GASTARTIKEL: Naturgarten natürlich pflegen: 5 Profi-Tipps zum Heckeschneiden

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Wer sich im eigenen Garten für eine blühende Wiese, einheimische Wildstauden und Sträucher entscheidet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Schaffung natürlicher Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere. Doch nicht nur das. Auch der Hobbygärtner, seine Familie und seine Nachbarn werden ihre helle Freude am Naturgarten haben.

Die einheimischen Blühpflanzen und Sträucher sind nämlich entschieden robuster, gewöhnlich mehrjährig und anspruchsloser. Der Gärtner erlebt mit ihnen kaum Enttäuschungen und hat vom Frühling bis zum Herbst eine blühende, grünende Augenweide.

Wildstauden und schöne heimische Wildblühpflanzen gibt es für jede Gartenlage vom Schattengarten bis zur sonnigen Südlage. Die Wildpflanzen sind anspruchsloser, was die Bodenbereitung anbetrifft. Viele dieser Pflanzen bevorzugen sogar eher magere Böden, wie sie in vielen Gebieten Deutschlands der natürlichen Bodenbeschaffenheit entsprechen. Torfen und aufwändiger Erdauftrag entfallen für ihre Ansiedlung.

Naturgarten natürlich pflegen: 5 Profi-Tipps zum Heckeschneiden

Schöne Wildstauden für verschiedene Gartenlagen

Für viele heimische Pflanzen ist der halbschattige bis schattige Standort ideal. Für so schöne Stauden wie beispielsweise die gefleckte Taubnessel, den Goldhahnenfuß oder den Alpenziest darf der Standort ruhig unter schattenspendenden Bäumen oder im Hausschatten gewählt werden. Für sie darf der Boden etwas humusreicher sein als für so manche sonnenhungrige Arten.

Sonnenhungrig und dafür mit magerem Boden zufrieden sind u.a. Fingerkraut, Feldthymian, Taubenskabiose oder die Karthäusernelke. Sie gedeihen vorzüglich auch dort, wo an heißen Tagen die Sonne kräftig brennt und erfreuen mit ihrer Blütenpracht.

Natürlich den Garten mit Wildpflanzen pflegen

Wildpflanzen sind anspruchsloser. Das heißt aber nicht, dass sie überhaupt keine Pflege brauchen und einfach ganzjährig wuchern sollen. Der Naturgarten soll eine Einheit von heimischen, natürlich vorkommenden Pflanzen und umweltbewusster Anlage und Pflege sein. Auf chemischen Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet der überzeugte Naturgärtner.

Kein Problem, denn die Natur bietet alles für all die heimischen Pflanzenarten. Gartenkompost ist natürlich der ideale Bodenbereiter, insbesondere dort, wo nicht nur Wildblüher, sondern auch Gemüse und Früchte gedeihen sollen. Während viele Gartenbesitzer von Brennnesseln gar nichts halten, sind sie dem Naturgärtner hoch willkommen. Sie können zerkleinert einen sehr guten Dünger abgeben. Idealerweise werden sie gleich bei Anpflanzung von Stauden, Sträuchern, großwüchsigen Blühpflanzen in die Pflanzlöcher gegeben.

Eine kleine Fläche sollte also für das Wachstum der Brennnessel erlaubt sein. Tiefreichende Steineinfassungen können verhindern, dass sie sich gleich überall ausbreiten. Zudem lässt sich aus ihnen auch Tee zum Entwässern bereiten. Wachsen sie zu hoch, können sie mit einer Heckenschere einfach geschnitten werden. Überschüssiges Blattwerk nährt den Kompost. So manche Küchenabfälle, die sonst achtlos im Kompost oder gar Müll landen, geben natürlichen Dünger ab. Wer losen Tee brüht, sollte die Blätter aufbewahren und damit einen Sud für das Düngewasser ansetzen.

Ein guter Dünger für Blumen und Gemüsepflanzen ist übrigens auch der traditionelle Eierschalensud. Dazu werden Eierschalen zerstoßen, mit Wasser aufgefüllt und im geschlossenen Gefäß etwa drei Wochen sich selbst überlassen. Der kohlensaure Kalk, der hier in den Sud aufsteigt, ist ein guter Dünger. Zusätzlich können natürlich auch hochwertige, reine Biodünger eingesetzt werden.

Ohne Pflanzenschnitt geht es nicht – 5 Tipps zum Heckenschnitt

Auf den richtigen Zeitpunkt für den Pflanzenschnitt kommt es an. Obstbäume werden im Frühling geschnitten, im Frühsommer sind blühende Sträucher, Beerensträucher an der Reihe, im Spätsommer Himbeeren, und im Herbst kommen dann Pflaumenbäume und Rosenbeete an die Reihe. Baumschnitte können auch im Winter vorgenommen werden. Blühende Stauden werden nicht geschnitten. Wenn sie sich allzu schnell vermehren, sollten hier nach der Blüte die Samenkapseln entfernt werden.

Die Hecke:

1. Beim Heckenschnitt und Baumschnitt im Naturgarten sollte unbedingt die Brutzeit der Vögel berücksichtigt werden. Für den Frühjahrsschnitt ist Mitte März der beste Zeitpunkt, da Vögel dann noch nicht nisten. Stark austreibende Hecken können Ende Juni, Anfang Juli noch einmal einen Rückschnitt erhalten.
2. Je leiser die Heckenschere, desto weniger Störung bedeutet das für Vögel und Kleintiere. Leiser als die Benziner sind Elektro-Heckenscheren. Sie werden im Privatbereich jedoch immer häufiger durch leistungsstarke Akku-Heckenscheren ersetzt. Wegen der Flexibilität eignen sich die Akkuscheren sehr gut für Fein- und Kleinschnitte an schwer zugänglichen Stellen, auch für den Brennnessel-Schnitt. Die Benzinheckenschere kann bei starken Hecken im Herbst zum Einsatz kommen.
3. Je länger und hochwertiger das Scherblatt der Heckenschere, desto leichter gelingt der gerade Heckenschnitt.
4. Bei langen Hecken hilft ein gespanntes Seil beim exakt geraden Schneiden.
5. Blühende Hecken sollten erst nach der Blühperiode geschnitten werden. Das Schneiden verhilft ihnen jedoch zum dichteren Austrieb und einer schönen nächste Blüte.

Wird so einem Naturgarten vom Gemüse- und Blumenbeet bis zur Hecke eine natürliche, achtsame Pflege gewidmet, dann erfreut er den Gärtner mit üppigem Wachstum und vielseitiger Blütenpracht.

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