im Magen ankommen.

4) Kartoffeln

Kartoffeln gehören in jeden guten Eintopf. Doch hier haben die tollen Knollen noch eine ganz andere Funktion als die des guten Geschmacks. Denn Kartoffeln sind ausgesprochen reich an Magnesium, an Kalium, an Kalzium und an Eisen. Und genau diese Mineralien und Spurenelemente braucht die aktive Immunabwehr jetzt reichlich und dringend. Der Clou: Durch die Anwesenheit von Cystein (und anderen Aminosäuren) aus dem Suppenhuhn steigt die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe aus der Kartoffel um ein Vielfaches. So schließt das Suppenhuhn quasi sowohl die Kartoffel als auch die Karotte perfekt und auf den Punkt auf.

Man nehme also einen großen Suppentopf, gebe ein Suppenhuhn, Wirsingkohl, Karotten und Kartoffeln hinein, und lasse das Ganze nach dem Aufkochen auf kleiner Flamme und mit viel Geduld schonend gar köcheln. Jetzt noch ein wenig Pfeffer und Salz nach Gusto, und schon steht der schmackhaften Aktion „Iss Dich gesund“ nichts mehr im Weg.

-Carina Collany-

Bio: Voll im Trend

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Neben der gesunden Ernährung sind die Argumente „artgerechte Tierhaltung“ und „schadstoffarme Nahrung“ Grund für ein stetiges Wachsen des Bedarfs an Bio-Produkten. Neben den entsprechenden Geschäften und Reformhäusern kann man biologisch erzeugte Lebensmittel heute in jedem Supermarkt oder Discounter bekommen. Mit zweistelligen Wachstumsraten des Bio-Marktes lässt sich ein deutlicher Wandel des Essverhaltens in unserer Gesellschaft erkennen.

Voll im Trend: Bio

Eine beachtliche Entwicklung

Vor 20 Jahren war es noch ein echtes Problem, wenn man Bio-Produkte kaufen wollte. Die wenigsten landwirtschaftlichen Betriebe lieferten biologische Lebensmittel, die dann nur in Hofläden, Naturkostläden oder auf Wochenmärkten zu bekommen waren. Seitdem hat sich die Biosparte rasant entwickelt. In den Jahren 2000 bis 2005 hat sich die Anbaufläche für ökologische Produkte auf über 800.000 Hektar verdoppelt, das sind über 4% der Gesamtanbaufläche.
Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln hat sich in dieser Zeit rund vervierfacht und macht bereits über 3% des Gesamtumsatzes aus. Die Wachstumsraten liegen seit Jahren auf hohem Niveau und werden den Anteil am Gesamtumsatz in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

Bio für jeden

Etwa drei Viertel der Bevölkerung kaufen zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel ein – Tendenz steigend. Diese Produkte sind so ein ganz selbstverständlicher Teil unserer Ernährungskultur geworden.
Zwar greifen heute Verbraucher aus allen Bevölkerungsschichten immer wieder zu Bio-Produkten, regelmäßiger kaufen aber vor allem besserverdienende Familien ein, insbesondere Haushalte mit Kindern. Gesundheitsbewusste Menschen ab dem 50. Lebensjahr haben ebenfalls in besonderem Maße die besondere Kost für sich entdeckt.
Das zunehmende Interesse hat zur Folge, dass man heute praktisch überall ökologisch erzeugte Produkte kaufen kann. Nicht nur die bekannten Supermarktketten, sondern auch Discounter und Drogeriemärkte führen heute ein gutes Sortiment an Bio-Produkten. Die Zunahme an Geschäften, die solche Produkte führen und die ständige Ausweitung des Sortiments sind der Garant für ein weiteres Wachstum der Sparte.

Der Bio-Boom

Profitabel ist die hohe Nachfrage nach Bioprodukten vor allem für die konventionellen Supermärkte und Discounter. Im Jahr 2005 steigerte sich der Bio-Absatz um rund 25%, bei den klassischen Naturkostläden immerhin noch um 10%. Jährlich nimmt der prozentuale Anteil des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels am Gesamtabsatz von Bio-Produkten stetig zu, dennoch verdrängen sie keineswegs die klassischen Bio-Anbieter.

Fazit

Die Schattenseite des Bio-Booms trifft leider die Bauern. Durch unsichere und geringe Förderungen fällt den meisten konventionellen Betrieben die Umstellung auf eine ökologische Arbeitsweise sehr schwer. Produkte nach neuen Herstellungskriterien aus heimischen Landen sind daher knapp und bieten Betrieben aus dem europäischen Ausland hervorragende Absatzmöglichkeiten und die Chance, sich wertvolle Marktanteile im Bio-Absatzmarkt zu verschaffen.

Chicorée – Gesundes Wellness-Gemüse mit Biss

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Knackig frische Blätter zum figurbewussten Knabbern – so kennen und lieben Freunde gemüsigen Genusses den Chicorée. Diese leckere Kulturform der Zichorie darf auf keinem Salatbuffet und auf keinem vollwertigen Speiseplan fehlen. Was Chicorée zuerst auf dem Teller und anschließend im Stoffwechsel so attraktiv macht, soll hier, sozusagen als kleiner Appetithappen, schnell erzählt werden.

Chicorée - Gesundes Wellness-Gemüse mit Biss

Chicoréeblätter als ideale Grundlage für herzhafte Dips

Geputzter und servierfertiger Chicorée kommt in der Form vieler unterschiedlich großer „Löffel“ daher, die zum Aufnehmen von würzigen Dips oder anderen leckeren Soßen perfekt geeignet sind. Hiermit lassen sich beispielsweise Knoblauchcreme, Meerrettichquark und Kräuter Crème Fraîche, aber auch klein gewürfelte Tomaten-Basilikum-Mischungen stilvoll aufnehmen und zum Munde führen, in dem vermutlich bereits das Wasser zusammengelaufen ist. Chicorée Blätter sind dabei nicht nur knackig und kalorienarm, sondern auch die ideale Alternative zu den üblichen Baguettescheiben. Das wissen besonders jene gesundheitsbewussten Menschen sehr zu schätzen, die auf Weißmehlprodukte generell, auf Brot im Allgemeinen und auf „schnelle“ Kohlehydrate im Besonderen strikt verzichten wollen oder müssen. Und auch das Auge freut sich über einen ästhetischen Zusatznutzen, denn die geputzten und aufgefächerten Chicorée-Blätter lassen sich – kleiner Serviervorschlag – höchst dekorativ in Form von geöffneten Lotosblüten oder Teichrosen anordnen.

Bitterstoffe und lösliche Ballaststoffe für den Darm

Frische Chicoréeblätter schmecken ein ganz klein wenig bitter. Daran erkennt die feine Zunge bereits die Anwesenheit extrem gesunder und wertvoller pflanzlicher Bitterstoffe, die im gesamten Stoffwechsel als reine Wohltat höchst willkommen sind. Von den im Chicorée ganz natürlich enthaltenen Bitterstoffen profitieren vor allem die Leber, die Milz und der Darm. Letzterer hat dann auch zusätzlich noch seine helle Freude an dem löslichen Ballaststoff Inulin, der ebenfalls vom gesunden Chicorée mitgeliefert wird. Dieses Gesamtpaket an wertvollen Phytowirkstoffen könnte schon fast als Jungbrunnen gepriesen werden. Umso besser, dass man diesen Mehrwert ganz unkompliziert bei Tisch genießen kann.

Chicorée zum Trinken

Die Wurzeln der Zichorie, der botanischen Mutter allen Chicorées, sind ein wesentlicher Bestandteil jenes Kultgetränks, das als Muckefuck, Malzkaffee oder Kaffeeersatz bekannt ist. Die in Wien gebräuchliche Bezeichnung „Zichorienwasser“ bringt diese Tatsache auf den Punkt. Und so bewirkt der Genuss dieses aromatischen Heißgetränks gleichzeitig die Zufuhr all jener gesundheitsförderlichen Substanzen, die auch den Chicorée im Salatschälchen so wertvoll machen.

Ganz egal, ob dampfend heiß aus der Tasse oder kühl erfrischend auf dem Teller – Chicorée ist stets ein Gewinn für den Gaumen und für die Gesundheit.

-Carina Collany-

Lösliche Ballaststoffe für gute (Darm)Gesundheit

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Eine an Ballaststoffen reiche Ernährung ist gut für das Darmklima und trägt darüber hinaus auch zu einer geregelten Verdauung und zu einer besseren Kontrolle der Kalorienaufnahme bei. Deshalb wird allenthalben empfohlen, es auf dem Speiseplan nicht an faserreicher Kost (meist Gemüse, Salate und Vollkornprodukte) mangeln zu lassen. Doch nicht jeder gesundheits- und figurbewusste Mensch mag sich mit der ständigen Zufuhr eigentlich unverdaulichen Essens plagen. Immerhin kostet das Beschaffen und Zubereiten und gründliche Durchkauen des „Hasenfutters“ viel Zeit. Da sind lösliche Ballaststoffe eine interessante und absolut gleichwertige Alternative. Drei Fragen dazu lauten: Wie funktionieren diese darmgesunden Pflanzenextrakte? Welche Produkte sind zu empfehlen? Und was sollte man über mögliche Nebenwirkungen wissen?

So funktionieren lösliche Ballaststoffe

Wenn eine Substanz sehr schnell und sehr viel Wasser an sich bindet, und dieses dann im Darm nicht gleich freiwillig wieder abgibt, dann sorgt das für eine deutliche Zunahme des Stuhl-Volumens, wobei der Stuhl durch die Hydratisierung außerdem verdauungsförderlich geschmeidig bleibt. Genau diese „Bewässerung“ leisten lösliche Ballaststoffe. Der Darm ist durch das „Kämpfchen“ mit den löslichen Ballaststoffen perfekt beschäftigt, die Peristaltik wird freundlich angeregt, und die unangenehmen Begleiterscheinungen eines allzu harten Stuhlgangs werden sozusagen mild weggespült. Das wissen Patienten mit empfindlichem Po (etwa bei Hämorrhoiden oder bei Analfissuren oder nach einer OP im Analbereich) ebenso zu schätzen wie Personen, die sich ohne natürliche „Bewässerung“ des Darminhalts auf dem stillen Örtchen mit steinharten Stoffwechsel-Endprodukten rumquälen müssten.

Lösliche Ballaststoffe für gute (Darm)Gesundheit

Welche löslichen Ballaststoffe sind empfehlenswert?

Falls eine schonende und milde abführende Wirkung im Vordergrund stehen soll, sind Flohsamenschalen das Mittel der Wahl. Wenn sich jedoch die Zufuhr hochwertiger und hochverfügbarer Nährstoffe mit einem entspannten Stuhlgang verbinden soll, liegen Chia Samen sowie Leinsamen im gesunden Trend. Und wer guten nützlichen Darmbakterien mit einem leckeren Cocktail salutogene Standortvorteile verschaffen will, der greift zu dem bewährten Prebiotikum Inulin. Die Vorteile all dieser rein pflanzlichen Darmfreunde: Sie sind in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern problemlos zu beziehen, kosten nicht die Welt und lassen sich auch in größeren Mengen problemlos über viele Monate (Chia Samen sogar über Jahre) lagern. Das spart Wege, Zeit und Geld und ist gerade bei vollen Terminkalendern und im prallen Alltagsleben enorm praktisch.

Vier Punkte, die man unbedingt wissen und beachten sollte

Lösliche Ballaststoffe können nur dann wie gewünscht funktionieren, wenn ihnen ausreichend Wasser zum Aufquellen zur Verfügung gestellt wird. Dazu kann man die Produkte wahlweise vor der Einnahme mit reichlich Wasser ansetzen und dann das Gel oder den Brei verzehren, oder man schluckt die Produkte „trocken“ runter und füllt dann sofort den Magen mit jeder Menge Wasser. In diesem Fall quellen die löslichen Ballaststoffe erst inwendig auf, was von figurbewussten Menschen oft auch als appetitdämpfende Maßnahme begrüßt wird. So oder so: Ohne Wasser geht hier gar nichts! Wie viel Flüssigkeit für die unterschiedlichen Darreichungen benötigt wird, kann man entweder dem Beipackzettel oder dem Internet entnehmen. Dort finden sich zusätzlich viele gute Tipps, wie man die ganze gustatorisch doch eher unbefriedigende Prozedur etwas schmackhafter gestalten kann.

Für alle löslichen Ballaststoffe gilt, dass sie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Das passiert, weil ein allzu gut gewässerter Stuhl sozusagen kein Halten mehr kennt und dann buchstäblich wie ein D-Zug durch den Darm rauscht. Wenn dieser Effekt ausdrücklich gewünscht wird, dann ist das auch völlig in Ordnung und medizinisch absolut unbedenklich. Falls jedoch nicht, darf der Verzehr löslicher Ballaststoffe die empfohlene Obergrenze nicht überschreiten.

Das Prebiotikum Inulin eignet sich hervorragend zum cremig leichten Andicken extrem fettarmer Speisen, wie etwa Joghurt mit lediglich 0,1% Fett. Sollte die Zutatenliste einer fertig erworbenen Nahrungszubereitung also Inulin beinhalten, dann ist das für den Darm eine gute Nachricht. Und auch in der heimischen Küche kann Inulin als gesunder Sämig-Macher hergenommen werden. Allerdings bitte in Maßen. Sonst könnte es sein, dass sich die ausgelassen schmausenden Darmbakterien mit einem sozial unerwünschten Blaskonzert beim edlen Spender bedanken.

Das Hydro-Gel, welches die Chia Samen mit Wasser ausbilden, verzögert im Darm die Aufnahme von Kohlehydraten und bildet zugleich einen natürlichen Feuchtigkeitsspeicher, der gleichmäßig Wasser an den Körper abgibt. Dadurch hält das Chia Samen Gel den Blutzuckerspiegel immer konstant im optimalen Bereich – auch unter körperlicher Belastung. Das Gleiche gilt für die notwendige Versorgung mit Flüssigkeit aus dem Darm. Diese günstige Wirkung wissen Ausdauer- und Leistungssportler ebenso zu schätzen wie Diabetiker.

Fazit

Lösliche Ballaststoffe sind eine überaus sinnvolle Nahrungsergänzung und haben, je nach Produkt, zusätzliche ausgesprochen angenehme Eigenschaften. Dadurch können sie eine echte Alternative zu Salat, Gemüse & Co. sein. Auch dann, wenn für wirklich gesunde und ausgewogene Ernährung mal wieder nicht die nötige Zeit bleibt.

-Carina Collany-

Was tun bei Vitaminmangel?

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Trotz ausreichender Auswahl an allen möglichen und unmöglichen Lebensmitteln in den Supermärkten wird heutzutage immer öfter von Vitaminmangel gesprochen, an dem ein Großteil der Mitteleuropäer zu leiden scheint. Die unzureichende Versorgung des Organismus mit Vitaminen kann u.a. zu Müdigkeit, Kopfschmerzen aber auch Entzündungen führen. Leiden jedoch wirklich so viele an massivem Vitaminmangel? Wenn ja, wie kann man effektiv dagegen vorgehen?

Vielseitige Aufgaben der Vitamine und Mangelerscheinungen

Der menschliche Körper benötigt für den reibungslosen Ablauf seiner Mechanismen neben anderer wichtiger Nährstoffe vor allem auch eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen. Dreizehn Vitamine sind für diese Unterstützung der Funktionen des Körpers zuständig. Vier davon sind fettlöslich: A, D, E und K. Die restlichen neun, worunter sich auch die Vitamine B und C befinden, sind wasserlöslich. Jedes Vitamin hat verschiedene Aufgaben im Zellstoffwechsel. Bei einer massiven Unterversorgung können Störungen auftreten, die sich jedoch bei ordnungsgemäßer Zuführung des fehlenden Vitamins angeblich wieder völlig verflüchtigen.

Was tun bei Vitaminmangel?

So kann ein Mangel an Vitamin A eine Verhornung von Schleimhäuten und Haut, Gewichtsverlust und Nachtblindheit auslösen. Eine Unterversorgung an Vitamin B1 und B2 kann u.a. Wachstums- und Nervenstörungen verursachen, während ein Mangel am Vitamin B3 Entzündungen und Verfärbungen der Haut und Schleimhäute und – genauso wie zu wenig Vitamin B5 – Nervenstörungen hervorrufen kann. Wer zu wenig Vitamin B6-hältige Lebensmittel zu sich nimmt, kann u.a. an Entzündungen an Augen und Mund, Nervenstörungen und Hautschäden leiden, während eine Vitamin B12-Unterversorgung u.a. die Eiweißsynthese stört und Anämie begünstigt. Folsäure-Mangel kann wiederum zu Entzündungen der Schleimhaut, Störungen des Magen-Darm-Traktes und der Blutbildung führen.

Der Mangel an Vitamin C – oder auch Ascorbinsäure genannt – führte früher vor allem bei den Seeleuten zu Skorbut. Heute ist bei Vitamin C-Mangel vor allem die Infektanfälligkeit erhöht, die Herztätigkeit gestört oder die Knochen- und Zahnsubstanz verringert. Nimmt man zu wenig Vitamin D zu sich, kann es u.a. zu Rachitis bei Kindern und Osteoporose bei Erwachsenen kommen. Vitamin D ist übrigens das einzige Vitamin, das der menschliche Körper selbst produzieren kann – mithilfe des Sonnenlichts. Hat man einen Mangel an Vitamin E, so können sich das Leistungsvermögen und die Fruchtbarkeit verringern und das Risiko, an Anämie und Muskelschwund zu erkranken, ist erhöht. Biotin, oder auch Vitamin H genannt, unterstützt wiederum das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln und lässt bei Unterversorgung eine Übererregbarkeit und Veränderungen an Haut und Schleimhäuten erkennen.

Das Vitamin K schlussendlich fördert die Blutgerinnung und verhindert innere Blutungen. Da die verschiedensten körperlichen Erscheinungen und Gebrechen durchaus mehrere Ursachen haben können, ist ein Vitaminmangel mit „freiem Auge“ nicht wirklich erkennbar. Erst ein Bluttest kann Klarheit darüber schaffen. Sich aber bei ständiger Müdigkeit, Lustlosigkeit und Entzündungsanfälligkeiten vorbeugend schon einmal ausgewogener zu ernähren, kann nicht schaden!

Höherer Vitaminbedarf bei Rauchern, Schwangeren und Senioren

Von einem „Mangel“ im krankmachenden Sinn möchten einige Experten – auf unsere Breiten bezogen – nicht sprechen. Es handle sich eher um Unterversorgungen, die nicht unbedingt eine Mangelerscheinung bzw. Erkrankung hervorrufen müssen. Gefährdet für derartige Unterversorgungen sind vor allem Menschen, die sich z.B. durch ständige Diäten einseitig ernähren, vorwiegend nährstoff- und vitaminarmes Fast Food zu sich nehmen oder durch Rauchen, Alkohol, der Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft, Stillen, schwerer körperlicher oder geistiger Beanspruchung und Krankheiten wie Infekte oder Krebs einen erhöhten Vitaminbedarf haben.
Zudem benötigen Kinder in der Wachstumsphase eine vermehrte Zufuhr von Vitaminen. Auch Senioren, chronische Kranke und Vegetarier sind meist von einer Unterversorgung einzelner Vitamine betroffen.

Ausgewogene Ernährung beugt Mangel vor

Um Mangelerscheinungen oder besser gesagt Unterversorgungen zu vermeiden, sollte man sich – wie schon seit Jahrzehnten gepredigt wird – ausgewogen und vielseitig vor allem mit viel schonend gegarten Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, aber auch Fleisch und Fisch ernähren.

Ausführliche Vitamintabellen, die sich u.a. auch im Internet ganz leicht finden lassen, klären über die einzelnen Lebensmittel und ihren Vitamingehalt sowie den täglichen Mindestbedarf des menschlichen Körpers an Vitaminen und Nährstoffen auf. Bei festgestelltem Mangel wird auch manchmal die Einnahme von Vitaminpräparaten empfohlen. Die Hinzuziehung eines Arztes ist bei der Verwendung solcher Nahrungsergänzungsmittel anzuraten. Denn auch eine Überdosierung kann zu gesundheitlichen Schäden führen, da der menschliche Körper fettlösliche Vitamine speichern kann.

Vollkorn: Gesunder Fettkiller

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Eine neueste im American Journal of Clinical Nutrition erschienene Studie von Forschern der Pennsylvania State University ergab, dass Diäten in Einbindung mit vermehrter Aufnahme von Vollkorngetreideprodukten die Gesundheit verbessern und somit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen können.

Vollkorn: Gesunder Fettkiller

Probanden wurden in zwei Diät-Gruppen geteilt: „Vollkorn“ und „Weißes Mehl“

Heather Katcher und ihr Forschungsteam untersuchten im Rahmen dieser Studie die positive Wirkung einer kalorienreduzierten Diät auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit einem Metabolischen Syndrom (MTS). Das Metabolische Syndrom setzt sich aus Fettstoffwechselstörungen (gesundheitsgefährdend veränderte Blutwerte), Bluthochdruck und Übergewicht zusammen, das sich im Fettgewebe in der Bauchhöhle ansetzt – und die Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten begünstigt.

50 fettleibige Teilnehmer, darunter 25 Frauen und 25 Männer zwischen 20 und 65 Jahren, die an diesem Syndrom litten, wurden in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen erhielten dieselben Diätempfehlungen, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse, drei Mal täglich fettarme Milchprodukte und 2 Mal mageres Fleisch, Fisch oder Geflügel zu sich zu nehmen.
Zudem sollten beide Gruppen im Laufe dieser 12-wöchigen Untersuchungsreihe ein vernünftiges Maß an körperlichen Aktivitäten durchführen. Eine der Gruppen wurde zudem angewiesen, anstatt Produkte aus weißem Mehl wie weißem Gebäck, Teigwaren und Reis ausschließlich Vollkornprodukte (ungeschälten/unpolierten Reis, Hafermehl, Vollkornbrote, etc.) zu sich zu nehmen, während die andere Gruppe angeleitet wurde, Vollkornprodukte bewusst zu meiden.

Das Ziel dieser Studie war, herauszufinden, ob Vollkornprodukte im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät (500 kcal weniger pro Tag) die Gewichtsabnahme steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Untersuchungsergebnisse überraschten die Forscher

Heather Katcher und ihr Team kamen nach Auswertung der Probandenwerte zu dem Ergebnis, dass beide Gruppen Gewicht, Taillenumfang und Körperfett im selben Maße – durchschnittlich 8 bis 10 Pfund (3,6 bis 4,5 Kilogramm) – abgenommen hatten. Ebenso sank bei beiden Gruppen der LDL- und HDL-Cholesterin-Wert.

Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren dennoch gravierend. Die Vollkorn-Gruppe hatte unabhängig vom Gewichtsverlust um 38 % weniger C-reaktives Protein (CRP) im Blut als zuvor. Die Werte der Vergleichsgruppe blieben gleich. C-reaktives Protein ist ein Entzündungsmarker, der vermehrt durch weißes Mehl ausgeschüttet wird und bei zu hohen Werten zu Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen führen kann. Magnesium und Ballaststoffe waren im höheren Maße ebenso nur in der vollkornorientierten Gruppe zu finden. Besonders bemerkenswert im Vergleich ist jedoch die vermehrte Abnahme des Körperfetts in der Bauchregion lediglich bei der Vollkorn-Gruppe. Gerade zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle führt zu zahlreichen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfällen.

Das Forscherteam kam zu dem Schluss, dass beide kalorienreduzierte Diäten wirkungsvolle Maßnahmen sind, um mit Gewichtsverlust die Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Jedoch gab es große Unterschiede bei der Abnahme von Körperfett in der Bauchregion. Dies sei die erste Studie, die nachweisen könne, dass eine Diät mit vielen Vollkornprodukten zu Gewichtsverlust führe und gleichzeitig das Risiko chronischer Krankheiten reduziert, berichten die Forscher.

Gefährliches Fettgewebe am Bauch

Fettgewebe, das sich vor allem am Bauch ansiedelt, bedeutet ein hohes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) warnt vor diesem von Übergewicht ausgelösten Metabolischen Syndrom, an dem bereits mehr als ein Fünftel der Bevölkerung leidet.

Da Fettgewebe als hormonell aktives Gewebe neben der Energiebildung auch die Bildung von Substanzen und Botenstoffen wie Leptin, Resistin, Adiponektin und Tumor-Nekrose-Faktor alpha zur Aufgabe hat, kommt durch vermehrt vorhandenes Fettgewebe der Hormonhaushalt durcheinander. Diese Hormone erhalten die Energiedepots im Körper konstant, beeinflussen aber auch die Insulinsensitivität der verschiedenen Zielgewebe, den Blutdruck und die Blutgerinnung, so Prof. Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, in einem Artikel im Ärztemagazin PHOENIX. Muskeln, Gehirn und Gefäße sind dadurch unmittelbar betroffen, Entzündungen und Erkrankungen wie Ateriosklerose und Diabetes können laut DGE die Folge sein.

Der ideale Bauchumfang bei Männern beträgt bis zu 94 Zentimeter, bei Frauen höchstens 80. Misst man mehr als 88 Zentimeter Bauchumfang bei der Frau und mehr als 102 cm beim Mann, so besteht bereits ein absolut hohes Risiko chronisch zu erkranken.

Fazit

Einseitige, zu fettreiche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen für das um sich greifende Übergewicht in der westlichen Zivilisation. Ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Verzehr von Vollkornprodukten anstatt Produkten aus nährwertlosem weißen Mehl und geschältem Reis scheinen die Lösung für dieses mittlerweile überhand nehmende Problem zu sein. Forscher der Penn State University raten jedoch, beim Kauf von Vollkornprodukten darauf zu achten, dass mindestens 51% aus Vollkorn besteht. Dr. Katcher warnt ebenso vor einer allzu vollkornlastigen, einseitigen Ernährung. Die Mischung aus den verschiedensten, fettarmen, aber nährstoffreichen Lebensmitteln hilft beim gesunden Abnehmen, sowie regelmäßige körperliche Bewegung, das Essen kleinerer Portionen und die Reduktion von fetthältiger Nahrung sowie das Essen von mehr Obst und Gemüse.